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ZG Archiv AMS 2019
Bild (1/1): Charlie Lamm an der DTM 2012 in Hockenheim (© Daniel Reinhard, 2012)
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    Du, Charlie, … du warst der Beste! – Nachruf Charlie Lamm

    16. März 2019
    Text:
    Dieter Stappert, Daniel Reinhard
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (18)
     
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    Am 24. Januar 2019 erlag Charlie Lamm im Alter von nur 63 Jahren einer kurzen aber folgenschweren Krankheit. Sein Tod löste weltweit eine riesige Welle an Betroffenheit aus. Nur wenige Menschen können eine derartige Reaktion auslösen. Jede Motorsportzeitung, egal ob im Print oder online, widmete dem Mann, der dem Team Schnitzer das Gesicht gab, ganze Seiten.

    Lange Überlegungen waren nötig, um einen würdigen Nachruf dieses Racers zu finden. Schlussendlich fand sich ein Artikel geschrieben von Dieter Stappert (13. Oktober 1942 bis 17. Oktober 2008), der nicht treffender sein könnte. Mit der freundlichen Zustimmung der österreichischen ”Auto-Revue" ist es uns erlaubt, Stapperts Eindrücke aus der Auto-Revue 9/1985 zu übernehmen und anhand eines einzigen Rennens einen Einblick in das Leben von Charlie Lamm zu geben:

    Du, Charlie

    Wir haben immer geglaubt, zum Gewinnen gehören ein kräftiges Automobil und schneidige Fahrer. Dieter Stappert sagt uns, wer wirklich hinter den Siegen steht.

    Spa-Francorchamps, 28. Juli 1985, 15:30 Uhr

    Zum x-ten Mal schau ich auf die Uhr und denk', sie ist stehengeblieben. Seit 19 Uhr am vergangenen Abend liegt das Schnitzer-Coupé mit Berger/Ravaglia/Surer in Führung, seit heute morgen sind Cecotto/Oestreich/Quester Zweite, der Volvo liegt neun Runden zurück. Und die Zeit vergeht nicht. Eine Stunde später schau ich wieder auf die Uhr. Es ist 15:32 Uhr Scheisse.

    BMW 635 CSi (1985) - Der siegreiche Schnitzer-BMW am 24-Stunden-Rennen von Spa 1985
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Am Samstag um fünf hat alles angefangen, und jetzt fragt sich jeder, wie wir die letzten eineinhalb Stunden überstehen werden. Plötzlich kommt die sonore Stimme vom Charlie durch das Dröhnen vorbeitröpfelnder Autos (nach fast 23 Stunden fahren halt doch nicht mehr soviel….), und das herzerfrischende Bayrisch überhört keiner: "Alsdann, san alle da, Briefing!" Briefing ist nämlich ein typisch bayrisches Wort - zumindest bei den Schnitzers aus Freilassung. Was anschliessend kommt, lässt die letzte Stunde im Nu verfliegen, aber davon später.

    Die meisten von ihnen werden den Charlie Schnitzer nicht kennen, und das ist eigentlich schade. Eigentlich heisst er Karl Lamm, aber nachdem zwischen Silverstone und Selangor bzw. Salzburgring und Macao alle Charlie zu ihm sagen, würd’ich vorschlagen, wir bleiben dabei. Wenn sein Bruder Herbert die Seele dieser Mannschaft ist, dann ist der Charlie das Herz und das Hirn. Auf der Basis, die der Herbert aufbereitet, dirigiert der Charlie die beste Truppe, die es im Tourenwagensport gibt. Manchmal erwecken sie den Anschein eines wilden Haufens, aber ich mein’das im guten Sinne. Jeder, der zuschaut, realisiert, dass hier Motorsport mit Herz betrieben wird. Und bei allem Enthusiasmus ist die klare Linie immer erkennbar. Was die anderen in 40 Sekunden machen, schaffen wir in 30.

    Manchmal gehts auch noch schneller, und bewirken tut das der Charlie. Eines seiner Markenzeichen ist sein "habidehre", dessen Bedeutungsvielfalt weit über das hochdeutsche "Habe die Ehre" hinausgeht. Denn Charlies "habidehre" gilt für alles, ob er jetzt einen belgischen Kommissar beschwichtigt, den Fornage begrüsst, der ein linkes Federbein braucht (der Fornage, das ist jenes Team, von dem der Rudi Gmeiner immer sagt, sie hätten nur einen Hammer, eine Zange und eine Kiste Rouge auf dem Lkw), oder ob er die Tatsache kommentiert, dass der Dieter Quester einen Golf in ein fahrendes Parallelogramm verwandelt hat und mit einem Reifenschaden zehn Runden früher als vorgesehen zum Boxenstop reinkommt.

    Charlie verbindet den Charme eines Wiener Kaffeehausobers mit der Schlitzohrigkeit eines Colin Chapman. Das ganze, gemischt mit klarer Zielstrebigkeit und Durchblick und multipliziert mit dem Faktor "Bayern", Marke Freilassing, ergibt einen Typen, nach dem sich einige Formel-1-Teams die Finger lecken würden.

    Weil Charlie die Aura des "alles ist möglich" vor sich herschiebt, reduziert sich die Lösung aller Probleme bei den Schnitzers auf den Ausruf: ”Du, Charlie…”. Dann braucht entweder der Dieter Quester noch drei Karten, der Berger einen zweiten Satz Qualifiers, der Ravaglia seinen Zimmerschlüssel oder der Stappert den Zeitplan, aber alles ist möglich, weil Charlie hat alles im Griff.

    Auch am Sonntag Nachmittag um halb vier, als Berger das Auto an Ravaglia übergibt und sagt: "Du, Charlie, hinten riecht’s." Es kann auch sein, dass er ”stinkt's" gesagt hat, aber nach 23 Stunden sind wir nimmer so furchtbar fein.

    Der Heckdeckel geht hoch, beim Tank ist alles dicht, Ravaglia geht in den letzten Turn, und in der Box beginnt die Kriegsberatung. Was mach ma? Wir haben zwar neun Runden Vorsprung auf den Volvo, aber "nur" vier auf Quester & Co., die zwar auch einen Schnitzer-BMW fahren, aber da gibt’s ein ganz gesundes Konkurrenzdenken: "Die sind jetzt die ganze Zeit vorne g’fahrn", sagt der Charlie, "und die dürf’ma jetzt nit opfern." Der Klinger Franzi, der seit Uhrzeiten zu den Schnitzers gehört wie der Punkt zum i, meint: "Vielleicht hat die Antriebswelln was, das Fett rinnt aus, und des is des, was der Gerhard g’rochn hat." "Alsdann", sagt Charlie, "dann hol ma ihn eine, checken, alles vorbereiten zum Wechseln, und wenn’s notwendig ist, dann tausch ma sie aus."

    Charlie Lamm in Jeans und Turnschuhen während dem Pitstopp! BMW 635 CSi (1985) - Schnitzer am 24-Stunden-Rennen von Spa 1985
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard
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    Alsdann.

    Irgendwie ist es schad, dass man das "briefing", wie’s so schön auf bayrisch heisst, nicht überliefern kann. Im Chinesischen, wo sie angeblich 5000 Schriftzeichen haben, würd’s vielleicht gehen, aber wir mit unseren armseligen 26 sind natürlich, auch bei Berücksichtigung "österreichischer" Feinheiten, in der Beziehung arme Hund.

    Die Art und Weise, wie der Charlie seine Leut vergattert, ist für jeden, der ein bisserl ein G’fühl für einen lockeren Schmäh hat, absolut kabarettreif. Nur lacht da keiner, weil alle sind todernst: "Their Masters voice" erklärt in gepflegtem, klarem Bayrisch, wo der Teppich hinkommt, das Werkzeug, wer wo was wann und warum angreift, dann kriegt der Ravaglia "Box", kommt rein, Auto hinten hoch, "wechseln" schreit einer, die Pressluftschrauber rattern los, und während sich der Marc Surer anschnallt, läuft der Gerd Englert, unsere gute Seele von Pirelli, wie ein Tiger um das Auto und weiss nicht, ob er sich für Regenreifen oder Slicks entscheiden soll.

    Seit einer Viertelstunde nieselt's nämlich schon, typisch Ardennen, zu trocken für Regenreifen, aber kriminell mit Slicks. Aber dann werden die Wolken immer schwärzer (mein Deutschprofessor würd' sich im Grab umdrehen, aber er war halt nie beim 24-Stunden-Rennen in Spa, denn dort werden die Wolken wirklich schwärzer), das Nieseln wird zum Regen, der Englert schreit "Regenreifen", und die "nassen" Pirellis, die natürlich schon längst neben den Slicks stehen (Du, Charlie…), kommen rauf. Wie immer reisst der Mahler Klaus als Erster den Arm hoch, um dem Charlie zu zeigen "hinten links samma fertig", weil dem Klaus fehlen zwar an einer Hand ein paar Fingerspitzen, aber das hindert ihn keineswegs, "sein" Radl in einer Zeit zu wechseln, von der sie beim Rover oder Volvo nur träumen. Es hindert ihn auch nicht, den Schnitzer-Lkw im Rekordtempo durch die Lande zu chauffieren, obwohl er meistens den längsten Weg hat.

    Nur am Salzburgring hat er's nicht so weit. Aber dafür ist er als Erster da.

    Zwischendurch versuchen die belgischen Kommissare verzweifelt festzustellen, wieviele Schnitzers am Auto arbeiten. Vier Mechaniker plus die beiden Tanker sind erlaubt. Ich hab'mir nie die Mühe gemacht, da aufzupassen, aber eines ist mir klar: So schnell, wie ein Freilassinger Bayer (es kann auch sein, dass er vom Waginger See ist) die Hände vom Auto hat, so schnell kann ein belgischer Kommissar gar nicht schauen.

    Charlie Lamm mit T-Shirt und kurzer Hose in Action - BMW 635 CSi (1985) - Schnitzer am 24-Stunden-Rennen von Spa 1985
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Ausserdem wechseln sich die Kommissare ab. Jede zweite Stunde sind Engländer an der Reihe, Super-Typen vom "British Motor Racing Marshals Club", und ausgerechnet uns haben's eine "Marshallin" zugeteilt. Und die hat der Charlie natürlich auch völlig im Griff.

    Nach 3:40 geht Surer wieder auf die Reise, beginnt die letzte Stunde im Wolkenbruch, denn jetzt giesst's, was nur runterkommt.

    PR-Mann Tabouroux von BMW Belgien sagt mir ins linke Ohr, dass er 15 Flaschen Champagner im Motorhome hat kaltstellen lassen, und die Andrea, die Tochter von Willy Dungl, die uns mit Müsli, Massagen und Tee über die Nacht gebracht hat, die realisiert jetzt auch schön langsam, dass sie in 20 Minuten den Tee wird wegschütten können.

    PanoramaCenter2019

    Die Euphorie ist fast nicht mehr zu kontrollieren.

    Ich war unhöflich wie ein Pariser Taxifahrer zu allen Leuten, die mir seit Stunden zwischen "well done" und "felicitations" alles mögliche zugeflüstert haben, nur nix verschrei'n, aber irgendwann einmal ist es zehn vor fünf, fünf vor fünf, drei vor fünf, "Dieter, soll ma's jetzt anhalten lassen vor dem Ziel und warten, bis die Flagg'n fällt", sagt der Charlie, "nein", sag ich, "lass uns jetzt keine Kunststückln machen, lass uns das Rennen mit Fahren fertigfahren und nicht mit Stehenbleiben."

    Also noch eine Runde, und dann ist's fünf, Surer und Markus Oestreich fahren im Fotofinish über die Linie, der blöde Toyota, der uns die letzten Runden verfolgt hat, den haben's auch verscheucht, so dass er uns nicht das Zielfoto verderben kann, die Sonne, die mittlerweile rausgekommen ist, scheint von hinten durch die Gischt, und ich denk mir, Menschenskind, wenn jetzt ein Team vom ORF da wär, was würd das für Bilder geben.

    Die Flagge fällt, und es brechen alle Dämme.

    Es gibt viele schöne Dinge im Leben, und etwas vom Schönsten ist, ein 24-Stunden-Rennen fertig zu fahren. Aber ein 24-Stunden-Rennen gewinnen, das ist der absolute Überhammer. Der Quastl trinkt ein Glas Champagner ex und danach fast eine Mass Bier, alle haben den Schampus im Kragen, über die Haar, unterm Hemd, ein paar Tropfen auch im Mund, der Charlie legt sich mit seinen Leuten in den Armen, der erste Sieg für Schnitzer in Spa, und gleich ein Doppelsieg, das ist einfach das Grösste.

    Wenn du siehst, wie sich alle freuen, merkst du richtig, was das für eine liebenswerte Truppe ist, der Wolfgang, der Hasei und die zwei Anderl, der Harry und die zwei Roland, der Johnny, der Dieter und der Stefan.

    Die Susie, die 13jährige Tochter vom Josef Schnitzer, hat genauso ein paar Tränen in den Augen wie der Herbert, der über 24 Stunden oben auf seinem Hochsitz gesessen ist und die  Zeitnahme überwacht hat und dem wir, wie ich mir irgendwann einmal in der Nacht gedacht hab, eigentlich die "Goldene Blase" verleihen sollten. Manche schimmern feucht nicht nur vom Champagner, und ich steh auch bis zum Nasenrücken im Wasser. Wenn die ganze Spannung abfällt, in der ersten halben Stunde danach, da sind die Emotionen nicht mehr zu beherrschen.

    "Marc", schreit der Berger dem Surer ins Life-Interview fürs Radio hinein, "hättest du dir im Jänner noch denkt, dass wir zwei noch einmal im gleichen BMW sitzen werden und Spa gewinnen?" Ich erinnere mich an die ganzen Anfeindungen und Verleumdungen, die's im Winter gegeben hat, und der Surer strahlt die für ihn typische Ruhe aus, die gleiche Ruhe, die es ihm ermöglicht hat, Samstag Nacht im Stockfinstern in das Coupé einzusteigen und bei Nieseln mit Slicks optimale Runden zu fahren, obwohl er drei Stunden vorher in Zandvoort beim Formel-1-Test noch mit 850 PS und 540 Kilo unterwegs war. "Damals warst mein Todfeind", sagt er jetzt grinsend, und man sieht seinem Gesichtsausdruck an, dass jetzt alles anders ist.

    "Des hamma braucht", sagt der Berger im schönsten Unter-Inntalerisch, und ein anderer meint, "das hat ja müssen so kommen, denn wir haben nicht nur das beste Team und die besten Autos, sondern die feschesten Hasen hamma auch in der Box g'habt."

    Und die besten Fahrer, mein ich, denn Marc und Gerhard, Roberto und Johnny, Markus und Dieter haben sich den Schnitzers optimal angepasst.

    Später, als wir alle schon so weit sind, dass wir den Champagner auch warm trinken, reckt sich der Charlie auf einer Liege in der Box, schaut in grüne Augen und sagt "Dieter, ich weiss, wir müss ma unbedingt zur Siegerehrung, aber im Moment muss i mi a bissl relaxn."

    Irgendwann einmal im Dezember, meistens um die Zeit, wenn die BMW-Sportpokal-Ehrung ist, wird der Charlie mit seinem Annerl irgendwo zwischen den Malediven und Philippinen versickern, aber sicher, braungebrannt und tatendurstig, rechtzeitig wieder da sein, wenn der Roberto Ravaglia beim ersten Test in den Truck kommt und schreit: "Du, Charlie……"

    Charlie Lamm an der DTM 2012
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Dazu noch ein paar Erinnerungen damaliger Zeitzeugen

    Gerhard Bergers Erinnerungen:
    "Ich kam viel zu spät zum Rennen nach Spa, da ich noch in Zandvoort meine ersten F1-Tests gefahren habe. Das Rennen war bereits in vollem Gange als ich ankam. Ich dachte auch nicht, dass es zu einem der wichtigsten Rennen meiner Karriere werden könnte. Ein 24h-Rennen zu gewinnen ist immer etwas ganz Besonderes. Wir waren das perfekte Team, alle drei Fahrer gleich schnell und das Team Schnitzer bot uns eine perfekte Leistung auf höchstem Niveau. Für mich war Charlie der beste Tourenwagen-Spezialist und es gab weltweit auch keinen besseren Teammanager. Bei seinen unzähligen Siegen konnte er sich immer zu 110% auf seine Mannschaft verlassen. Er war strategisch perfekt und immer an der Arbeit zum nächsten Erfolg. Er war nie unsportlich und unmenschlich, davon zeugten auch all die Gratulationen der Konkurrenten nach grossen Erfolgen und jetzt auch die grenzenlose Anteilnahme an seinem plötzlichen Tod. Für mich war der Charlie der BESTE überhaupt." 

    Marc Surer erinnert sich an das Rennen und an Charlie:
    "Ich hatte gerade meinen letzten Turn gefahren und war schon umgezogen. Da kam Charlie in den Wohnwagen und sagte: Ravaglia steht an der Box und will bei diesem starken Regen nicht weiterfahren. Gerhard kann ich nicht finden, kannst du übernehmen? Gerade wechseln wir die Halbwellen an der Hinterachse, in drei Minuten geht’s weiter. In einer Minute war ich im Overall und rannte an die Box, einem Charlie konnte man einfach keinen Wunsch abschlagen."
    "Meine beste Erinnerung an dich Charlie ist und bleibt, meine Zeit als Rennleiter bei BMW. Ich hatte immer ein mulmiges Gefühl wenn ich zu dir kommen musste, weil ich genau wusste, dass da einer sitzt, der das Reglement noch genauer studiert und die Strategie noch besser durchdacht hatte. Auch wie du mit unseren teilweise schwierigen Piloten menschlich einfühlsam umgehen konntest, das war schon etwas ganz Besonderes."

    Bruno Spengler gewann seinen DTM-Titel mit dem Schnitzer-BMW M3 2012 dank des energischen Funkspruches von Charlie und erläutert dazu:
    "Beim DTM-Rennen in Valencia verhängten sie mir eine Durchfahrtsstrafe für einen Frühstart. Ich war mir keines Fehlers bewusst und begann über zwei Runden mit meinem Ingenieur zu diskutieren. Dann kam Charlie mit den energischen Worten: "Bruno jetzt rein zum drive through Penalty!" Eine Runde mehr und die hätten mich disqualifiziert und mir hätten am Ende der Saison diese paar Punkte zum Titel gefehlt. Charlie hatte die Situation sofort erkannt und wollte kein Risiko eingehen. Lieber weniger Punkte wie keine. Ich hatte so viele gute Zeiten mit Charlie und konnte so unheimlich viel von ihm lernen. Er hat für den Rennsport gelebt wie kaum ein anderer. Ich glaube er hat auch davon geträumt und war sicher 26 Stunden am Tag bestrebt nach Verbesserungen zu suchen."

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    ···
     
    Quelle:

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    mk******:
    17.03.2019 (11:43)
    Selten fällt das stumpfe Like bei FB so schwer wie bei einem Trauerfall wie Charlie. Doch die Würde der aufrechten Erinnerung ist gewahrt, die Achtung steigt beim Lesen. Vielen Dank für diesen wunderbar geflochtenen Trauerkranz. Es ist mir bis heute eine Ehre, dass Chalie mir vor mehr als drei Dutzend Jahren das Du angeboten hat.
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