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ADAC Heidelberg Historic 2017 - Lebengefühl längst vergangener Tage (Rückblick)

Erstellt am 18. Juli 2017
, Leselänge 3min
Text:
ADAC/PR
Fotos:
ADAC/Luca Siermann 
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190 Oldtimer, 540 Kilometer, 16 Gleichmässigkeitsprüfungen und überwiegend schönes Sommerwetter: Die 23. ADAC Heidelberg Historic ging am 15. Juli 2017 mit der Zieleinfahrt am Auto und Technik Museum Sinsheim fulminant zu Ende.

Nur mit einem Bordbuch und einer Stoppuhr ausgestattet durchfuhren die Teilnehmer der traditionsreichen Oldtimerveranstaltung des ADAC Nordbaden e.V. an zwei Rallyetagen mehr als 100 Ortschaften in der Region. Chrom und auf Hochglanz polierter Lack strahlten mit den Teilnehmern und den Zuschauern am Straßenrand um die Wette.

Die vereinzelten Regenschauer taten der Stimmung keinen Abbruch. „Ob Klein oder Groß, die Menschen sind von der alten Technik und vom Design der Fahrzeuge einfach begeistert“, erklärt Jürgen Fabry, Sportleiter des ADAC Nordbaden. „Nach Navigationsgeräten oder Servolenkungen sucht man bei der Heidelberg Historic vergeblich. Auch Überholmanöver bekommt man hier nicht zu sehen. Denn nicht Schnelligkeit, sondern Gleichmäßigkeit ist das Maß der Dinge.“ Im Schnitt dürfen die historischen Fahrzeuge nicht schneller als 50 km/h unterwegs sein. Entschleunigung der Extraklasse!

Bild Eindrücke von der Heidelberg Classic 2017
Eindrücke von der Heidelberg Classic 2017

Im Minutentakt starteten die Teams am Freitagmorgen in Sinsheim und durchstreiften auf ihrer zweitägigen Tour den Kraichgau, die Kurpfalz, das Madonnenland und das Zabergäu. „Es ist der Kontrast, der so reizvoll ist. Herrliche Landschaften abseits großer Straßen auf der einen Seite, der Hockenheimring und die Publikumsmagneten Heidelberg, Spechbach oder das Audi Forum Neckarsulm auf der anderen Seite“, weiß Fahrtleiter Michael Steiner, der für die Streckenführung verantwortlich war. Fahrer und Zuschauer wollte er gleichermaßen begeistern. „Das haben wir erreicht!“

Oldtimerfans tummelten sich an beiden Rallyetagen nicht nur an den Epizentren, die quasi schon qua Tradition durchfahren werden, sondern auch in kleineren Ortschaften wie Oberacker, Mühlhausen oder Zweiflingen. Einfahrende Fahrzeuge wurden unter tobendem Applaus begrüßt, die Fahrer bei ihren Prüfungen angespornt. Besonders interessant war während der Rallyepausen vor allem für die jüngeren Zuschauer der Blick in die Cockpits oder unter die Kühlerhaube.
Kein Wunder, denn das Teilnehmerfeld hatte mit seinen 35 verschiedenen Automarken und 20 Vorkriegswagen einiges zu bieten. Exoten wie Alvis, Riley, Trident oder Willys Overland zogen Oldtimerfreunde in den Bann. Aber auch so klangvolle Namen wie Aston Martin, Bentley, Bugatti, Chevrolet und Ferrari waren vertreten. Ein echter Hingucker war der Chenard & Walcker T3 Torpedo aus dem Jahr 1923, das älteste Fahrzeug im Feld.

Bild Riley TT Sprite Special von 1933 - Gesamtsieger - Eindrücke von der Heidelberg Classic 2017
Riley TT Sprite Special von 1933 - Gesamtsieger - Eindrücke von der Heidelberg Classic 2017

In der Gesamtwertung bewiesen Helmut Nigst aus Gräfelfing und Andreas Strohschen aus Feldkirchen mit ihrem Fahrzeug Riley TT Sprite Special, Baujahr 1933, höchstes Können – sie fuhren mit nur 6,39 Strafsekunden in die Zielgerade ein.

Einen Sonderpreis für die weiteste Anreise „auf eigener Achse“ wurde in der Gruppe der Fahrzeuge bis Baujahr 1945 vergeben: 199 Kilometer hatten Harald und Riccardo Göstl aus Dillingen bereits hinter sich gebracht, ehe sie mit ihrem Bentley Speed 8 Special, Baujahr 1945, die 540 Etappenkilometer unter die Räder nahmen. Für Fahrer und Beifahrer ging die Rallye am Samstag auf Platz 158 zu Ende.

Der deutsche Rennfahrer Lance David Arnold, bekannt für seine Fahrzeugtests im VOX-Automagazin „auto mobil”, landete im Porsche 356 A aus dem Jahr 1959 auf Platz 81, der ehemalige Handball-Nationaltorwart Henning Fritz schaffte es mit seinem Fahrer Heiner Gassert im BMW 327/2 Cabrio des Baujahrs 1950 auf Platz 126.

Bild Eindrücke von der Heidelberg Classic 2017
Eindrücke von der Heidelberg Classic 2017

Wer auf den Geschmack gekommen ist und die zwei Tagesetappen durch die schöne Region nachfahren möchte, kann sich in den Geschäftsstellen des ADAC Nordbaden den detaillierten Streckenverlauf aushändigen lassen. Die Vorbereitungen für die 24. ADAC Heidelberg Historic haben indessen bereits begonnen – der Termin wird in Kürze bekanntgeben.

Sieger in den einzelnen Gruppen:

  • Gruppe D:     bis Baujahr 31.12.1945
    Helmut Nigst aus Gräfelfing und Andreas Strohschen aus Feldkirchen im Riley TT Sprite Special, Bj. 1933, Startnummer 16 - Gesamtsieger
  • Gruppe E:     Baujahr 01.01.1946 – 31.12.1960
    Dirk Gärtner aus Weinheim und
Ralf Kern aus Schönau im Austin Healey Le Mans, Bj. 1958, Startnummer 56
  • Gruppe F1:   Baujahr 01.01.1961 – 31.12.1965
    Christian Waack aus Heidelberg und Thomas Sichelschmidt aus Weinheim im Triumph TR3 B, Bj. 1962, Startnummer 71
  • Gruppe F2:   Baujahr 01.01.1966 – 31.12.1970
    Stefano und Susanna Ginesi aus Wettingen (Schweiz) im Porsche 914-6, Bj. 1970, Startnummer 63
  • Gruppe G:     Baujahr 01.01.1971 – 31.12.1976
    Bernhard und Simone Gottwald aus Esslingen im BMW 3.0 CSi, Bj. 1971, Startnummer 70
  • Gruppe X:     Sonderklasse Historische Rallyefahrzeuge
    Team „Heidelberger Brauerei 1“:  Christian Mack aus Sinsheim und Jochen Weinelt aus München im Porsche 911 3,2, Bj. 1985, Startnummer 85

 Weitere Informationen gibt es auf der Website der Veranstaltung.

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