Das “Opfertshofer Bergrennen” war in den Nachkriegsjahren eine sehr beliebte Veranstaltung, für die Spitzenrennfahrer sogar auf andere Rennen verzichtete. Die Geschichte geht des Bergrennens geht allerdings bis auf das Jahr 1927 zurück.
Im Jahr 2021 wurde erstmals ein Memorial-Bergrennen durchgeführt und weil die Bergrennstrecke in der Nähe von Schaffhausen einst gerne mit dem Klausen verglichen wurde, entschieden sich die Organisatoren um René Meier für die Bezeichnung “Rendezvous am Kleinen Klausen”. Die erste Durchführung war ein Erfolg und so war es klar, dass eine Wiederholung stattfinden sollte, zumal Anwohner und Gewerbe den ersten Anlass stark unterstützt hatten.
Am Sonntag, dem 8. September 2024 war es dann soweit. Am Samstag zuvor war bei bestem Wetter noch eine Warm-Up-Rallye organisiert worden, für den Sonntag schaute die Wettervorhersage nicht mehr ganz so trocken aus.
Immerhin hielt sich das trockene und teilweise sonnige Wetter bis in den Nachmittag hinein, und als es umschlug, da hielt es weder die Fahrer vom Fahren, noch die Zuschauer vom Zuschauen ab. Immerhin rund 3000 Besucher waren angereist, um das Treiben auf und neben der Bergrennstrecke zu verfolgen. Viele kamen auch, um Freunde und Bekannte zu treffen und es herrsche eine sehr gesellige und freundliche Stimmung.
900 Meter Showstrecke
Hauptattraktion war natürlich die 900 m lange Showstrecke von Bibern den Berg hoch. Zwei lange Geraden, zwei Spitzkehren und ein paar Kurven und schon waren die Teilnehmer nach 900 Metern Fahrstrecke im Ziel. In den Vierziger- und Fünfzigerjahren wäre es noch 2,8 km und einige knifflige Kurvenkombinationen weitergegangen …
Am Start waren über 200 klassische Autos und Motorräder aus praktisch allen Jahrzehnten ab 1909 bis in die Neuzeit. Der älteste Wagen war ein Ford Model T von 1909.
Vom Kleinstautomobil wie einer BMW Isetta oder einem Goggomobil TS 250, über Limousinen und Cabriolets der Vor- und Nachkriegszeit, bis zu Sport- und Rennwagen waren alle Fahrzeugkategorien anzutreffen.
Während die seriennäheren Wagen ohne Pausen auf die Strecke gesandt wurden, sorgte der Einzelstart bei den Rennwagen, dass man sich die Autos etwas länger ansehen konnte.
Mit Ausnahme weniger Pausen herrschte auf der Bergstrecke ständig Betrieb, so dass es dem Publikum eigentlich nie langweilig werden konnte.
Ein sorgfältig zusammengestelltes Programm und überaus motivierte Streckensprecher stellten sicher, dass die Besucher stets bestens über die Fahrzeuge informiert waren, die bei ihnen vorbeifuhren.
Höhepunkte
Sicherlich zu den Höhepunkten gehörten der Bugatti 51 von 1931 und der Ferrari 330 GTO von 1965 aus dem Autobau Romanshorn, die am Morgen zu den ersten Fahrzeugen gehörten, welche die Bergrennstrecke unter die Räder nehmen konnten.
Aber es gab in allen Fahrzeugfeldern interessante Autos.
Zu sehen war etwa ein Donnet C 17 von 1925, ein vermutlich einmaliger BMW 328 Special von 1937, ein Salmson Grand Sport von 1928, ein Franke Buggy von 1968, ein OF 1600-90 von 1973 oder ein VW SP2, alles Autos, die man nicht häufig beobachten kann.
Auch unter den Rennwagen gab es viele Raritäten zu bewundern, etwa den March 703 von 1970 oder die Vorkriegsrenner verschiedenster Couleur. Markus Hotz fuhr seine Eigenkonstruktion, einen Horag HAS5 Formel Super V.
Und dann “cruisten” auch noch zehn Excalibur aus drei Jahrzehnten an den Zuschauern vorbei, wann hat es das schon einmal gegeben an einem “Bergrennen”?
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Verteiltes Fahrerlager
Wer die Autos auch stehend betrachten und mit den Fahrern ein Schwätzchen halten wollte, dem bot das in drei Ortschaften verteilte Fahrerlager Gelegenheit dazu.
Ein Transportdienst mit rund zwei Dutzend historischen Bussen sorgte dafür, dass man von Ort zu Ort kam und zudem die Erfahrung machen konnte, wie sich Reisen früher anfühlte.
Attraktionen abseits der Bergrennstrecke
Die historischen Postautos und Busse waren nur eine von vielen Attraktionen rund um die Bergfahrten der Teilnehmerfahrzeuge, die sich über den ganzen Tag hinzogen.
Dazwischen wurden in einem Showblock nicht nur die “Schluuchmusig”, die Blaskapelle der Feuerwehr Schaffhausen präsentiert, sondern es fuhren auch Nostalgie-Rennradfahrer die kurze Bergstrecke hinauf.
Schliesslich waren die Radfahrer schon beim historischen Rennen Opfertshofen am Start gewesen.
Eher Erfindungen der Neuzeit dagegen waren die Drift-Vorführungen von Joshua Reynolds in einem modernen Toyota Supra oder die Go-Karts, die den Berg hochrasten.
Und auch die schnellste Badewanne der Welt hatte in den Vierziger- oder Fünfzigerjahren noch kein Vorbild.
Dass auch noch junge Talente auf zwei und vier Räder ihre Aufwartung machen konnten, machte die Veranstaltung noch sympathischer.
Eher eine Überraschung war dann noch das Warm-Up der sieben PC7 umfassenden Kunstflugstaffel, die über dem “Reiat” ihr Können und ihre Präzision zeigten.
Ausblick ins Jahr 2027
Auch wenn nicht immer alles wie am Schnürchen klappte, so darf den Organisatoren um René Meier ein Kränzchen gewunden werden. Aussenstehende können sich schlecht vorstellen, wie aufwendig es ist, eine solche Veranstaltung zu organisieren. Umso glücklicher kann man daher sein, dass René Meier auch bei der Organisation des Hundertjährigen im Jahr 2027 wieder dabei sein wird. Die Streckensprecher machten sich bereits am 8. September 2024 Hoffnung, dass bei der Jubiläumsveranstaltung dann wieder die ganze 3,7 km lange Strecke befahren werden könnte. Das wäre ja dann wirklich ein gelungener Höhepunkt.
Die Bildergalerie zu diesem Artikel zeigt fast alle Teilnehmerfahrzeuge auf über 420 Fotos. Die Bilder sind weitgehend nach Startnummer sortiert (mit Ausnahme der Motorräder).

























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































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