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Bild (1/4): Toyota Celica Supra 2.8i (1983) - man sieht ihm die Potenz durchaus an (© Daniel Reinhard, 2019)
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    Toyota Celica Supra 2.8i – alltagstauglicher Nippon-Granturismo

    Erstellt am 22. November 2019
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (48)
    Toyota / Werk 
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    Toyota wollte Datsun, erfolgreich mit den Modellen 240/260 Z, das Feld nicht alleine überlassen und lancierte mit dem Toyota Celica XX, im Ausland ab 1979 Celica Supra genannt.

    Toyota Celica Supra 2.8i (1983) - lange Haube, kurzes Heck - so müssen Coupés aussehen
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Erste Version nicht für Europa

    Mit dem Supra erweiterte Toyota die heckgetriebenen Celica-Baureihe der zweiten Generation. Mit verlängertem Radstand, vergrössertem Bug und längs eingebautem Reihensechzylinder wollte man genau die Z-Käufer, aber natürlich auch die Käufer von Coupés anderer Hersteller ansprechen.

    Toyota Celica Supra (1979) - die erste Ausgabe
    © Copyright / Fotograf: Toyota / Werk

    Nach Europa gelangte die erste Supra-Version, gebaut von 1978 bis 1981, offiziell nicht.

    Mehr Abstand zum Vierzylinder

    An der IAA in Frankfurt im September 1981 konnten die Europäer erstmals sehen, wie Toyota den Supra stärker vom Modell Celica (der dritten Generation) absetzte. Tatsächlich wirkte das Coupé nun deutlich eigenständiger, was vor allem an der geglätteten Front mit Klappscheinwerfern lag.

    Toyota Celica Supra (1982) - am Genfer Automobilsalon von 1982 - neue Topversion der Celica-Baureihe, mit 170 PS
    © Archiv Automobil Revue

    Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,35 war dafür gesorgt worden, dass das 170 PS starke Coupé deutlich über 200 km/h schnell war.

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    Verfeinerte Technik

    Wie schon beim Vorgänger war der Radstand gegenüber der Vierzylinder-Celica-Version verlängert worden, 11,5 cm länger war er beim Supra, die Gesamtlänge wuchs auf 466 cm. Die Breite betrug nun 168,5 cm, die Höhe 131,5 cm, also durchaus praxisorientierte Ausmasse.

    Der 2759 cm3 grosse Sechszylindermotor wies nun zwei obenliegende Nockenwellen auf und lieferte seine Höchstleistung bei 5600 Umdrehungen. Fünf Gänge sorgten für den Kraftschluss zu den Rädern.

    Toyota Celica Supra 2.8i (1983) - gut ausgefüllter Motorraum
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Vorne und hinten sorgten Einzelradaufhängungen für die Radführung, vorne wurden Querlenker, hinten Schräglenker eingesetzt. Scheibenbremsen an allen vier Rädern waren für die Verzögerung zuständig, sie waren genauso servounterstützt wie die Zahnstangenlenkung.

    Die europäische Version musste zunächst auf das futuristische Elektronic-Cockpit verzichten, das in Tokyo mit dem Prototyp SV-2 vorgestellt worden war und das in abgeschwächter Form auch in japanischen Modellen eingesetzt wurde.

    Toyota Celica Supra (1983) - mit Sechszylinder und Klappscheinwerfern - an der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt 1983
    © Archiv Automobil Revue

    CHF 26’950 waren in der Schweiz für den vollständig ausgerüsteten Supra anzulegen, in Deutschland kostete das Hecklappencoupé DM 29’990. Damit lag der Wagen preislich günstiger als die Konkurrenz, ohne dass man grosse Abstriche hätte manchen müssen.

    Paul Frère, der den Wagen für die Fernsehsendung Telemotor testete, meinte, dass das Coupé selbst dem BMW 628 CSi gefährlich werden könne und dies zu einem Minderpreis, der auch noch einen Zweitwagen ermöglichte.

    Konkurrent zu GTV6, Starion und Monza

    Auto Motor und Sport nahm sich im Frühling 1982 einen Supra vor die Brust und zeigte sich von der grosszügigen Ausstattung, der guten Handlichkeit, dem kultivierten Sechszylinder und der exakten Schaltung angetan. Kritisiert wurde die unübersichtliche Karosserie, der vergleichsweise hohe Kraftstoffverbrauch und das schlechte Durchzugsvermögen aus niedrigen Drehzahlen.

    “Auf den Gedanken, daß 170 Pferdestärken unter der Haube stecken, kommt der Supra-Fahrer allerdings nicht. Dem Sechszylinder fehlt es an Biß – er macht über den ganzen Drehzahlbereich einen recht schlappen Eindruck. Die gemessene Beschleunigung bestätigt diesen subjektiven Eindruck – die vom Werk genannten Werte konnten nicht erreicht werden”, notierte Journalist Wießmann in seinem Testbericht.

    9,3 Sekunden brauchte der Supra für den Sprint von 0 auf 100 km/h, als Spitze wurden 209,9 km/h notiert. Tatsächlich konnte er damit nur mit dem Datsun 280 ZX mithalten, während Alfa Romeo GTV6 oder Porsche 944 deutlich vehementer von der Grundlinie davonzogen.

    Auch die Automobil Revue unterzog einen Supra einem Test, hier wurden 205 km/h Spitze und 8,7 Sekunden für den 0-100-km/h-Spurt registriert. Über den ganzen Test verbrauchte die AR 14,1 Liter pro 100 km, bei AMS waren es 15,6 Liter pro 100 km. Ein Kostverächter war der Toyota also trotz guter Aerodynamik nicht.

    Trotzdem mochte dies den guten Gesamteindruck nur wenig zu schmälern, wie die AR in ihrer Zusammenfassung schrieb:
    “Mit dem Celica Supra 2.8i, dem bisher stärksten in die Schweiz importierten Toyota-Modell, hat die Klasse der gehobenen sportlichen Coupés eine bedeutende Bereicherung erfahren. Der Preis dieses auch förmlich gelungenen 2+ 2-Sitzers ist insbesondere gemessen am Ausstattungsniveau und am gebotenen Leistungsvermögen wirklich räsonabel, und die ausgewogene Strassenlage und der gute Fahrkomfort machen ihn zu einem angenehmen Reisecoupé, mit dem man auch mal sportlich fahren kann. Ginge er noch ein wenig haushälterisch mit dem Benzin um, wäre der positive Eindruck, den er hinterlässt, noch ungetrübter.”

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    Nicht so gut wie der Porsche 944?

    Deutschlands Autotester waren natürlich etwas kritischer und beim Vergleich mit dem Platzhirsch Porsche 944 musste der Supra klar den Kürzeren ziehen. Hier kam der Supra mit dem Digitalcockpit zum Einsatz, dem die Zeitschrift Auto Motor und Sport eine deutlich schlechtere Ablesbarkeit beschied.

    Obwohl der Toyota deutlich bessere Platzverhältnisse bot (“kann durchaus auch einmal mit vier Personen besetzt werden …”), konnte der Supra nur in wenigen Punkten Vorteile gegen den 944 herausholen, so etwa bei der günstigeren Sitzposition, dem besseren Federungskomfort oder der umfassender Serienausstattung. Bei den sportlichen Disziplinen und beim Benzinverbrauch, aber auch bei der Bedienung und der Verarbeitung hatte der Porsche die Nase vorne.

    Toyota Celica Supra (1984) - noch nach an der Celica
    © Copyright / Fotograf: Toyota / Werk

    Der 84er-Supra verbrauchte “nur noch” 14,1 Liter pro 100 km, beschleunigte in 9 Sekunden auf 100 km/h und schaffte 212 km/h Spitze. Der 944 konnte all dies mit 11,8 Liter pro 100 km, 7,9 Sekunden für den 0-100-Spurt und 228 km/h Höchstgeschwindigkeit deutlich besser.

    Allerdings bestand da eine grosse Preisdifferenz, die Auto Motor und Sport im Schlussvotum durchaus korrekt zu positionieren wusste:
    “Spräche allein die Verarbeitungsqualität für die Güte eines Autos, hätte Porsche keinen anderen Sportwagenhersteller zu fürchten. Jedes Bauteil, selbst das kleinste Detail, er scheint im 944 so perfekt verarbeitet, als sei es mit der Maßgabe montiert worden, eine Ewigkeit überdauern müssen. Das Haus Porsche läßt sich diese Qualität freilich teuer bezahlen. 42’950 Mark kostet der Porsche 944 - das sind knapp 10’000 Mark mehr als für die wesentlich besser ausgestattete Celica (Supra) verlangt werden. Mag der Porsche bei diesem Vergleich auch die Nase vorn haben - um soviel schlechter ist der Toyota nicht.”

    Erfolgreiches Modell

    Die Qualitäten des Celica Supra überzeugten viele preisbewusste Käufer und so erfreute sich das Modell einer gesunden Nachfrage, vor allem auch in den USA, dem wichtigsten Markt für Toyota. Dort wurde das Coupé in zwei Varianten angeboten, nämlich in einer luxuriösen und einer sportlichen (mit Kotflügelverbreiterungen).

    Toyota Celica Supra (1983) - elegantes Coupé in der verbreiterten Variante (P-Version)
    © Copyright / Fotograf: Toyota / Werk

    In Japan gab es den Celica XX, der dort weiterhin so genannt wurde, auch mit Zweilitermotoren mit und ohne Turbo.

    In der Schweiz und in Schweden wurden ab 1984 eine schwächere Variante mit besseren Abgaswerten verkauft.

    Und in Deutschland erhielt der Toyota Celica Supra im Herbst 1982 als erstes japanisches Auto die Auszeichnung "Goldenes Lenkrad".

    Erfolgreich auch im Rennsport

    In Grossbritannien sorgte der Supra in der British Touring Car Championship Furore. Win Percy konnte die neunte Runde der 1984-er-Serie gewinnen und dabei den Rover 3,5 Liter in die Schranken weisen.

    Toyota Celica Supra (1985) - Barry Sheene am Lenkrad eines Supra in Silverstone anlässlich des F.3000-Rennens
    © Archiv Automobil Revue

    Im Folgejahr setzte sich Motorrad-Legende Barry Sheene hinters Steuer, war aber nicht mehr so erfolgreich wie sein Vorgänger.

    Auch im Rallye-Sport tauchte ein Supra auf, durchaus mit Erfolg.

    ZG Archiv AMS 2019

    Angenehmer Tourer

    Setzt man sich hinter das Lenkrad des Toyota Celica Supra der Achtzigerjahre, so gibt sich der Wagen sofort als typischer Japaner zu erkennen. Die Qualität stimmt, die Ausstattung ist sehr grosszügig, aber es fehlt ein wenig italienisches oder britisches Flair, das man in einem Sportwagen halt gerne geniess.

    Toyota Celica Supra 2.8i (1983) - hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten sind kein Problem
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Trotz vieler Funktionen ist die Bedienung problemlos. Der Motor startet ohne Verzögerung,  das Getriebe lässt sich exakt schalten. Tatsächlich ist die Dynamik nicht gerade überschäumend, aber oldtimergerecht bewegt kommt man bei jeder Verkehrssituation problemlos mit.

    Toyota Celica Supra 2.8i (1983) - Blasbalg für Sitzlehnenverstellung
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Eine Überraschung offerieren die Sitze, sie sind nämlich mit einer per Luftdruck verstellbaren Lehnenform ausgerüstet und zudem mit angenehmem Velours-Stoff überzogen. Auch der einstellbare Seitenhalt überzeugt.

    Toyota Celica Supra 2.8i (1983) - Fusspedal zum Vorklappen des Beifahrersitzes von hinten
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Und sogar auf den hinteren Sitzen können Erwachsene gut mitfahren, wenn sie nicht gerade deutlich über 1,8 Meter gross sind. Und beim Aussteigen hilft ein Fusspedal, den Sitz nach vorne zu klappen. Selbst der Kofferraum ist mehr als gross genug, um ein Wochenende problemlos bewältigen zu können, zumal er sich durch Sitzumklappen noch vergrössern lässt.

    Toyota Celica Supra 2.8i (1983) - der Spurt von 0 auf 100 km/h wird in knapp neun Sekunden absolviert
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Besonders gut am hübschen Coupé gefällt auch das attraktive Motorgeräusch, das halt so typisch nach Reihensechszylinder tönt. Da geht dann auch der Benzinverbrauch, der bei normaler Fahrweise nicht deutlich über 10-12 Liter steigt, in Ordnung.

    Toyota Celica Supra 2.8i (1983) - wirkt auch von hinten sportlich
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Der letzte Celica Supra

    Im August 1985 wurde bereits der Nachfolger präsentiert und dieser war nicht mehr einfach eine verlängerte Celica-Variante, sondern ein komplett eigenständiges Auto.

    Toyota Supra (1988) - Serienfahrzeug
    © Copyright / Fotograf: Toyota / Werk

    Und so hiess der A70-Supra eben auch nicht mehr Supra, an der Beliebheit des Modells änderte sich allerdings kaum etwas.

    Wir danken der Oldtimer Galerie Toffen für die Gelegenheit zur Fotosession.

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