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  • Der letzte Auto Union Sportwagen - der Vollendete (Buchbesprechung)

    Erstellt am 15. Juni 2020
    Text:
    Holger Merten
    Fotos:
    Mironde (Repro Holger Merten) 
    (13)
    Mironde 
    (1)
     
    14 Fotogalerie

    Kann aus einer Entwurfszeichnung ein fahrbereites Auto entstehen? Kann eine Idee eines längst geschlossenen Automobilwerks doch noch auf die Strasse rollen?  Erst recht, wenn zwischen der Fertigstellung der Zeichnung und dem ersten Roll-Out 80 Jahre liegen? Was sich anhört wie ein Märchen, hat Frieder Bach, ein ausgewiesener Kenner der DKW- und Auto-Union-Geschichte Wirklichkeit werden lassen.

    Bei Recherchen zur Ausstellung zum DKW F9, der erst nach dem 2.- Weltkrieg in Ost und West in Serie ging, stiess Autor Frieder Bach auf eine bislang unbekannte Skizze - Buch "Der letzte Auto Union Sportwagen aus Chemnitz"
    © Copyright / Fotograf: Mironde (Repro Holger Merten)

    Er hat aus der Entwurfsskizze für einen Auto Union Sportwagen auf DKW F 9 Basis aus dem Jahr 1940 für die geplante Fernfahrt Berlin-Rom innerhalb von 24 Monaten ein fahrfertiges Fahrzeug gebaut.

    Im Mai 2020 wurde das Auto im Sächsischen Industriemuseum - just 80 Jahre nach  Freigabe der Zeichnung - covid-19-bedingt eingeschränkt aber feierlich vorgestellt. Im Rahmen der Feierlichkeiten fand auch die Premiere eines kleinen aber feinen Buches zur Geschichte des Fahrzeugs, das Bach neben demFahrzeug ebenfalls pünktlich fertig gestellt hatte, statt.

    Eine Skizze wird Auto

    Der Autor nimmt den Leser mit auf die Entdeckungsreise: aus dem zufälligen Archivfund besagter Skizze im Rahmen einer Recherche zum DKW F 9 der sächsischen Auto Union wird ein reales Fahrzeug. Die Grobskizze eines Langstrecken Sportwagens wohl für die mehrmals abgesagte Berlin-Rom-Fahrt regte den Autor zum Bau an. In seinem Buch wird der Leser Zeuge wie das verwegene Projekt Schritt für Schritt Wirklichkeit wird. Für den einmaligen Vorgang musste Bach sein gesamtes Wissen der Fahrzeuggeschichte der Auto Union aufwenden, um das Projekt zu Ende zu führen. Respekt vor diesem Projekt und der Tatsache, dass nebenbei das Buchprojekt ebenfalls fertig gestellt wurde.

    Motorsport: Marketing der Auto Union

    Nicht ohne stolz verkündete die sächsische Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz in den 30er Jahren, die am Motorsport am meisten beteiligte Unternehmen der Welt zu sein. Die Sachsen hatten den Mund nicht zu voll genommen. Um das 1932 aus den sächsischen Automobilherstellern Audi, DKW, Horch und Wanderer neu entstandene Unternehmen möglichst schnell bekannt zu machen, setzte man auf die erfolgreiche Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen im Motorrad- und Grand-Prix-Sport, bei Bergrennen, Zuverlässigkeitsfahrten und Langstreckenrennen für Sportwagen. „Siege auf vier Kontinenten“ konnte das Unternehmen in allen Klassen und auf zahllosen Pisten nach wenigen Jahren konsequenter Motorsportarbeit mitte der 30er Jahre verkünden. Es gab  wenige Motorsportereignisse, an denen die Vier Ringe nicht vertreten waren. Auf Anhieb fallen einem bei den professionellen Events zunächst mal die 24 Stunden von Le Mans ein.

    Von Sieg zu Sieg

    Die Auto Union schloss mit diesem umfangreichen Motorsportengagement an die Tradition der Einzelmarken an, die sich zuvor bei Rallyes und Rennen bereits motorsportliche Lorbeeren geholt hatten. Allerdings förderte die sächsische Neugründung den Einsatz konsequent, baute eine Grand-Prix-Rennabteilung im Werk Horch auf. Etablierte eine Sportwagenrennabteilung in Chemnitz nahe der Hauptverwaltung und forcierte in Zschopau die Entwicklungs- und Einsatzmöglichkeiten der DKW-Motorradrennabteilung. Zur 2000 km Deutschlandfahrt war sie mit allen vier Marken und speziellen Sonderkarosserien vom Karosseriebauer Hornig in Meerane bereits 1933 erfolgreich unterwegs.

    1934 trat sie mit der berühmten Porsche Konstruktion bei den europäischen Grand-Prix an. Sicherte sich mit Rosemeyer den Europameistertitel und war mit diesem Silberpfeilen und den Starfahrern Hans Stuck, Bernd Rosemeyer und Tazio Nuvolari zwischen 1934 und 1939 sowohl in der 750 kg als auch in der 3-Liter Formel auf drei Kontinenten höchst erfolgreich. Neben der GP-Europameisterschaft war der Auto Union Rennwagen mehrmals Deutscher Strassenmeister und dank seiner konstruktiven Auslegung mit Mittelmotor auch bei Bergrennen fast unschlagbar. Nur zweimal wurde die Auto Union bis zum Gipfel geschlagen. Beim ersten Einsatz 1934 am Klausenpass und beim letzten Antritt am Grossglockner im Jahr 1939. Dazwischen folgte auf jeden Start auch ein Sieg am Gipfel. Die Leistungsfähigkeit bei Bergrennen war so dominant, dass Mercedes-Benz mehrere Jahre nicht an Bergrennen teilnahm.

    Entwicklung - Buch "Der letzte Auto Union Sportwagen aus Chemnitz"
    © Copyright / Fotograf: Mironde (Repro Holger Merten)

    Doch auch bei Langstreckenrenen wie der berühmten „Liège-Rome-Liège“ konnte die Auto Union mit Spezialkonstruktionen erfolgreich überzeugen und 1939 den Mannschaftspreis einfahren. Bei den Alpenfahrten und den zahllosen Zuverlässigkeitsfahrten der 30er Jahre stand die Auto Union mit ihren Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer stets auf dem Podest. Die Siege bei den Motorradrennen kann man hier nicht mal ansatzweise zusammen fassen. Sicher herausragend, der Sieg bei der Tourist Trophy 1938 mit Ewald Kluge in der 250 ccm Klasse.

    Sportwagen von DKW?

    In dieser Tradition mag sich auch das Sportwagenprojekt der Auto Union auf DKW-Fahrgestell befunden haben. Die Auto Union hatte als einziges Automobilunternehmen  mit einem Gegenentwurf zum KdF-Wagen geantwortet und seit 1936 den DKW F9 entwickelt, der 1940 in Serie gehen sollte. Der Beginn des Krieges vereitelte sowohl den Produktionsstart des F9 als auch die geplante Fernfahrt Berlin-Rom, die propagandamässig möglichst schnell auf den neuen Autobahnen im Deutschen Reich und in Italien ausgetragen werden sollten. Die Auto Union wäre hier an den Start gegangen. Hatte bereits Stromliniencoupés für Audi, DKW und Wanderer fertig und auch der Horch 930 S (Stromlinie) war bei Testfahrten schon mit 187 km/h Vmax gestoppt worden.

    Für den DKW F9 mit offener Sportwagenkarosserie hätte eine Teilnahme zur Markteinführung des geplanten DKW F9 sicher gut zu Gesicht gestanden, insbesondere weil die bereits fertigen DKW-Sport-Coupés nicht über den 3-Zylindermotor verfügten.

    Vom Fund zum Auto

    Vor wenigen Jahren hatte Frieder Bach regen Anteil an der Ausstellung zum DKW F9. Bei der Recherche zum Fahrzeug fiel ihm die Skizze des Sportwagens in die Hände und der Wunsch, das Fahrzeug zu realisieren liess ihn nicht mehr los. Kurzes Fazit nach Begutachtung der Skizze: die Beschaffung der Technik war der kleinste Aufwand, der Karosseriebau für die Aluminiumaussenhaut die grösste Herausforderung: privat finanziell kaum zu realisieren.

    Moderne Technologie im Einsatz - Buch "Der letzte Auto Union Sportwagen aus Chemnitz"
    © Copyright / Fotograf: Mironde (Repro Holger Merten)

    Doch der Zufall wollte es, dass Bach beiläufig einen Mitarbeiter des Chemnitzer Frauenhofer Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik kennenlernte. Dies suchte ein Referenzprojekt für eine neu entwickelte Umformtechnik. Und hatte sie mit dem Auto Union Sportwagen auch gefunden. Frieder Bach und sein Sohn Thorsten sowie die Verantwortlichen des Frauenhofer Institutes machten aus der herkömmlichen Zeichnung eine Computerdarstellung, aus welcher dann ein Programm zur Herstellung der Blechteile wurde.

    Und am Ende stand da die fertige Karosserie aus der ein neuer Wagen hergestellt werden konnte. Die hier verkürzt wieder gegebene Geschichte zog sich über zwei und mehr Jahre dahin. Und kann auf über 110 reich bebilderten Seiten verfolgt werden.

    Inkrementelle Blechverarbeitung - Buch "Der letzte Auto Union Sportwagen aus Chemnitz"
    © Copyright / Fotograf: Mironde (Repro Holger Merten)

    Der Leser taucht ein in die Motorsportgeschichte von DKW, der Auto Union und den Vorläufern des Sportwagens. Im zweiten Teil des Buches wird er Zeuge des Entstehungsprozesses des Fahrzeugs. Eine sehr persönliche und damit feine Dokumentation.

    Am Ende ein neues Auto und ein neues Buch

    Der Mironde Verlag aus dem sächsischen Niederfrohna gibt Bücher zur Lokal- und Kulturgeschichte der Region um Chemnitz heraus. Dazu zählt auch die Reihe „Fahrzeugspuren“. Hier finden sich Bücher, die neben dem Mainstream entstehen, mit packender Geschichte, in denen abenteuerliche Entwicklungen enthalten sind und die bei unseren Buchbesprechungen einen Platz neben den Bestsellern finden sollen. Die Vorstellung des Auto Union Sportwagens stiess besonders in Sachsen auf eine breite und stolze Resonanz in TV und Presse.

    Geschafft! - Buch "Der letzte Auto Union Sportwagen aus Chemnitz"
    © Copyright / Fotograf: Mironde (Repro Holger Merten)

    Umso erfreulicher, dass auch dieses Buch zur Geschichte und Entstehung des Fahrzeugs erschienen ist, und diese einem breiten Interessentenkreis zugänglich zu machen. Der Leser erhält eine Fülle nie zuvor veröffentlichter Informationen zur Motorsportgeschichte der Auto Union im Einzelnen als auch im Ganzen: Insbesondere zu den bislang immer noch unbearbeiteten Langstreckenengagements der Auto Union werden hier wieder einige Lücken geschlossen. Hinzu kommt die mitreissende Bericht über die Entstehung eines Autos, das durch die zeithistorischen Umstände nur noch in einer Entwurfsskizze die Zufälle und Unwägbarkeiten der Zeit überlebt hat. Eine Skizze, die das Glück hatte, von jemanden gefunden zu werden, der daraus nach 80 Jahren ein Auto entstehen liess. Das Auto ist unverkäuflich, das Buch gibt es zum Preis von EUR 14,50 und viel Lesespass bis zur Vollendung des Projekts obendrein.

    Bibliografische Angaben

    • Titel: Der letzte Auto Union Sportwagen aus Chemnitz
    • Autor: Frieder Bach
    • Sprache: Deutsch
    • Verlag: Mironde
    • Auflage: 1. Auflage 2020
    • Format:  230 x 220 x 15 mm, broschiert
    • Umfang: 110 Seiten, zahlreiche Fotos, Tabellen  und Abbildungen
    • ISBN: 978-3-960-63030-2
    • Preis: EUR 14,50
    • Kaufen/bestellen: Online bei amazon.de , online beim Verlage Mironde oder in der guten Buchhandlung

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