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Bild (1/3): LaForza (1989) - hochbeinig und trotzdem elegant (© RM Auctions, 2018)
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    LaForza - der unbekannte US-Italo-Anti-Range-Rover

    28. April 2018
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    RM Auctions 
    (11)
    Archiv Tom Tjaarda (SD) 
    (1)
    David Scrivener - Courtesy RM Auctions 
    (1)
    Archiv 
    (2)
     
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    Ein Auto namens “LaForza”? Da muss es sich doch sicherlich um einen heissblütigen Sportwagen italienischer Herkunft handeln. Weit gefehlt. Was vor einem steht, ist ein ausgewachsener Geländewagen mit amerikanischem Motor. Immerhin ist die Basis italienisch. Aber beginnen wir von vorne.

    Italienische Wurzeln

    Rayton Fissore war eine Firma, die im Jahr 1976 von Bernardo Fisssores Tochter Fernanda und ihrem Ehemann Giulio Malvino gegründet wurde. Bernardo wiederum war einer von vier Brüdern, die übrigen hiessen Antonio, Giovanni und Costanzo, die bereits in der Zwischenkriegszeit die Carrozzeria Fissore aufgebaut hatten, welche Bernando dann ab 1936 führte.

    Fissore baute für Peter Monteverdi ab 1969 die Karosserien seiner Sportwagen und auch Geländewagen, darunter der Monteverdi Safari . Erfahrungen mit luxuriösen Geländewagen waren also vorhanden. Monteverdi übernahm die Carrozzeria Fissore in den Siebzigerjahren, was dann ein Jahrzehnt später auch das Ende bedeutete, also Monteverdi die Fahrzeugproduktion aufgab.

    Rayton Fissore aber existierte weiter und begann anfangs der Achtzigerjahre an einem Geländewagen zu arbeiten.

    Die Erfahrungen mit dem Monteverdi Safari halfen dabei, auf Basis eines existierenden 4x4-Fahrgestells zusammen mit einer eleganten Karosserie einen Luxus-Geländewagen zu entwickeln, den Rayton Fissore Magnum.

    Italo-amerikanischer Designer

    Tom Tjaarda , berühmt geworden mit seinen Entwürfen für Pininfarina, heuerte im Januar 1982 bei Rayton Fissore an und entwickelte die Form des Geländewagens. Die Linienführung wirkte gradlinig und liess ein bisschen Italianità durchschimmern. Eigentlich erinnerte die Form eher an einen modernen Kombi als an einen Geländewagen, die Dimensionen – Länge 4,57 Meter, Breite 1,99 Meter, Höhe 1,78 Meter - und vor allem die Bodenfreiheit von 20 cm machten aber klar, dass der Wagen auch für gröbere Einsätze ausgelegt war.

    Rayton Fissore Magnum 4x4 (1985) - Geländewagen mit Stil
    © Copyright / Fotograf: Archiv Tom Tjaarda (SD)

    Innen war von einen rustikalen Geländewagen gar nichts mehr zu spüren, obschon zu Anfang eigentlich ein mitlitärischer Einsatz geplant worden war.

    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     
    SC73

    Italienische Basis

    Für die Technik griff man auf das 4x4-Chassis des Iveco-Projekts “40 PM 10” zurück, aus dem später ein Militärfahrzeug entstand. Die vordern Einzelradaufhängungen mit Querlenkern, Schubstreben und Torsionsfederstäben stammten genauso von Iveco, wie die hintere Starrachse mit Halbelliptikfedern und Teleskopstossdämpfern. 270 cm betrug der Radstand.

    Rayton Fissore Magnum 4x4 (1984) - Struktur des Geländewagens bei seiner Premiere am Turiner Autosalon 1984
    © Archiv Automobil Revue

    Die öffentliche Premiere erfolgte am Turiner Autosalon im Herbst 1984, hierzulande bekamen viele den neuen Geländewagen erstmals am Genfer Autosalon im März 1985 zu sehen.

    Die Automobil Revue notierte über den Neuankömmling:
    “Zu den jüngsten Anbietern in der Schweiz gehört Rayton-Fissore mit dem attraktiv karossierten Magnum 4 x 4 . Dieser Station Wagon, der im Juli 1984 debütierte und seit kurzem in kleiner Serie hergestellt wird, gleicht mit seiner glattflächigen Karosserie und seiner gehobenen Ausstattung dem bereits legendären Range Rover. Angetrieben wird der Magnum, der in der Schweiz 45’450 Franken kostet, wahlweise von einem 138 PS starken 2-l-Benzinmotor mit Kompressor oder einem 2,4-Liter-Turbodiesel von 90 PS. Die Kraftübertragung mit zuschaltbarem Antrieb für die einzeln aufgehängten Vorderräder besteht aus einem 5-Gang-Getriebe und einem Verteilergetriebe mit Geländereduktion; Vorder- und Hinterachse sind mit einer Differentialbremse ausgerüstet.”

    Die Karosserie trug durch ihre spezielle Struktur zur Verwindungssteifigkeit des Fahrzeugs bei, sie war nach dem Rayton-Fissore-Ansatz “Univis” aufgebaut, bei der eine zusätzliche Struktur rund um den Aufbau für Stabilität sorgte. Die ganze Karosserie wurde gummigelagert.

    Auch mit Alfa-Romeo-V6

    Bereits ein Jahr später, 1986, präsentierte Rayton Fissore ein neues Topmodell für Europa, im Bug wurde der bekannte V6-Motor des Alfa Romeo Sei/GTV6 installiert.

    Die Automobil Revue widmete der neuen Version einige Aufmerksamkeit in ihrem Salonbericht vom März 1986:
    “Nur wenige Schritte von den beiden neuen Jeep-Modellen entfernt ist eine andere grosse 4 x 4-Neuheit zu sehen, nämlich der Magnum VIP auf dem Stand von Rayton Fissore. Beim VIP handelt es sich um eine neue Topversion des vor Jahresfrist erstmals in der Schweiz gezeigten Geländewagenmodells Magnum; zu den auffälligsten Merkmalen des VIP zählen der potente 2,5-Liter-V6 von Alfa Romeo (160 DIN-PS bei 5600/min, 21,7 mkp bei 4000/min), die Kraftübertragung mit 5-Gang-Getriebe, zuschaltbarem Vorderradantrieb und Geländereduktion, ferner die elegante Karosserie mit vier Seitentüren und Heckklappe sowie die überdurchschnittlich luxuriöse Serienausstattung, die u. a. Lederinterieur, Klimaanlage, Servolenkung, Leichtmetallfelgen, Zentralverriegelung, elektrische Scheibenbetätigung und eine leistungsfähige Radio/ Tonbandanlage umfasst.

    Der Magnum VIP, der ein Leergewicht von rund 2000 kg und eine Nutzlast von 650 kg aufweist und laut Werk eine Spitze von 170 km/h erreicht, wird in der Schweiz nach Abschluss der Typenprüfung zu Preisen zwischen 66’000 und 76’000 Fr. angeboten. Die bei uns bereits seit rund einem Jahr erhältlichen Magnum-Versionen mit den beiden Vierzylindermotoren, nämlich dem 2-Liter-Fiat mit 138 DIN-PS (Benziner) sowie dem 105 PS starken 2,45-Liter-Vorkammer-Turbodiesel von Sofim, kosten je 55’000 Fr.; wie uns am Salon mitgeteilt wurde, soll der Turbodiesel bald auch mit Ladeluftkühlung und einer Höchstleistung von 110 DIN-PS auf den Markt kommen.“

    Rayton Fissore Magnum 4x4 VIP (1986) - Topmodell mit 160 PS starkem 2,5-Liter von Alfa Romeo - Genfer Autosalon 1986
    © Archiv Automobil Revue

    Die Konkurrenz war allerdings gross, denn von Lamborghini gab es den LM-002/5000, Range Rover konnte den viertürigen Vogue mit 3,5-Liter V8 liefern und auch die Japaner waren zur Stelle.

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    Volumensteigerung mit amerikanischer Motorentechnik

    Im Januar 1987 kündigte Rayton Fissore die Expansion in die USA an. Es wurde eine US-Importfirma gegründet und eine neue Version des Magnum mit Ford-V8 von Ford agenkündigt. 190 PS bei 4800 Umdrehungen leistete der amerikanische Motor, seine Kraft übertrug er mit einem automatischen Vierganggetriebe (einschliesslich Overdrive), gesteuert von einer elektrischen “Touch Drive”-Schaltung, an alle vier Räder. Für 1988 plante man mit einem Jahresausstoss von 4000 Exemplaren, dabei sollte auch eine neue Pickup-Variante mit VM-Turbodieselmotor und eine viertürige Version mit dem bei Lancia eingesetzten Volument-Kompressor-Motor mit 1995 cm3 mithelfen.

    LaForza (1989) - Ford-V8-Motor unter der Haube
    © Copyright / Fotograf: RM Auctions

    In den USA wurde der Geländewagen schliesslich nicht als Rayton Fissore Magnum, sondern als LaForza verkauft. Im September 1988 gab Rayton Fissore bekannt, dass man täglich 15 bis 20 Kastenrahmen und Rohkarosserien herstelle, von denen 10 bis 15 an LaForza verkauft würden. Innenausbau (mit viel Holz und Leder) und Lackierung wurden bei Pininfarina vorgenommen, die Firma Cars & Concepts komplettierte die Wagen dann mit der Ford-Mechanik. Interieur und Äusseres waren leicht modifiziert worden, um dem Geschmack der amerikanischen Käufer zu genügen. USD 43’850 kostete ein LaForza im Jahr 1989 in den USA. Billig war ein besonderer Geschmack also nicht.

    LaForza (1989) - viel Leder und Holz im Interieur
    © Copyright / Fotograf: RM Auctions

    Die europäischen Versionen erhielten derweil, optisch dem Zeitgeschmack angepasst, weiterhin VM- und Alfa-Romeo-Motoren (nun als Dreiliter-V6), doch wurde bereits der Ersatz des Alfa-Motors durch Aggregate von BMW bekanntgegeben.

    Ein Jahr später hing aber der Haussegen bereits schief, Pininfarina und Transporteur Ambrosotti gingen LaForza wegen unbezahlter Rechnungen an.

    LaForza (1989) - schlichtes Design aus der Hand von Tom Tjaarda
    © Copyright / Fotograf: RM Auctions

    Der Konstruktion überlebte trotzdem und bis 2003 wurden verschiedene Varianten – GT, Prima, Magnum Edition – mit den jeweils verfügbaren Ford-V8-Motoren und Kraftübertragungen kombiniert und verkauft.

    Fast vergessen

    Heute erinnert sich kaum noch jemand an den LaForza und noch viel weniger an den Rayton-Fissore Magnum, selbst die genauen Stückzahlen können wohl nur geschätzt werden - etwa 5000 bis 10’000 dürften es ingesamt gewesen sein.

    LaForza (1989) - Frontansicht, wenig charakteristisch
    © Copyright / Fotograf: RM Auctions

    Von den Strassen sind sie schon länger verschwunden, heute tauchen sie primär auf eBay & Co oder eben an einer Versteigerung auf, wie das von RM Auctions am 11./12. Mai 2018 anlässlich der Auburn Spring Versteigerung angebotene amerikanische Exemplar aus dem Jahr 1989, das auf USD 10’000 bis 15’000 geschätzt wurde. Im Vergleich zu den amerikanischen Versionen sind die europäischen (vermarktet bis vermutlich 1993/1994), zumal mit dem Alfa-Romeo-Motor, sehr selten und werden kaum je gehandelt.

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