Museumsbücher sehen meist ähnlich aus, enthalten einen kurzen Abriss zur Architektur und Geschichte und einen ausführlichen Teil zu den ausgestellten Exponaten. Das Buch “Ein Blick unter die Haube - Das autobau Buch” ist anders, wohl auch weil der “autobau” eben auch kein gewöhnliches Automuseum ist.
Von der Idee zur Umsetzung
Es waren Kinder, die Fredy A. Lienhard auf die Idee mit dem autobau brachten. Glänzende und staunende Augen, die den Erzählungen des erfahrenen Rennfahrers lauschten.
Aber so einfach in einer Industriehalle wollte Lienhard seine Autosammlung nicht öffentlich machen. Mit dem ehemaligen Alkohol-Tanklager in Romanshorn konnte ein stimmiges Ambiente gefunden werden. Die Konzeptions- und Umbauarbeiten aber waren aufwändig und involvierten ein umfangreiches Team.
Für Kinder und Erwachsene
Lienhard wollte mit dem autobau eine Begegnungsstätte schaffen, die sowohl Kindern wie auch Erwachsenen etwas bietet. Er selber hatte den Rennsport von Kindesschuhen an gelegt, hatte mit Seifenkisten begonnen, war Go-Kart gefahren und dann in fast allen Rennklassen am Start gewesen. Rennsport und Nachwuchsförderung nehmen denn auch im Buch einen gewichtigen Teil ein.
Geschichte und Zukunft
Im 200 Seiten starken Buch werden die Ursprünge der Gebäude detailliert dargelegt, die Umbauarbeiten geschildert und die Pläne für die Zukunft skizziert.
Der autobau ist nicht nur ein Museum, sondern auch ein Dienstleistungskomplex, ein Event-Zentrum und eine kleine Test-Rennstrecke.
Renn- und Strassenfahrzeuge
Natürlich kommen im Buch auch die Autos, die Fredy Lienhard im Laufe der Jahre gesammelt hat, nicht zu kurz.
Das Repertoire ist reichhaltig, reicht vom Fünfzigerjahre-MG TF bis zum Saleen S7 Twin Turbo des Jahres 2005 oder dem modernen McLaren Strassensportagen. Natürlich sind vor allem die Rennwagen, mit denen Lienhard selber am Start waren, gut vertreten, etwa der Horag Formel Super V von 1971, mit dem sich der Lista-Besitzer am Bergrennen St. Peterszell-Hemberg überschlug, wovon ein gespaltener Helm und ein ramponiertes Lenkrad zeugt.
Im Buch und ausgiebiger im Museum kommen auch Fahrzeuge aus schweizerischer Fertigung, z.B. Enzmann, Monteverdi, Sbarro, Rinspeed, zum Zug.
Dass Lienhard sportliche Fahrzeuge bevorzugt, wird dem Leser des Buches schnell klar, denn Limousinen werden kaum erwähnt. Aber natürlich kann ein Buch auch nicht den gesamten Umfang der Sammlung, die sich zudem stetig ändert, darstellen. Will es auch nicht.
Im Buch geht es um die Ideen und Visionen, die zum autobau geführt haben. Diesen wird viel Raum gegeben. Wer also ein Buch mit vielen dokumentarischen Bildern von Autos samt umfangreichster technischer Daten sucht, der sollte das hier beschriebene Werk nicht in die engere Auswahl nehmen. Wer aber mehr über den Mann Fredy Lienhard und seine Gedanken, die zum autobau führten, wissen möchte, der ist hier richtig.
Stimmungsvolle Fotos
Was das Buch neben den interessanten Erzählungen auszeichnet, sind die stimmungsvollen Fotoaufnahmen, die zu grossen Teilen Ralph Steckelbach eingebracht hat. Gekonnt wird alt und neu gemischt, mit Tiefenschärfe und Licht gespielt, um das besondere Ambiente des autobaus wiederzugeben.
Das vorliegende Buch will nicht nur eine Museumsdokumentation sein, sondern auch eine Firmenpräsentation. Dies gelingt gut. Für eine zukünftige zweite Auflage würden wir uns etwas mehr Glanz für die hervorragenden Bilder wünschen und ein Inhaltsverzeichnis.
Das Buch “Ein Blick unter die Haube - Das autobau Buch” kann direkt im Online-Shop der autobau AG für CHF 69.00 (plus Versandkosten) gekauft werden.
Bibliografische Angaben
- Titel: Ein Blick unter die Haube - Das autobau Buch
- Sprache: Deutsch
- Verlag/Druck: autobau AG / Ostschweiz Druck
- Auflage: 1. Auflage 2013 (2300 Exemplare)
- Umfang: 200 Seiten, 28,5 x 21,5 cm, rund 150 grossteils farbige Abbildungen
- ISBN: 978-3-033-04240-7
- Preis: CHF 69.00 (plus Versandkosten)
- Bestellen/Kaufen: Direkt im autobau AG Onlline-Shop





























































































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