Neue Bücher über kleine englische Sportwagen waren in den letzten Jahren dünn gesät. Die Roadster von Triumph, Austin-Healey und MG waren schon früh Liebhaberstücke, weshalb auch schon früh umfangreiche Marken- und Modellchroniken verfasst wurden. Entsprechend schien alles über sie bereits gesagt. Und selbst wenn ihre Beliebtheit in den letzten Jahren etwas zurückgegangen ist, so entdecken doch immer noch Neueinsteiger die offenen Zweisitzer für sich.
Für sie hat der Österreicher Oswald M. Posch eine neue Typenkunde über die TR-Baureihe von Triumph geschrieben und herausgebracht.
Inhalt
Dem Titel entsprechend befasst sich "Die TR History" auf 125 Seiten natürlich überwiegend mit den Triumph-Roadstern vom TR2 bis zum TR8. Dabei ist jedem Modell ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem kurz die Entstehungsgeschichte und die technische Entwicklung sowie gegebenenfalls Unterscheidungsmerkmale zu anderen Typen erläutert werden. Für die schnelle Informationssuche findet sich am am Ende jedes Fahrzeugkapitels eine Zusammenfassung mit technischen Daten und den wichtigsten Stationen der Modellentwicklung.
Neben den Serienmodellen aus Coventry befasst sich ein Kapitel auch mit den TR-basierten Ablegern Coupé Francorchamps, Swallow Doretti, Italia 2000, Conrero Le Mans und Dove GTR; ein weiteres mit "Hausdesigner" Giovanni Michelotti und wie er 1957 zu den Engländern gefunden hat. Eine "X-Liste" führt schliesslich alle Prototypen und Versuchsträger von 1946 bis 1979 auf inklusive – sofern bekannt – Zulassungsnummer und Verbleib.
Dies ist, wenn man so will, das "Pflichtprogramm" für ein TR-Buch. Erfreulich ist die "Kür", die darauf folgt. Etwa das umfangreiche Kapitel über Triumph im Renn- und Rallyesport, das nicht nur die Werkseinsätze nennt, sondern auch die (oft erfolgreicheren) Bemühungen von Privatiers wie Kas Kastner oder der "Group 44". Eine Tabelle verrät, für welche FIA-Klassen welches TR-Modell homologiert ist – und ein anschauliches Foto, warum der DOHC-Rennmotor den Spitznamen "Sabrina" bekam.
Lob und Kritik
Ebenfalls lobenswert – damit Neueinsteiger sich gar nicht erst diesen weitverbreiteten Unfug aneignen – ist die deutliche (und anhand von technischen Erläuterungen nachvollziehbare) Klarstellung, dass die Vierzylinder-TR nicht von einem Traktormotor angetrieben wurden. Daneben enthält "Die TR History" amüsante kleine Randnotizen der TR-Historie, beispielsweise warum die Namen der Prototypen alle mit "Z" beginnen oder was der TR7 mit "Zurück in die Zukunft" zu tun hat. Vervollständigt wird das Buch durch einen kurzen Epilot, der erläutert, was aus den Firmen Standard, Leyland und Triumph sowie ihren Fabriken geworden ist.
Für ein Buch seiner Art enthält "Die TR History" vergleichsweise wenig historische Fotos. Die meisten Serienmodelle wurden in der Neuzeit auf Treffen oder am Strassenrand abgelichtet, was gelegentlich für unruhige Hintergründe oder unvorteilhafte Perspektiven sorgt und teils ungenannte Abweichungen vom Serienzustand zeigt – was bei einer Typenchronik nicht unbedingt ideal ist. Immerhin dort, wo es darauf ankommt (und wo es kaum eine Alternative gibt), findet sich dann aber doch historisches Bildmaterial: bei nicht in Serie gegangenen Studien und Prototypen sowie Entwurfszeichnungen.
Sprachlich ist das Werk solide und – gemessen an heutigen Standards – erfreulich korrekt. Als Schweizer oder Deutscher stolpert man nur gelegentlich über österreichische Besonderheiten, was natürlich bei einem österreichischen Autor nicht weiter verwundert oder zu beanstanden ist. Wirklich störend fallen nur zwei Dinge auf: zum einen das überflüssige, aber leider gerade moderne "Gendern" sowie eine auffallend hohe Zahl unnötiger Anglizismen (selbst für ein Buch über englische Autos).
Fazit
"Die TR History" geht nicht bis ins allertiefste Detail, was aber in Ordnung ist, da Posch im Vorwort selbst schreibt, dass sich das Buch vorwiegend an Einsteiger richtet. Die bekommen jedoch erfreulich viel mehr als einen oberflächlichen Überblick. Oswald Poschs Werk ist auch deshalb ein empfehlenswertes Buch für Einsteiger, weil es das richtige Verhältnis zwischen Basiswissen und Tiefgang findet. Auch wenn intime TR-Kenner das meiste schon wissen dürften, könnten sie in den Kapiteln über die Nebenaspekte der Geschichte trotzdem noch etwas Neues erfahren.
Bibliografische Angaben
- Titel: "Die TR History"
- Autor: Oswald M. Posch
- Sprache: Deutsch
- Herausgeber: Eigenverlag
- Auflage: 1. Auflage, 2023
- Umfang: 125 Seiten, ca. 240 Fotos
- Format: 250 x 250 mm, gebunden
- Preis: EUR 30.00
- ISBN: 978-3-200-08846-7
- Kaufen/bestellen: online auf der Internetseite des Herausgebers





































































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