Mazda 787B - Der Wankelsieger von Le Mans 1991

Erstellt am 9. Juni 2011
, Leselänge 3min
Text:
Balz Schreier
Fotos:
Daniel Reinhard 
6
Mazda 
11

Der Mazda 787B wurde 1990 von der japanischen Firma Mazdaspeed als Sportwagen-Prototyp entwickelt und mit einem 4-Rotoren-Wankelmotor ausgerüstet. Das Gewicht des Wagens betrug 830 kg. Der Wankelmotor trug die Bezeichnung 26B, hatte spezielle Dichtleisten aus Siliciumnitrid und lieferte eine Leistung von über 515 kW (700 PS) bei 9.000 U/min aus 2,6 Liter Kammervolumen.

Bekannt wurde der 787B mit dem überraschenden Sieg in Le Mans 1991, den bis zu zwei Meter langen Flammen aus dem Auspuff und dem speziellen Motorensound, der bei hohen Tourenzahlen (bis zu 11000 U/min) einem hellen Kreischen glich (hören Sie dazu die Tonaufnahmen links).

Le Mans 1991

Seit 1981 fuhren die Sport-Prototypen der Gruppe C beim 24 Stunden Rennen von Le Mans: Autos ohne Hubraumlimit und mit über 800 PS. Für 1991 kamen allerdings neue Fahrzeuge mit teurer Formel-1-Technik dazu. Jaguar, Mercedes-Benz und Peugeot hatten solche Autos am Start (3,5-Liter-Motor, Mindestgewicht 750 kg). Sie hatten damals einen Gewichtsvorteil von bis zu 250 kg gegenüber den Werksautos nach dem „alten“ Gruppe-C-Reglement: Zu den letzteren gehörten nebst ein paar privaten Porsche auch die drei Mazda 787B, welche durch Le-Mans-Legende Jacky Ickx betreut wurden.

Doch nach sieben Stunden waren die leichten Boliden mit F1-Technik allesamt ausgeschieden.  

Die große Überraschung des Wochenendes hiess dann sofort Mazda. Die 787B etablierten sich mühelos in den Top 10. Zunächst führte Mercedes, doch nur bis zum Motorschaden des „Silberpfeiles“. Auch Jaguar konnte nicht mithalten. Am Sonntag, um 13:03 Uhr übernahm Volker Weidler mit dem knallig orange-grünen Mazda 787B Nummer #55 die Führung. Ausser einem defekten Scheinwerfer gab es am 787B keine technischen Probleme. Johnny Herbert war für die letzten beiden Stunden im Cockpit, er verpasste vor lauter Erschöpfung die Siegerehrung.

Das Siegerfahrzeug mit den Fahrern Volker Weidler, Johnny Herbert und Bertrand Gachot legten eine Strecke von 4922,81 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 205,333 km/h zurück.

Mit den Plätzen 1, 6 und 8 brachte Mazda alle drei Autos in den Top 10 ins Ziel.

Mazda nach 1991

Es war der bisher einzige Le-Mans-Gesamtsieg eines japanischen Autos sowie der einzige Erfolg eines mit Rotationskolbenmotor angetriebenen Wagens bei diesem Rennen und hat damit historischen Wert, wurde aber von Mazda nie nennenswert zur Image-Verbesserung der Marke oder des Motorkonzeptes genutzt. Vorläufer des 787B waren ab 1983 verschiedene Typen, beginnend beim 717C (als Nachfolger der bisherigen Mazda RX-7-Rennversionen); alle mit Wankelmotoren und Einsätzen in Le Mans, teilweise auch mit Klassensiegen.

Nachdem die FIA das Reglement für 1992 dahingehend änderte, dass Fahrzeuge mit Kreiskolbenmotor wie der Mazda 787B nicht mehr in dieser Motorsportklasse starten durften, stellte Mazda die Entwicklung ein und kaufte bei TWR die 1991er Jaguar XJR-14-Chassis, die leicht modifiziert wurden und als Gruppe-C-Sportwagen von nun an Mazda MXR-01 hießen. Damit nahm Mazda ein Jahr lang wenig erfolgreich an der Sportwagen-WM teil, bevor man sich Ende 1992 offiziell aus dem Prototypen-Motorsport zurückzog.

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Technische Daten

  • Chassis: Monocoque aus Kevlar und Kompositmateralien
  • Fahrwerk: Hinten und vorne doppelte Querlenker und (innenliegende) Billstein Dämpfer
  • Radstand: 2662 mm
  • Spurbreite: 1534/1504 mm
  • Motor: Mazda R26B 2616 cm3 mit 4 Rotoren, Leistung 515 kW (700 PS) bei 9.000 U/min, Drehmoment: 607 Nm bei 6500 U/min
  • Getriebe: Mazda/Porsche Fünfganggetriebe
  • Gewicht: 830 kg
  • Kraftstoff: Idemitsu
  • Reifen: Dunlop 300-640x18/355-710x18
  • Felgen: Volk Racing Magnesium Alufelgen (17 in x 12 vorne und 17 in x 14.75 hinten)
  • Bremsen: Carbon Industries 360 mm Carbon-Scheiben und Brembo Stahlbremskörper
  • Link zur eigentlichen Seite der technischen Daten

 

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