Zum Jahresende 2024 gibt die Autoworld Brüssel traditionell noch einmal so richtig Vollgas: War es im Jahr 2023 das 75. Firmenjubiläum von Porsche, stand Ende 2024 das Thema "Maserati 110 Years" an. Nachdem sich bereits die InterClassics Brüssel dieses Themas im letzten Monat angenommen hatte, durfte man auf die Präsentation der Autoworld gespannt sein. Vorweg: Auch wenn es bei Auswahl signifikanter Modelle zwangsläufig Gemeinsamkeiten geben musste, ist der Autoworld in Zusammenarbeit mit Partnern wiederum eine beachtliche Ausstellung gelungen.
Die wechselhafte Firmengeschichte legt es nahe, sich an den jeweiligen Eigentümern von Maserati abschnittsweise zu orientieren. Und so werden auch in der Autoworld die jeweiligen Etappen, beginnend bei der frühen Ära der Brüder Maserati bis hin zur heutigen "Ära Stellantis”, mit jeweils typischen Modellen dargestellt. In der Ausstellung werden dem Besucher 50 Autos von Maserati gezeigt, das sind doppelt so viele wie bei der InterClassics Brüssel 2024. Die Exponate sind wie immer mit Hinweisen in drei Sprachen versehen.
Eine über die gesamte Hallenbreite gehende Plakatwand im oberen Ausstellungsbereich, der Herman de Croo Plaza, illustriert die Firmenhistorie zudem in zeitlicher Abfolge. Selbstverständlich erwarten den Besucher dort auch einschlägige Filme sowie Vitrinen mit Modellautos und im Hintergrund läuft italienische Musik.
Zeitlich reicht die Spanne der ausgestellten Maserati vom Rennwagen Tipo 26 M von 1928 bis hin zum aktuellen GranTurismo 110 Anniversario aus dem Jubiläumsjahr 2024. Neben Rennwagen aus allen Epochen sind natürlich luxuriöse Sportwagen (Gran Turismo) und sportliche Limousinen zu sehen. Auch Motorräder gehören zur Firmengeschichte von Maserati, sollen aber hier außer Ansatz bleiben.
Der Rundgang beginnt mit dem kleineren Teil der Ausstellung im Erdgeschoss. Hier findet man eine Mischung von Klassik und Moderne. An die früheren Zeiten der Marke erinnern der Maserati 4 CLT 48 von 1949 mit nachgerüstetem Osca V12-Motor sowie ein Maserati 250 F von 1954. Das ist der Typ, mit dem Juan Manuel Fangio 1957 zum fünften Mal Weltmeister der Formel 1 wurde.
Ein Tipo 61, auch bekannt als "birdcage" (Vogelkäfig), von 1961 fehlt ebenfalls nicht. Hier würde man sich Röntgenaugen wünschen, um einen Blick unter das Karosserieblech auf den namensgebenden Gitterrohrrahmen werfen zu können. Dafür entschädigt der Anblick des Tipo S 63 V12 Serenissima mit seiner martialischen, etwas an die Rohre von Schiffskanonen erinnernden Auspuffanlage im Heck.
Die Neuzeit der Marke Maserati wird repräsentiert durch die Modelle GranTurismo GT4 (2011), MC12 (2014), Trofeo Light (2017), MC 20 (2021) und neben dem bereits erwähnten GranTurismo Anniversario einen aktuellen GT2 Stradale. Nur wenige Meter dahinter überrascht den Besucher ein kreisförmiges Ensemble von fünf Sportwagen verschiedener Hersteller und ein Motorrad, die sämtlich rot lackiert sind. Eines der Autos ist erwartungsgemäß ein Maserati, nämlich eine Barchetta von 1992.
Steigen wir nun hinauf ins Mezzanin, zum größeren Teil der Sonderausstellung. Hier oben gibt es übrigens kaum rote Autos, vielmehr herrscht farbliche Vielfalt. Zunächst begegnet man dem hell/dunkelblau lackierten Maserati A6 GCS Berlinetta Pininfarina wieder, der soeben auf der Brüsseler InterClassics den Titel "Best of Show" erringen konnte. Auf der linken Seite sind vier Rennwagen von Maserati zu finden, zeitlich beginnend mit dem oben bereits erwähnten Tipo 26 M aus der Anfangszeit von Maserati.
Ansonsten ist hier oben eine breite Skala von Autos der Marke mit dem Dreizack ausgestellt, die in Einheiten zu meist fünf Fahrzeugen die jeweiligen Abschnitte der Firmengeschichte abbilden. In der Gesamtschau zeigt sich dabei, dass sich wohl alle namhaften italienischen Formgestalter der Nachkriegszeit im Design der Sportwagen von Maserati verewigt haben.
Von der Baureihe A6G der Fünfzigerjahre sind außer der bereits erwähnten Berlinetta von Pininfarina auch Versionen von Allemano, Frua und Zagato zu sehen. Für die spätere Baureihe 3500 GT bzw. Sebring steht nicht nur ein Spyder von Vignale, sondern auch der aus dieser Reihe entwickelte, aber deutlich darüber positionierte 5000 GT, welcher einst auf Initiative des iranischen Schahs M. Reza Pahlavi entstand. Den Maserati Ghibli findet der Besucher sowohl als Spyder als auch als Ghibli SS Coupé vor.
Ferner sei der Maserati Kyalami 4200 von 1982 erwähnt, mit dem seinerzeit die "Ära Alejandro de Tomaso" bei Maserati begann. Am rechten Ausstellungsrand sind die Modelle Quattroporte I bis III nebst einem Prototyp von Frua aufgereiht. Direkt daneben und quasi als Kontrapunkt zur A6 GCS Berlinetta Pininfarina wird das zum 100. Firmenjubiläum entstandene Konzeptfahrzeug "Alfieri" von 2014 als Paradebeispiel für neues Markendesign effektvoll präsentiert.
Je nach Vorliebe kann der Besucher dieser großen Jubiläumsschau sicher noch vieles entdecken, etwa den roten Maserati Mexico von 1967 oder zwei Maserati Mistral, die beide ein Jahr jünger sind und von denen einer als Restaurierungsobjekt noch deutliche Zuwendung erfahren muss.
Alles in allem erwartet den Besucher eine beachtliche Ausstellung, die auch für Familien interessant sein dürfte, denn auch für die jüngsten Besucher gibt es allerhand informative Unterhaltung. In der permanent umarrangierten Autoworld Brüssel gibt es jenseits der Sonderausstellungen immer noch etwas zum Thema zu entdecken. Wie zum Beispiel den Maserati Khamsin, das Coupé mit dem "gläsernen Kofferraum”...
Weitere Informationen zur Ausstellung "Maserati 110 Years”, die sich noch bis zum 23. Februar 2025 in der Autoworld Brüssel erkunden lässt, finden Sie auf der Website des Museums.





















































































































































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