Es sind beachtliche Zahlen: 2025 wurden weltweit Sammlerfahrzeuge im Wert von knapp 4,3 Milliarden Euro versteigert. So viel wie nie zuvor, stellt Route 66 Auctions in den Niederlanden fest. Das sind rund 80'000 Fahrzeuge und entspricht geschätzt dem Gesamtwert aller Klassiker, die in den Niederlanden registriert sind. Und: Mehr als die Hälfte davon wurden im Internet versteigert.
Die Online-Auktionen haben die klassischen Saalauktionen mittlerweile überholt. 2024 lagen sie beim Umsatz erstmals vorne, 2025 standen umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro online den 2,0 Milliarden Euro live gegenüber. Online wechseln pro Jahr mittlerweile rund 50'000 Sammlerfahrzeuge den Besitzer, mehr als doppelt so viele wie an Live-Auktionen.
Auch an der Spitze des Marktes tut sich einiges. 2019 wurde mit einem Mercedes-Benz 300 SL "Flügeltürer" erstmals ein Auto für über eine Million Euro via Internet verkauft. Schon 2025 waren es dann 53 Online-Verkäufe in dem Preissegment ab 900'000 Euro. Der teuerste Online-Zuschlag war bislang ein Ferrari LaFerrari für umgerechnet 4 Millionen Euro.
Für die Verlagerung von Live zu Online gibt es drei Gründe. Die Generation X und die Millennials kaufen altersbedingt ungeniert online, selbst bei grossen Beträgen. Gesucht sind dabei vermehrt jüngere Klassiker wie Porsche 911 der Generationen 993 oder der Ferrari F355. Und natürlich alle modernen Supercars von McLaren und Pagani, die als Neoklassiker wie selbstverständlich zur Szene gehören.
Online-Auktionen bieten ausserdem internationale Reichweite, die gerade bei seltenen Modellen wichtig ist, weil Käufer nicht unbedingt dafür um die halbe Welt fliegen möchten. Schliesslich bildet sich der Online-Preis öffentlich innerhalb einer Zeitspanne von ein bis zwei Wochen und nicht kurzfristig im Saal oder langfristig im Showroom beim Händler.
Den Ausschlag geben wie bei jedem Klassikerkauf aber immer noch Zustand, lückenlose Dokumentation, Originalität und ehrliche Fotos. Laut Route 66 Auctions im niederländischen Waalwijk erhalten Angebote mit mehr als dreissig Fotos im Schnitt 40 Prozent mehr Gebote. Offenbar wächst das Vertrauen, je ausführlicher ein Fahrzeug digital dokumentiert ist.
Ganz verschwinden werden die klassischen Saalauktion aber nicht. Vor allem für Autos im oder über dem achtstelligen Bereich bieten nur Live-Events die grosse Bühne. Unterhalb dieser Topseller ist aber die Online-Auktion die beliebtere Variante geworden.































