Jenseits des Concorso d'Eleganza Villa d`Este findet seit neun Jahren auch der FuoriConcorso statt. Nur knappe 20 Gehminuten von der Villa d'Erba entfernt, zeigten sich dieses Jahr italienische Rennikonen von ihrer allerbesten Seite.
Man wurde fast schon genötigt vom Concorso d'Eleganza einen kurzen Abstecher zur Konkurrenz zu machen, um die meist rot lackierten Boliden zu bewundern, vor allem wenn man in der eigenen Familie fast alle diese Autos live miterleben durfte.
Die wunderbare Alfetta aus dem Alfa-Romeo Museum, die einem am Eingang empfangen hatte, erinnerte doch sofort an Vaters ersten F1 GP vor 75 Jahren in Bern Bremgarten von 1950.
Knapp dahinter Villeneuves Turbo Auto der 126C mit dem er am 8. Mai 1982 in Zolder vor inzwischen 43 Jahren direkt vor meinen Augen tödlich verunglückte. Ein Jahr davor in Jarama, setzte sich der Kanadier mit dem Auto eine seiner vielen Kronen auf, als er vier Konkurrenten Reutemann, Laffite, Watson und de Angelis über 25 Runden hinter sich hielt, obwohl er eigentlich mit dem Ferrari der Langsamste von allen war, nur auf der Bremse und beim Beschleunigen war er besser.
Der Ferrari F1-87/88C, mit welchem Gerhard Berger 1988 in Monza Seriensieger McLaren verhinderte, konnte sämtliche Saison-Rennen zu gewinnen … jedoch auch nur mit sehr viel Glück, da der mit grossem Vorsprung führende Ayrton Senna bei der Überrundung von Jean Louis Schlesser mit dem Franzosen kollidierte.
Man kann sich wohl gut vorstellen wie die Haupttribüne von Monza, wo ich mich damals für die Siegerehrung eingerichtet hatte, plötzlich zu brodeln begann, als der McLaren von Senna fehlte und die beiden Ferraris von Berger und Alboreto in Führung liegend daherkamen….
Zweimal, nämlich in den Jahren 1957 und 1958, kam es auf dem Steilwand-Oval von Monza zu einem „Rennen der zwei Welten“, oder auch „Monzanapolis“ genannt, bei dem sich die Indy-Car Szene mit der Formel 1 duellierte. Sir Stirling Moss pilotierte 1958 den weissen Eldorado Maserati und wurde damit nach 3 Rennläufen Gesamt-Siebter. Im ersten Lauf wurde er starker Vierter hinter drei –, im zweiten Fünfter hinter vier Amis und im dritten Lauf schied er nach einem Unfall infolge Lenkproblemen aus. Ein kurzer 16mm-Film, aufgenommen von meinem Vater zeugt von dem Spektakel.
Ganz oben am steilen Hang wurde mit einem Kran ein weiteres Auto mit grossem Erinnerungswert hingestellt, der Sauber-Mercedes C11, den unser vor kurzem verstorbene Freund Jochen Mass pilotiert hat. Das von Leo Ress gezeichnete Auto war wie sein Vorgänger C9 aus dem Jahr 1989 erfolgreich. Mit diesem Wagen begann auch meine Arbeit für Peter Sauber, ebenfalls wiederum äusserst erfolgreich.
Von insgesamt 12 Rennen konnten deren sieben gewonnen werden. Der C11 gewann die Fahrer- und die Konstrukteursmeisterschaft. Jochen Mass war einer der Fahrer und übernahm in jenem Jahr die Rolle des Mentors für das Junior Team mit Michael Schumacher, Karl Wendlinger und Heinz-Harald Frentzen. Mit Schumi zog Mass später als Berater weiter in die F1 und riet ihm ab, zu Williams zu gehen, da ein Titel mit Ferrari ihn doch unsterblich machen würde, was dann tatsächlich auch so war.
Der lang erhoffte Sieg in der Markenweltmeisterschaft kam für die Mailänder endlich 1975, als die Alfa Romeo 33 TT 12 die Meisterschaft überlegen dominierten und sieben der acht Rennen gewinnen konnten. Arturo Merzario und Jacques Laffite standen in Dijon, Nürburgring und Monza, wo ich noch in jungen Jahren bereits zusammen mit meinem Vater fotografieren durfte, ganz oben; Henri Pescarolo und Derek Bell gewannen in Spa, Zeltweg und Watkins Glen. Der siebte Sieg war in Pergusa: Merzario stand damals zusammen mit Jochen Mass ganz oben auf dem Treppchen.
Der Ferrari 250 GTO, eines der wertvollsten Autos überhaupt, stand in einem zarten Grau unter den Bäumen und weiter hinten befand sich ein roter Alfa-Romeo TZ2, den ich persönlich als noch viel schöner in seiner Linienführung finde.
Der Alfa ist zudem kleiner und niedriger, was das Auto noch sportlicher aussehen lässt. Dieser Alfa ist und bleibt eine absolute Augenweide!
Als ganz grosser Fan von Vorkriegsrennwagen, der ich bin, muss natürlich auch der P2 noch erwähnt werden. Mit diesem Auto holte Alfa Romeo 1925 den ersten Grand-Prix-Weltmeistertitel. Sechs dieser Wagen wurden gebaut und der Achtzylinder mit Kompressor gewann insgesamt 18 Rennen.
Wie schon in meiner Bildergeschichte zu Villa d'Este erwähnt, war am Wochenende vom 23. bis 25 .Mai 2025 von Cernobbio bis Como Jubel, Trubel, Heiterkeit angesagt. Man konnte sich an all den sensationellen Autos kaum sattsehen und auch fotografisch füllten sich die Speicherkarten wie nur selten, denn mit jedem Schritt kam man zu einer weiteren Augenweide...

















































































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