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Ausstellung “Giovanni Michelotti” in Aigle – ein tiefer Einblick in das Werk eines aussergewöhnlichen Designers

Erstellt am 23. Juni 2022
, Leselänge 4min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Bruno von Rotz 
56
Einmal Spezialkarosserie (Alfa Romeo Giuliett), zweimal Serienautos - alle von Michelotti - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Von den rund 1200 Autos, die Michelotti gestaltete, waren das Gros Einzelstücke - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Alfa Romeo Giulietta Conrero "Goccia" (1961) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Alfa Romeo Giulietta Conrero "Goccia" (1961) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Ausschnitte aus verschiedenen Projekten auf grossen Stellwänden - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
BMW 1600-2 (1970) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Sechs Wochen (vom 14. Mai bis 26. Juni 2022) dauerte die Ausstellung zum Leben und Werk von Giovanni Michelotti in Aigle. Die Sonderschau mit dem Titel “Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti” war mehr als nur sehenswert.

Bild Arbeiten für Ghia-Aigle - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Arbeiten für Ghia-Aigle - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Warum gerade in Aigle, könnte man fragen? Dort war eben in den Fünfzigerjahren auch einer der Auftraggeber von Michelotti ansässig, die Karosseriebaufirma “Ghia Aigle”. So kommt es nicht von ungefähr, dass man gerade dieser Phase Michelottis besonders viel Aufmerksamkeit schenkt.

Extrem produktiv

Giovanni Michelotti (1921 bis 1980) hat in seinem Leben wohl kaum je geruht, anders wäre es nicht zu erklären, dass rund 1200 Fahrzeuge entstanden sind aus seiner Hand. Diese teilen sich auf in Autos, die er als Spezialkarosserien oder Miniserien hauptsächlich für grosse Karosseriebaufirmen wie Vignale, Bertone oder Ghia zeichnete, Autos, die er in seinem eigenen Karosserieunternehmen (meist als Einzelstücke) selber baute, und Autos, die er für grosse Autofirmen entwickelte und die es dann in die Gross-Serie schafften.

Bild DAF 44 (1969) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
DAF 44 (1969) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Gerade letztere erhalten oftmals zuwenig Aufmerksamkeit, aber ohne Michelotti hätte es weder die Alpine Berlinette (A108/A110) noch die frühen DAF-Modelle, den BMW 700, die Isetta, die BMW-Limousinen der Sechzigerjahre oder ein ganzes Spektrum von Triumph-Modellen vom Herald über den Spitfire bis zum Dolomite Sprint gegeben, um nur einige Beispiele zu nennen.

Drei Ausstellungsbereiche

In Aigle wurden rund anderthalb Dutzend Autos gezeigt, die mit Ausnahme eines Exemplars aus der Hand des begnadeten Designers stammten. Beim Ausnahmefahrzeug handelt es sich um den Moretti 1600 GS, den der Michelotti-Schüler Dany Brawand gestaltet hatte.

Bild Gerne führt Silvio Cibien Besucher durch die Ausstellung - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Gerne führt Silvio Cibien Besucher durch die Ausstellung - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Die Ausstellung war dreigeteilt. Im ersten Teil wurden Autos gezeigt, die bei Ghia-Aigle entstanden. Ein Jaguar XK150, ein MG TD und ein Alfa Romeo 1900C mit Spezialkarosserien zeugten von der Eleganz und Vielfalt, die damals entstand.

Bild Vignale Fiat Rendez-Vous (Fiat 600) (1959) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Vignale Fiat Rendez-Vous (Fiat 600) (1959) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Im zweiten Teil waren Vignale- und Moretti-Kreationen zu sehen, darunter unter anderem ein zweiter MG TD, der aber dem Fiat 8V von Vignale ähnlicher sieht als dem britischen Original. Interessant auch das Lancia Aurelia B52 Coupé von Vignale und die beiden Moretti-Sportwagen.
Faszinierend der Fiat 600 mit Vignale-Coupé-Karosserie, der so gar nichts mehr mit dem Original gemeinsam hatte und mehr nach Front- als Heckmotorauto aussieht.

Ebenfalls aus der Vignale-Fertigung stammt der Triumph Italia, der damals in einer kleinen Serie entstand und dessen Entstehung man auch auf Bildern nachverfolgen konnte in der Ausstellung.

Bild Von den rund 1200 Autos, die Michelotti gestaltete, waren das Gros Einzelstücke - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Von den rund 1200 Autos, die Michelotti gestaltete, waren das Gros Einzelstücke - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Im dritten Teil der Ausstellung waren Serienautos – Alpine-Renault A110, DAF 44, BMW 1600-2, Triumph Spitfire und Triumph Stag V8 – zusammen mit Einzelstücken zu bewundern. Bei zwei der Fahrzeuge handelte es sich um Autos, die extra für den Genfer Autosalon gebaut wurden und daher die Zusatzbezeichnung “Ginevra” trugen.

Bild Michelotti Triumph Ginevra TR5 (1968) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Michelotti Triumph Ginevra TR5 (1968) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Bekannter von den beiden ist der im Jahr 1968 auf Basis eines Triumph TR5 entstandene Sportwagen, der gut auch die Blaupause für einen TR6 hätte sein können. Das Einzelstück musste in kürzester Zeit entstehen damals, da sich die britische Firma Triumph entschieden hatte, den eigentlich für Genf vorgesehenen Stag-Prototypen nicht  am Autosalon zeigen zu lassen, weil man ihn fast unverändert in die Serienfertigung übernehmen wollte.

Bild Michelotti Fiat 125 Ginevra (1969) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Michelotti Fiat 125 Ginevra (1969) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Seltener zu sehen ist der Michelotti Fiat 125 Ginevra aus dem Jahr 1969, der aber vielleicht auch nicht zu den optisch geglücktesten Schöpfungen des italienischen Designers gehört.

Bild Michelotti BLMC Beach Car (1971) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Michelotti BLMC Beach Car (1971) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Präsentiert wurde auch ein Strandwagen auf Basis des BLMC MG 1100 mit Frontantrieb, welcher bei Michelotti selber gebaut wurde und daher sein Markenzeichen tragen durfte.

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Informativ

Organisiert wurde die Ausstellung von “Amicale Fiat Anciennes Suisse mit Unterstützung von Prestige Car Romand, in deren Räumlichkeiten die Autos gezeigt werden konnten. Silvio Cibien sowie seine Mitstreiter Laurent Missbauer und Giovannis Sohn Edgardo Michelotti, der heute das Michelotti-Archiv führt, haben es nicht nur geschafft, eine interessante Auswahl von Fahrzeugen in Aigle zusammenzuführen, sondern sie entwickelten auch grosse Stellwände, auf denen die Arbeit des Designers und Karosseriebauers eindrücklich illustriert war. Alleine diese Bilder waren einen Besuch in Aigle schon wert, das darin zusammengestellte Wissen wurde aber auch in der Ausstellungsbroschüre publiziert,  von der sicherlich weiterhin noch Exemplare verfügbar sein dürften.

Bild Michelotti-Kleid für den Bugatti 57 SC - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Michelotti-Kleid für den Bugatti 57 SC - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Man konnte auf den Stellwänden zum Beispiel die Entstehung eines von Bugatti bestellten Coupés des Typs 57 verfolgen, von dem sogar eine 1:1-Planabbildung zu sehen war, auf der wie üblich Front- und Heckansicht, aber auch der Seitenriss und die Aufsicht in einer Zeichnung kombiniert wurden.

Bild Michelottis Ferrari-Entwürfe - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Michelottis Ferrari-Entwürfe - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Auf den Bildern konnte man auch lernen, dass Michelotti eine ganze Reihe von Ferrari-Sportwagen gestaltet hatte, aber auch für japanische und amerikanische Firmen arbeitete. Bezüglich Serienauswirkungen war sicherlich seine Arbeit für BMW und Triumph sowie DAF am prägendsten. Auch dies war auf verschiedenen Plakaten dokumentiert.

Bild MG TD Coupé Vignale (1953) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
MG TD Coupé Vignale (1953) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”

Für mehr Hintergrundinformationen zum Leben und Werk von Giovanni Michelotti empfehlen wir das zwischengas-Porträt “Giovanni Michelotti – der Workaholic unter den Blechschneidern” . Für mehr Eindrücke von der Ausstellung lohnt sich ein Blick in die umfangreiche Bildergalerie zu diesem Artikel.

Bilder zu diesem Artikel

Einmal Spezialkarosserie (Alfa Romeo Giuliett), zweimal Serienautos - alle von Michelotti - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Von den rund 1200 Autos, die Michelotti gestaltete, waren das Gros Einzelstücke - Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
Alfa Romeo Giulietta Conrero "Goccia" (1961) - in der Ausstellung "Genie e Elégance – L’Automobile par Giovanni Michelotti”
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