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Riley Nine Monaco Saloon – einer der beliebtesten britischen Viertürer

Erstellt am 20. Mai 2020
, Leselänge 4min
Text:
Daniel Koch
Fotos:
Courtesy Bonhams 
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Archiv 
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Riley war vor dem zweiten Weltkrieg eine bekannte und Erfolgreiche Marke die sowohl sportliche Zweisitzer wie auch praktische Limousinen herstellte. Ende der Sechzigerjahre ist die Marke Riley von der Bildfläche verschwunden und eines der letzten Modelle hatte nichts mehr mit den Sportlern der Dreissigerjahre zu tun – der Riley Elf ("Elfe") war ein luxuriöser Mini mit viel Chrom, Leder, Holz und einem aufgesetzten Kofferraum, quasi der teurere Bruder des Wolseley Hornet.

Riley Elf (1962) - Mit etwa 25 Zentimeter mehr Länge auch praktisch für die Shopping-Tour
Archiv Automobil Revue

Aufregende Vorkriegsgeschichte

Die Geschichte von Riley ist bewegt und faszinierend, sie begann schon im vorletzten Jahrhundert. Ab 1896 produzierte der Hersteller aus Coventry Automobile und später auch Motorräder. Der 1926 in Shelsey Wash vorgestellte Riley Nine Saloon Monaco war ab 1927 eine sehr erfolgreiche Limousine und einer der beliebtesten Viertürer im vereinigten Königreich der Vorkriegszeit. Auf dem leichten Rahmenchassis wurden zahlreiche Karosserieaufbauten angeboten, wobei zu man sich zu Beginn auf den Monaco einen offenenTourer mit Verdeck beschränkte.

Zeitgemässe Motorisierung

Anfänglich sorgte ein 1087 Kubikzentimeter grosser Vierzylindermotor für Vortrieb, der mit  hemisphärischen Brennkammern, zwei hochliegende Nockenwellen und v-förmig angeordneten Ventilen ausgestattet war.

Riley Nine Monaco Saloon (1933) - 4 Zylinder und rund 30 PS Leistung
Copyright / Fotograf: Courtesy Bonhams

Die Leistung betrug rund 30 PS bei 4500 U/min und die Höchstgeschwindigkeit lag knapp über 100 km/h.

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Optimierung des Erfolgsmodells

Mit dem Modelljahr 1931 wurde der Rahmen rund 15 Zentimeter tiefer gesetzt. Die Fachzeitschrift "The Autocar" berichtete am 4. September 1931: "Damit wurde nicht nur ein besseres Fahrverhalten dank des tieferen Schwerpunktes erreicht, sondern auch die Kopffreiheit erhöht und der Einstieg erleichtert. Da der der Wagenboden nun nicht mehr tief unter dem Rahmen liegt, können die Passagier nun Platz nehmen, ohne erst über den Rahmen steigen zu müssen."

Riley Nine Monaco Saloon - Bequemer Einstieg dank tiefem Rahmen
Archiv Automobil Revue

Riley betonte stets, dass Erfahrungen aus dem Rennsport in die Verbesserungen der Strassenfahrzeuge einfliessen würden. Der Vorteil eines tiefen Rahmens und somit Schwerpunktes war offenbar eine Erkenntnis, die man von diesen Motorsport-Veranstaltungen mit nach Hause brachte.

Riley Nine Monaco Saloon - Tieferer Rahmen als der Vorgänger
Archiv Automobil Revue

Autocar berichtete weiter: "Zudem wurden zwei neue Karosserie-Varianten eingeführt. Der schicke Zweisitzer mit Stoffverdeck, der 'Gamecock' (dt.: Kampfhahn) genannt wird und Frischluftliebhaber ansprechen wird, die gerne sportlich unterwegs sind. Beim zweiten neuen Modell handelt es sich um ein elegantes Coupé, das zwei Platz bietet." Für heutige Verhältnisse nimmt sich unser porträtierter Riley Nine Monaco mit einer Länge von 3.83 Meter und einer Breite von 1.44 Meter ausserordentlich kompakt aus.

Rennerfolge

Viel Aufsehen erregte Riley dann aber mit dem zweisitzigen Sportler mit Brooklands-Scheiben, der zahlreiche spektakuläre Erfolge im Rennsport einfahren konnte wie den Gewinn des deutschen Grand Prix 1931 oder den Team Award der Tourist Trophy.

Riley MPH (1935) - Preis von Bremgarten im Jahr 1936
Archiv Automobil Revue

1934 belegten vier Riley-Rennwagen die Plätze 2, 3, 5 und 6 bei den 24 Stunden von Le Mans, was den sportlichen Anspruch der Marke und die Zuverlässigkeit der Technik eindrucksvoll unterstrich.

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Folgen Sie ihm!

Die Werbung für den Riley forderte die potentiellen Kunden auf: "Watch a Riley on the road. See it corner at speeds far greater than other cars. Follow it (if you can!) for miles and watch its stability." Etwa: "Verfolgen Sie einen Riley auf der Strasse. Beobachten Sie sein Fahrverhalten in Kurven, die er schneller umrundet als andere Automobile. Folgen Sie ihm (wenn Sie können!) über viele Meilen und bewundern Sie seine Stabilität auf der Strasse."

Riley Nine Monaco Saloon - Werbung der Dreissigerjahre
Archiv Automobil Revue

Verzettelt?

Riley war zwar erfolgreich, aber wohl auch zu übermütig, was die Karosserie- und Motorvarianten anging. So wurden bald Motoren mit 4, 6 und 8 Zylinder und verschiedenem Hubraum angeboten, und auch die Modellbezeichnungen Falcon, Lynx, Adelphy, Monaco, Kestrel, Sprite, Touring machten die Übersicht nicht gerade einfach.

Riley Nine Monaco Saloon (1933) - Mit Patina
Copyright / Fotograf: Courtesy Bonhams

Die Fahrzeuge galten zwar als robust, zuverlässig und je nach Modell auch als sportlich, aber die Produktion der unzähligen Modelle war nicht besonders effizient

Ende vor dem Krieg

Bereits 1938 musste Riley Konkurs anmelden und William Morris kaufte die Firma. Er integrierte sie in sein bestehendes Morris-Firmenkonglomerat, dem bereits MG und Wolseley angehörte. Zu Beginn der Fünfzigerjahre wurde die British Motor Company gegründet, unter deren Dach später die Hersteller Morris, Austin, MG, Riley und Wolseley firmierten.

Riley Nine Monaco Saloon (1933) - Chassisnummer
Copyright / Fotograf: Courtesy Bonhams
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Klassischer "Saloon"

Der von uns porträtierte Viertürer ist sicher kein Sportwagen, aber auch heute noch, nach fast einhundert Jahren eine elegante Erscheinung. Alle vier Türen sind hinten angeschlagen, das bezogene Dach hebt sich von der Karosserie ab, nur die Farbe der Speichenfelgen dürften nicht jedermanns Geschmack entsprechen.

Riley Nine Monaco Saloon (1933) - Damals schon mit Schiebedach
Copyright / Fotograf: Courtesy Bonhams

In der Auktion

Der porträtierte Nine stammt aus zweiter Hand, der Erstbesitzer soll ihn von 1933 bis 1988 gefahren haben. 55 Jahre im Erstbesitz, das ist doch auch mal ein Alleinstellungsmerkmal!

Der Riley wird an der Bicester Onine Auktion am 30. Mai 2020 ohne Mindestgebot versteigert, es wir ein Preis von moderaten CHF 12'000-18'000 (EUR 11'300-17'000) erwartet.

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