Ein Buch über eine Grösse wie Jim Clark ist immer spannend, auch wenn es bereits das Siebzehnte im Bücherregal ist. Unglaublich, wie sich immer wieder neue, bisher noch nicht weit verbreitete Bilder finden lassen.
Trotzdem ist es eigentlich logisch, dass es von einem Clark weltweit ein paar Bilder mehr gibt als von dem kleinen Schweizer aus dem Tessin, namens Silvio Moser. Glaubt man zumindest, aber stimmt das auch?
Vergleicht man die beiden neuen Bücher zu Jim Clark und Silvio Moser scheint das nicht der Fall zu sein.
Umfangreiches Werk
Auch mit der relativ kurzen und mit vielen Hindernissen bespickten Karriere Mosers kann man 291 Buch-Seiten füllen. Diese sind auch keineswegs langweilig, ganz im Gegenteil ist es absolut unglaublich, was Aldo Pessina und seine Freunde an Material zusammengetragen haben.
An Hintergrundsinformation fehlt es dem Buch schon gar nicht. Selbst Streckenlayouts vergangener Kurse fanden den Weg ins Buch. Leider wird durch die vielen Einschübe und Zusatzinformationen das Layout manchmal etwas chaotisch.
Komplette Rennübersicht
Jedes der 218 Rennen, das der kleingewachsene Tessiner bestritt, wird im Buch aufgeführt. Egal ob um einen Slalom in Agno (CH) mit einem Mini Cooper S oder dem GP Monaco im Brabham-Repco geht, Bilder gibt es von allem.
Die vielleicht interessantesten Seiten (S. 206-210) aber zeigen drei Urlaubstage im Hotel Letitia anlässlich der Temporada 1971. Hier hauste die "Equipo Suizo" mit Siffert, Pescarolo, Paul Blancplain und Silvio Moser. Privataufnahmen zeigen Siffert und Moser am Strand von Kolumbien, beim Besuch eines Indio-Dorfes, sowie in der Holzklasse (besser Frachtraum) einer DC3. Bilder, die man dringend als Kulturgut erhalten muss.
Der Eigenbau
Das Bellasi-Projekt, eines nicht wirklich erfolgreichen F1-Eigenbau`s von Silvio Moser aus den Jahren 1969/70, wird natürlich ebenso erläutert wie seine Teilnahme im Film "Le Mans" von Steve McQueen.
Viele bekannte Grössen geben ihre Erinnerungen an Silvio Moser preis. So kommen unter vielen anderen Jackie Stewart, Mauro Forghieri, Karl Foitek, sowie Adriano Cimarosti zu Wort.
Abruptes Ende einer vielseitigen Karriere
Der kleine Vollblut-Rennfahrer Silvio Moser bezahlte, wie viele andere, seine Leidenschaft mit dem Leben. Beim 1000 km Rennen von Monza im Jahre 1974 verunglückt der 33-jährige in einem Lola BMW T294-71.
Entlang der Zeitachse aufgebaut
Mit Ausnahme von Vorwort, Palmares, Glossar und einem Datenteil zu den Fahrzeugen ist das Buch chronolgisch aufgebaut, bietet jeweils ein Kapitel pro Jahr. Natürlich sind die frühen Jahre ab 1960 etwas kürzer gehalten, aber alleine das Jahr 1970 umfasst 22 Seiten.
Ausschliesslich italienisch
Einen Wermutstropfen ist für manchen Interessierten sicher, dass es das Buch nur in italienischer Sprache gibt. Wer dieser Sprache nicht mächtig ist, verpasst natürlich viel hintergründliches und alle die interessanten Details der einzelnen Rennen und Fahrzeuge. Erst beim detaillierten Lesen offenbart sich der komplette Reiz dieses Buchs.
Natürlich sind alleine schon die Bilder die CHF 65 / Euro 56 wert. Aber wer auch den Text geniessen kann, für den ist dieses Buch ein absolutes Muss.
Bibliografische Angaben
- Titel: Silvio Moser, Pilota indipendente
- Autoren: Aldo Pessina mit Freunden Silvio Mosers
- Sprache: Italienisch
- Verlag: Fontanaeditizoni, Fontana Print SA
- Umfang: Rund 300 Seiten
- Format: Gebunden, 22 x 28 cm, viele Bilder
- ISBN: 978-88-8191-393-0
- Preis: CHF 65 oder Euro 56
- Kaufen/bestellen: Beim Verlag oder im einschlägigen Buchhandel







































Kommentare