Der Volkswagen der Sowjets – Die Moskwitsch-Story
Zusammenfassung
Vom Stiefbruder des Opel Kadett entwickelte sich der Moskwitsch innert 20 Jahren erst zu einem Schrumpf-Strassenkreuzer und schliesslich zu einer modernen Limousine mit italienischer Linie. Charakter und Technik blieben dabei stets rustikal und unverwüstlich, was ihn in Westeuropa vor allem als Taxi populär machte. Dieser Artikel erzählt die Geschichte des "Sohnes Moskaus" und zeigt seine verschiedenen Varianten auf viel historischem Bildmaterial.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Zweiter Moskauer Frühling
- Ein Moskwitsch-Woody?
- Aus Fehlern gelernt
- Die nächste Generation
- Langsam, aber sicher
- Jetzt zweifarbig
- Verzicht auf den Diesel
Geschätzte Lesedauer: 8min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Man könnte sagen, daß es gegen Ende der dreißiger Jahre in jedem automobilproduzierenden Land eine Art Volks-Automobil gab. Oder sogar mehrere. Was den Italienern der kleine Fiat war, stellte für die Briten der Austin Seven dar; die Franzosen hatten ihre populären Renault und Peugeot, die Deutschen den Opel P4 oder den DKW, die Amerikaner ihre preiswerten Ford und Chevrolet. Nur die Russen standen abseits. Ihre Automobilproduktion konzentrierte sich ganz auf den Bau von Nutzfahrzeugen. Und als sie auf den Gedanken kamen, sich wie ihre europäischen Nachbarn der Volksmotorisierung anzunehmen, war's fürs erste zu spät – denn der Krieg brach aus.
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Das erste System zur Klassifikation der Autotypen in der UDSSR galt von 1945-1966:
Die erste Ziffer stand für den Index des Herstellers:
010—099 НАМИ
1—99 ГАЗ
100—199 ЗИС/ЗИЛ
200—249 ЯАЗ (передан КрАЗу)
250—299 НАЗ (спередан КрАЗу)
300—399 УралЗИС/УралАЗ
400—449 МЗМА/АЗЛК/Иж
450—484 УАЗ
485-499 ДАЗ (передан УАЗу)
500—549 МАЗ, БелАЗ, МоАЗ
550—599 Мытищинский машиностроительный завод
600—649 КАЗ
650—674 Горьковский завод автобусов — ГЗА ( передан ПАЗу и КАвЗу)
675—689 ЛиАЗ, ЗиУ, КАвЗ (после 1962 г)
690—699 ЛАЗ
700—899 ЕрАЗ, автоприцепы
900—929 резерв
930—939 БАЗ
940—949 Тартуский авторемонтный завод — АРТ
950—964 резерв
965—974 ЗАЗ, ЛуАЗ
975—984 РАФ
985—999 КАвЗ (до 1962 г, передан РАФу)
Die zweite Ziffer stand für den jeweiligen Autotyp:
1 PKW
2 Autobus
3 Lastenfahrzeug
4 Traktor
5 Kipplaster
6 Tanklaster
7 Transporter
8 Reserve
9 Spezialtransporter
Die dritte und ggfs. vierte Ziffer stand für die interne Modellnummer des Herstellers:
Diese Nummer konnte die Farbik selbst nach eigenem Ermessen bestimmen.
Die Formel lautet "Klasse+Typ+(Generations-)Nummer"
Bei PKW ist der Hubraum ausschlaggebend:
1: bis 1,2 l
2: 1,2—1,8 l
3: 1,8—3,5 l
4: 3,5—5,0 l
5: mehr als 5,0 l
Bei Lastenfahrzeugen ist das zulässige Gesamtgewicht ausschlaggebend:
1: weniger als 1,2 T
2: 1,2—2 T
3: 2—8 T
4: 8—14 T
5: 14—20 T
6: 20—40 T
7: mehr als 40 T
Bei Autobussen ist die Gesamtlänge ausschlaggebend:
2: bis 5,5 Meter
3: bis 7,5 Meter
4: bis 9,5 Meter
5: bis 12 Meter
6: mehr als 16 Meter
So baut Lada heute all den Schrott nach, dessen sich die höher entwickelten Industrieländer entledigt haben. Ohne Fiat wäre Lada in der Sowjetzeit überhaupt nicht hochgekommen! Gefällige Formen der Nachkriegszeit - nach Raub der Opel Kadett-Produktions-Werkzeuge und -Straßen in Rüsselsheim - mündeten letztlich in einem Augenkrebs namens Moskwitsch 412. Und frühere Repräsentationslimousinen waren Packard-Nachbauten!
Das ganze Elend begann jedoch viel früher. Mit Namen Russo-Balt begann 1909 in Riga die Produktion hochwertiger Automobile in der Filiale einer Köln-Deutzer Waggonbau-Fabrik unter dem Vorstands-Chef Michail Wladimirowitsch Schidlowski. Dieser honorige Mann, für seine Verdienste vom Russischen Zarenreich hoch dekoriert, wurde 1921 von Lenins Bolschewisten-Mörderbanden als "feindlicher Spion" (was sonst - bei der Hochkonjunktur diesbezüglicher Paranoia speziell seit der Oktoberrevolution 1917??) erschossen.







































































































































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