Honda S2000 – Verdammt nah an der Perfektion
Zusammenfassung
Keine Plattform, kein vorhandener Motor, keine geteilten Komponenten mit anderen Modellen: Der Honda S2000 ist innerhalb des grossen Honda-Konzerns ein Einhorn, eine Exerzierübung und der Ausdruck für die Kompromisslosigkeit des japanischen Herstellers.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Schweizer Initialzündung
- Die Faszination Sportwagen
- Steifer als manches Coupé
- In zweiter Hand
- Für alle Sinne
- Zum Klassiker prädestiniert
Geschätzte Lesedauer: 10min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Es gibt viele tolle Marketing-Ideen, die von den Entwicklungsabteilungen halbherzig umgesetzt werden; meist sind Budgetlimiten der Grund. Oder es fehlt an der Lust, dem Drängen der Verkaufsabteilung ein überzeugendes Konzept hinterherzuschicken. Was bleibt, sind Kompromisse. Dieses Wort ist dem Honda S2000 komplett fremd. Er ist genau das, was er sein will: ein zweisitziger Roadster mit allen Ingredienzien, die ein solches Auto braucht. Oder mehr noch, mit dem, was Ende des 20. Jahrhunderts als das angesehen wurde, was ein solches Auto ausmacht. Dass sich Honda vor nichts gescheut hat, um den S2000 zu entwickeln, ist – wie immer bei den Japanern – kein Zufall. Mit dem S2000 wollte das Unternehmen 1999 feiern, wie weit es seit der Gründung durch Sochiro Honda 50 Jahre zuvor gekommen war. Der S2000 ist quasi das Geburtstagsgeschenk von Honda an sich selbst und an die Fans der Marke.
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Kleine Anmerkung. In Europa wurde bis 2009 immer nur der AP1 verkauft (mit vielen kleinen Änderungen über die Jahre und großer Modellpflege in 2004)
In den USA gab es ab 2004 den AP2 mit 2,2 Liter Motor.
Die Qualität, das Design und auch der Motor waren auf einer tollen Probefahrt, von einem MX5 kommend, überzeugend.
Aber leider ist, speziell in der heutigen Zeit, ein solches Hochdrehzahlkonzept überholt und in vernünftigen Drehzahlen ist die Motorcharakteristik schlicht eine Enttäuschung, bei tiefer Drehzahl passiert nicht mehr, als beim MX5 NB 1,8L. Nach dem Kauf eines Mercedes SLK 320 Handschalter, war mir klar, dass der S2000 verkauft wird. Der SLK hat nur 218 PS bei nur 5700 U/min und, noch viel wichtiger, ein Drehmoment von 310 Nm bei nur 3000 U/min. Das sind Welten vom Antritt her, im Vergleich zum S2000. Mit gemessener (Navi) Höchstgeschwindigkeit von 251 km/h ist der SLK deutlich schneller und viel gelassener zu fahren als der S2000. Als ich dann einen 3,9L TVR Chiamera mit 400 Nm und ebenfalls 240 PS mein Eigen nennen durfte, war der S2000 im Vergleich noch schwachbrüstiger. Heute fahre ich einen topseltenen, HANDGESCHALTETEN 2009er SLK 350 mit 305 PS Sportmotor mit 360 Nm Drehmoment, wovon lediglich 272 Stück gebaut wurden und welcher im 2025 viel weniger kostete, als ein vergleichbarer S2000 und dem S2000 um Welten voraus ist, ob Bumms von unten her, Durchzug, Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und auch im Fahrwerk, sowohl Handling und Komfort sowieso. Alles aus eigener Erfahrung erlebt und nicht vom hören sagen...
Für mich ist der S2000 masslos überbewertet und hat den Kult eigentlich nicht verdient.

In 36 Monaten führ ich ihn auf 60'000km und verbrauchte im Schnitt 11.5l Benzin, da man oft den Drehzahlbereich zwischen 6'000 und 9'000 aufsuchen muss, will man flott vorankommen.
Das Torsensperrdifferenzial sperrt unter Last bis zu 100% und mit der 50:50 Gewichtsverteilung sind enge Spitzkehren ein Genuss. Bei Nässe braucht es eine kundige und blitzschnelle Hand. Viele S2000 wurden damals kaltverformt, da kein ESP und keine Tranktionskontrolle zur Rettung halfen. Die etwas synthetisch und spitz reagierende Lenkung wurde beim AP2 etwas entschärft, was dem giftigen Einlenken entgegenwirkte. Selbst im Winter auf Schnee kann man den S2000 mit guter Traktion flott bewegen, frische Winterreifen natürlich vorausgesetzt. Das elektrische Verdeck öffnete nicht nur schnell, sondern war auch in der Waschanlage absolut dicht.
Leider wurden viele S2000, wie oft bei Honda-Fahrern, mit Tuning und Karosseriemodifikationen verbastelt.
Ich hätte damals nie gedacht, dass ein S2000 in Originalzustand mal zu einer Rarität wird. Heute begeistern die flache und spitze Front und die schönen Proportionen mit einem knackigen Heck umso mehr, da viele Sportwagen in ihrer schieren Grösse nur noch übertrieben und aufdringlich wirken.





































































































































































































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