Pfeil statt Keil – NSU Ro 80 im italienischen Massanzug
Zusammenfassung
Eine Riesenüberraschung bot bei Rudi Kleins Auktion zur Leerung seines Schrottplatzes bei Los Angeles vom 26. Oktober 2024 der NSU Ro 80 2 porte +2 Pininfarina. Statt zwischen 50'000 und 80'000 Dollar brachte das im Gegensatz der zum Teil arg verbeulten Elendshaufen aus der Klein-Sammlung sehr gut erhaltene Konzeptauto rund 460'000 Dollar in die Kasse – also fast das zehnfache des Estimates. Doch worin liegt die Faszination dieses Einzelstücks?
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Ein Revolutionär als Ausgangspunkt
- Debut in Turin 1971
- Museums-Leihgabe
- Concept-Cars in the Wild
Geschätzte Lesedauer: 6min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Offenbar hat sich da jemand in der skurrilen Form verguckt oder in das intensiven Orange der vollständig erhaltenen Innenausstattung des 1971 erstmals ausgestellten Wagens von Pininfarina-Hausdesigner Paolo Martin verliebt. Auf jeden Fall half wohl ein etwas ausgefallener Geschmack, um sich dieses Auto für den zugeschlagenen Preis zu Gemüte zu führen. Der Ro 80 war bei seiner Vorstellung 1967 revolutionär in mancherlei Hinsicht. Zunächst war da sein Zweischeiben-Wankelmotor, die innenliegenden Bremsscheiben vorne oder das halbautomatische Getriebe, dazu gab es eine überaus moderne Karosserieform mit langem Radstand, breiten Türen und mit einer ausgeprägten, aerodynamisch optimierten Keilform. Der Entwurf stammte von Claus Luthe, damals Hausgestalter bei NSU. Dass der Ro 80 die formale Basis fast aller Limousinen seit den 1990er-Jahren gelegt hat, war damals aber noch nicht absehbar. An visionärem Vorausblick hat es dem originalen Ro 80 ganz bestimmt nicht gemangelt.
Diesen Artikel kostenlos weiterlesen?
Bilder zu diesem Artikel

Hier mit Radkappen und Innenspiegel zu sehen.
•Bild 27: Der Ro 80 2 porte +2 auf der Automesse in Brüssel 1972 ausgestellt.
Hier ohne Radkappen und ohne Innenspiegel zu sehen (sozusagen „entspiegelt“).
Die Radkappen fehlten wahrscheinlich, um die innenliegenden Bremsscheiben zu zeigen?
Innenliegende Scheibenbremsen sind bei angetriebenen Achsen am Differenzial montiert. Bereits 1955 wurde der Citroën DS mit innenliegenden Scheibenbremsen vorn vorgestellt.
Auf Bildern des Fahrzeuges im AUDI-Museum fehlt auch der Innenspiegel, dafür sind die Radkappen vorhanden.
Den Türgriff hätte man nicht unpraktischer gestalten können:
https://www.instagram.com/hannahelliottxo/reel/DBmvmtVSUsa/
Hier mit geöffnetem Dach zu sehen:
https://en.wheelsage.org/nsu/ro_80/concept/gallery/oe0brt
https://www.coachbuild.com/forum/download/file.php?id=135561&sid=0d3d48a553ce8fbbbbbf6a145bba76ba&mode=view
Auf den Skizzen wirkt er dynamischer/sportlicher, siehe hier:
https://carstyling.ru/en/car/1971_nsu_ro_80/images/30079/









































































































































Kommentare