Keine halben Sachen – Fiat 125 Idroconvert im (historischen) Test
Zusammenfassung
Auch für temperamentvolle Fahrer in temperamentvollen Autos war eine Halbautomatik eine Überlegung wert. Nach anfänglichen Zweifeln beruhend auf Erfahrungen mit anderen automatischen Kupplungen wusste der Fiat 125 Idroconvert mit leichter Bedienung, präziser Führung und schnellen Gangwechseln zu überraschen. Dieser historische Testbericht erläutert, warum die Fiat-Halbautomatik zu den besten ihrer Art gehörte.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Fahren mit der Halbautomatik
- Vorteil Trockenkupplung
- Der Fiat 125 an sich
- mot-Gesamturteil
- Pluspunkte
- Minuspunkte
Geschätzte Lesedauer: 7min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Fiat hat versäumt, rechtzeitig in den Zug zur Automatik einzusteigen. Vollautomatik bekam nur das teuerste Modell: früher der 2300, jetzt der 130. Sonst Halbautomatik, Idroconvert genannt, für drei Modelle: 850, 125 und 124 Sport Coupé. Halbautomatik ist im Prinzip einleuchtend: Kein Kuppeln, durch Flüssigkeitskupplung mit Drehmomentwandler kein Abwürgen und kein Verschleiß auch bei Schleichfahrt, sofortiges Beschleunigen nur aufs Gasgeben. Schalten des Getriebes von Hand, wer scharf fahren will, kann schalten wie gewohnt. Wer nicht will, fährt im zweiten Gang an und wechselt bei Dreigang-Halbautomatik nur zwischen dem zweiten und dem dritten Gang. Und beschleunigt mit der Halbautomatik immer noch zügiger als die meisten Fahrer ohne Automatik, obwohl die Hydraulik etwas Motorleistung schluckt.
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Jenes in Polen mit Fiat-Lizenz gebaute Auto war von außen dem originalen Fiat sehr ähnlich bis auf runde statt quadratischer Doppelscheinwerfer. Unter dem Blech aber leider ein völlig anderes Auto, basierte er doch auf dem alten Fiat 1300 mit nur 54 (später 60) PS. Auch das Armaturenbrett und die Lenkradschaltung waren genau die aus dem 1300er Fiat. Im Vergleich zum Fiat 125 eine lahme Kiste und dazu auch sehr rostanfällig. Aber eben auch viel billiger. Der italienische Fiat mit seinem modernen und leistungsstarken Motor mit fünf Kurbelwellenlagern und zwei obenliegenden Nockenwellen kam in 12,8sec von null auf Hundert und konnte mit seiner damals neu "wiederentdeckten" Knüppelschaltung und dem besseren Fahrwerk auch den Familienvater zum sportlichen Fahren animieren. Der Polnische hingegen war ein Brot-und-Butter-Auto, das auch als Kombi und Pickup-Variante angeboten wurde. Bei dem stark eingeschränkten Fahrzeugangebot im Ostblock war das kein schlechter Wagen. Er erfuhr mehrfach Modellpflege, (stärkerer Motor, Innenraum, ab 1986 auch mit einem 1600ccm-VW-Motor als Dieselvariante erhältlich) und wurde (zuletzt unter dem Namen FSO-Polonez) bis 1991 angeboten, insgesamt knapp 1,5 Millionen Exemplare! Die Produktion in Turin endete schon Mitte 1972 nach etwa 600.000 Stück. Daß der Fiat 125 als Lizenzbau in Südamerika noch bis 1982 weitergebaut wurde (Als Repräsentationsfahrzeuge der Regierung Salvador Allendes stellte er übrigens ein kulturgeschichtliches Symbol in Chile dar), ändert nichts daran, daß der Polski-Fiat hierzulande besser im Gedächtnis geblieben ist als der Italiener -> "Polski-Syndrom"!
Der Fiat 125 war, besonders in der "S"-Variante (10PS mehr und 5-Gang-Getriebe), eine sog. Sportwagenlimousine wie der zeitgleiche Alfa Romeo Giulia TI, oder (später und kleiner) der Golf GTI. Anders als Alfa Romeo hat Fiat dieses Image aber werbemäßig nicht ausgebaut, so daß diese Eigenschaft heute bei vielen vergessen ist.
Aber er fuhr sich wirklich toll. Und auch das Armaturenbrett mit den beiden großen Rundinstrumenten und der schicke Schaltknüppel waren eine Freude, anzusehen. (Übrigens, der Fiat 125 war das erste Fahrzeug in Europa mit serienmäßiger Intervall-Schaltung für die Scheibenwischer!)
Der 132er aber wirkte dagegen wie ein Opa-Auto. Völlig langweiliges Interieur und zu weiche Sitze. Die Kraft brachte er lange nicht so gut auf die Straße wie der 125S, und es machte auch vom Fahrwerk her keinen Spaß, ihn sportlich zu fahren, alles, auch die Lenkung wirkte schwammig. Als mein Vater ihn dann auf Wunsch meiner Mutter durch einen 132 mit Voll-Automatic ersetzte, war es für uns Männer mit dem Fahrspaß total aus, denn der (auch bei Opel verbaute) Borg-Warner-Automat schluckte trotz des nun 1800ccm-Motors so viel Kraft weg, daß man dem Temperament des 125er mit Tränen in den Augen nachtrauerte.
Mit dem nachfolgenden 131 Mirafiori kam bei meinem Vater dann auch keine Fiat-Freude mehr auf, so daß er sich anschließend nach 25 Jahren FIAT-Fahren beim VW-Konzern bedient hat....

Mir gefällt der 125 in seinen Eigenschaften prima, deshalb mein Vergleich mit der immerhin deutlich teureren BMW Neue Klasse. Aber der FIAT 132 Serie 2 als 1800 GLS war so etwas wie eine Alfa Alfetta oder ein BMW 520. Dieser ist ja auch weniger sportlich als die Neue Klasse, aber eben trotzdem besser. Leider war halt die prima Serie 2 nur drei Jahre auf dem Markt, dann kam schon wieder die nächste Änderung zum neuen 132 2000/2000i.e., mit viel mehr Plastikanteil und wiederum neuem Innenraum. Das einzige, was die schöne Serie 2 hätte gleich bekommen sollen, zumindest als GLS, das wäre die tolle Servolenkung des 2000 gewesen. Die Normallenkung ist zwar besser als in der Serie 1 geworden, aber trotzdem halt noch nicht ideal. Wir hatten einen Freund als FIAT-Vertragshändler mit eigenem Autohaus, ich fuhr die Modelle ab 1980. "Leider" kaufte mein Vater dann einen Lancia Beta 2000 HPE Bj.´80....
ubrigen, ich besitze eine 125S der 2. Serie ...mit BorgWarner Automat! ( und 7 verschiedene Ausführung des FIAT 1300/1500 )!


An sf*****: Ich besaß auch einen FIAT 1500, sogar mit großem SSD (dt. Ausführung, kein I-Import!) und in meiner Oldiehalle steht untervermietet ein 1500 Familiare, auch selten....






















































































































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