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Rallye Monte Carlo 1934 - Die zarten Gesichtsfurchen der Fernande und Simone

Erstellt am 20. Januar 2011
, Leselänge 3min
Text:
Bernhard Brägger
Fotos:
Archiv 
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Frühmorgens tauchen die ersten Wagen am Quai Albert 1er auf. Scharf beobachtend hält der Korrespondent der „Automobil-Revue“ folgendes fest: „Die Insassen, die etwas müde und steif ihren Fahrzeugen entstiegen, weckten Staunen und Bewunderung. Sie waren teilweise in die absonderlichsten Gewänder gehüllt, die all dazu dienten, die Kälte fern zu halten. Die Männer trugen halbe Bärte, da sie begreiflicherweise Wichtigeres zu tun hatten, als ihre Rasierkünste zu vollbringen. Die Müdigkeit hatte den Frauen zarte Furchen in die Gesichter gegraben. Dennoch strahlen alle vor Freude über das gelungene Ende ihrer mühseligen Reise. Während der ganzen Fahrt hatten sie selbstverständlich nie ein Bett gesehen, so dass sie sich notdürftig im Wagen selbst ausruhten.“

Auch Fernande Hustinx und Simone des Forets sind unter den 144 rangierten Equipen – „mit  zarten Furchen in die Gesichter gegraben!“  Als 17. des Gesamtklassements gewinnen die beiden die Coupe des Dames und posieren etwas scheu vor der grossen Resultatwand.  Dass die Rallye, die bis jetzt leichteste ihrer Geschichte ist, beweist die kurze, bündige Bemerkung der Sieger Gas/Trévoux auf Hotchkiss AM 80S. „Wir hatten eine Reise ohne die geringsten Hindernisse. Das lässt sich schon aus unseren Mienen und dem einwandfreien Zustand des Wagens feststellen.“ Ja, dann bleibt uns nur noch ein Blick auf die Resultate und erneut die Bemerkung, dass die weiteste Anfahrt die Sieger bestimmt hat. 1934 ist es endlich Athen. Die ersten 15 des Gesamtklassements haben alle auf diese Karte gesetzt. Darunter Donald Healey (Triumph) , Jacques Bignan (Renault), Bohumil Turek (Aero) oder Sprenger van Eijk (Ford). Zweiter wurde Chauvierre auf einem Chenard-Walker.

P.S. 1934 bereits verbreiten in Deutschland die Nationalsozialisten ihre braune Propagandaflut. Da kommt ihnen die Rallye Monte Carlo gerade recht. Ein vom hellen Licht geblendeter Journalist: "Der Empfang der Fahrer in den verschiedensten Ländern war ganz ausserordentlich herzlich gewesen. Am meisten hat sich in dieser Hinsicht Deutschland hervorgetan, bei dem sich die unbestreitbare Disziplin des neuen Regimes im hellsten Lichte zeigte. Die Fahrer wurden mit der grössten Liebenswürdigkeit empfangen und es standen ihnen alle möglichen Hilfskräfte zur Verfügung!"

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