Die großen Jahre der Gruppe 4 waren spektakulär, abenteuerlich und vor allem vielfältig. Ein gutes Dutzend Hersteller baute siegfähige Autos. Da trat eine leichtgewichtige Alpine oder ein Porsche-911-Sportwagen gegen Alltagslimousinen wie den Ford Escort, Opel Kadett oder Fiat 131 an, bis schließlich der revolutionäre Quattro ein neues Zeitalter einläutete. Die wilde “Quer-Zeit”, die auch mit dem Titelbild, das einen Stratos zeigt, illustriert wird, bleibt vielen Rallye-Fans in guter Erinnerung.
Willkommen in den wilden Siebzigerjahren!
Wie die Gruppe-4-Wagen den Rallye-Sport beeinflussten
Die Rallye-Markenweltmeisterschaft und die Gruppe 4 Wagen, veränderte den Rallyesport in den Jahren 1973 - 1982 mindestens so nachhaltig wie das Auftauchen des Audi quattro knapp 10 Jahre nach der ersten Rallye WM in dieser Meisterschaft. Dass für den Allradpionier quattro ein neues Reglement verabschiedet wurde, zeichnet dieses Buch ebenso aud, wie das Jahrzehnt des Driftens auf der angetriebenen Hinterachse zuvor. Mit knapp 400 Bildern, davon 278 in Farbe. Einer Einführung folgen fünf Kapitel über die Könner am Volant, die einzelnen Rennsaisons, die eingesetzten Fahrzeuge, die Stories hinter der Story und zu guter letzte ein Statistikteil.
Und damit lässt sich leben und lesen. Vom Aufkommen des Stratos - der ganze Rallyepisten einfach wegdrischt, bis zum ersten zarten Starkult eines Ari Vatanen, Sandro Munari oder später Hannu Mikkola und Walter Röhrl.
Wie sich der Rallye-Sport veränderte
"When Sex was safe and racing was dangerous”, urteilt man in der F1 über die 70er Jahre, mindestens genauso spektakulär ging es in der Rallye WM zu. Sponsoren, TV-Übertragungen und Marketing sowie der WM-Titel zwangen die Hersteller zum Bekenntnis. Nicht mehr ausgewählte Rallyes konnte man vermarkten, der Titel zählte, und hierzu musste man in Sachen Technik, Service, Logistik und Equipe einen anderen Massstab anlegen als noch in den sechziger Jahren. Und wie die Zeiten sich ändern - weg vom Amateuermarathon zum Profirallyesport - beschreibt das Buch über die Gruppe 4 auf 256 lesenswerten Seiten so spannend und aufregend, dass man gerne auch mal quer liest.
Auch wer die Anfänge des Walter Röhrl im Rallyesport nachvollziehen möchte, wie er seinen ersten WM-Titel herausfuhr, wer wissen will, warum Audi in die Rallye-WM einsteigen konnte, und woran die Ingolstädter sich in der ersten Saison die Zähne ausbissen, der liest hier richtig.
Von erfahrenen Rallye-Profis geschrieben
Die Autoren John Davenport und Reinhard Klein, beide jahrelang selbst Mitglieder im Rallyezirkus, erzählen wie Alltagslimousinen à la Ford Escort, Opel Kadett oder Fiat 131 auf den Lancia Stratos oder die Alpine von Renault.treffen. Dass dabei die interessanten Anekdoten einer wilden Zeit und die Beschreibung der Heckschleudern nicht zu kurz kommt, macht das Buch nur besser. Und dass der Audi quattro eben ein neues Zeitalter einläutet, kann man hier sehr spannend nachvollziehen, fast bis zur Gruppe B. Aber das ist ein anderes Buch.
Bibilograpraphische Angaben
John Davenport/ Reinhard Klein, Gruppe 4 - Das Jahrzehnt der Heckschleudern , erschienen beim Verlag Reinhard Klein 2011, 2011, 252 Seiten, über 400 Bilder Bilder und Tabellen, ISBN 978-3-927458-53-6; Preis: 49,90 EUR.









































































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