Eifel Rallye Festival 2017 - Rallye-Autos aus sechs Jahrzehnten in ihrem Element

Erstellt am 24. Juli 2017
, Leselänge 5min
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Antoine Dellenbach
Fotos:
Antoine Dellenbach 
89
Eilfel Rallye Festival 
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Beste Bilder
Bildergalerie - Fahrzeuge am Eifel Rallye Festival 2017

Der Rallye-Sport ist etwas steril geworden in den letzten Jahren, das Zuschauerinteresse im Vergleich zu den Zeiten, als Munari den Lancia Stratos oder Röhrl den Audi Quattro fuhr, deutlich zurückgegangen. Begeistern für Rallye-Autos aber lässt sich das Publikum noch heute, dies zeigt das Eifel Rallye Festival Jahr für Jahr.


Ford Escort RS 1800 (1978) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Die Ausgabe 2017, die vom 20. bis 22. Juli 2017 wieder Tausende von Rallye-Fans nach Daun in die Vulkaneifel lockte, war keine Ausnahme. 

Beste Bedingungen

Der Wettergott stellte den Teilnehmern und dem Publikum fast perfekte Bedingungen zur Verfügung. Es war die ganze Zeit meist leicht bewölkt und bis auf einen kurzen Schauer am Samstag trocken.


Porsche 911 Carrera RS 3.0 (1978) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Es war auch nicht zu heiss, was die Motoren sicherlich schätzten. Auch die Pisten zeigten sich gut präpariert und sie boten die besten Voraussetzungen für attraktive Rallye-Action.

Ein Volksfest

Das Festival ist kein Rallye im herkömmlichen Sinne, es geht nicht um Bestzeiten. Wichtig sind das Spektakel und die Show. Das wird auch von den Besucher goutiert, die jeweils die Wahl haben, ob sie die Fahrzeuge auf der Rallye-Meile stehend oder bei den Sonderprüfungen ausserhalb von Daun fahrend beobachten wollen.


Peugeot 205 T16 E2 (1986) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Wer sich für Zweiteres entschied, konnte bei Fahrdemonstrationen hautnah an quertreibende Rallye-Autos herankommen. Ein unvergessliches Erlebnis.

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Viele Originalfahrzeuge

Das Besondere am Rallye Festival ist die Breite und Dichte des Startfelds. Rund 160 Autos waren es 2017 und es fehlte kaum ein wichtiges Rallye-Auto, wenn man einmal den Lancia Stratos ausser Acht lässt. Leider konnten nicht immer alles Fahrzeuge zum Laufen gebracht werden, so dass der eine oder andere Wagen auf den Spezialprüfungen fehlte, aber insgesamt beeindruckten die gemeldeten Fahrzeuge.


Versammelte Rallye-Autos am ADAC Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Eilfel Rallye Festival

Bei über einem Drittel handelte es sich sogar um originale Rallye-Autos von damals (und heute). Zusammen repräsentierten sie sechs Jahrzehnte Rallye-Geschichte, angefangen bei den Wagen der Sechzigerjahre, darunter ein Ford Falcon Sprint, wie er 1964 beinahe das Rallye Monte Carlo gewonnen hätte oder der Mercedes-Benz 300 SE, wie man ihn 1963 am Rallye Akropolis sah.


Ford Falcon Sprint (1964) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Fast neuwertige Autos wie der Hyundai i20 WRC von 2016 oder der Peugeot 206 WRC von 1999 repräsentierten das andere Ende des Altersspektrums.

Der legendäre Toyota 222D

Für die geplante Gruppe S entwickelte Toyota einen Prototypen, der sowohl in einer Variante mit Hinterradantrieb als auch mit Vierradantrieb hätte eingesetzt werden können. Man sprach damals von rund 750 kg Leergewicht für die zweiradangetriebene Variante, dem Motor wurden bis 750 PS zugestanden.


Toyota 222D Prototyp Gruppe S (1986) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Optisch war der 222D an den MR2 angelehnt, technisch hatten die beiden Fahrzeuge aber kaum etwas gemeinsam, wenn man einmal von der Lage des Motors (in der Mitte) absieht. Es sollen 11 Prototypen entstanden sein, nur drei Fahrzeuge seien noch am Leben. Eines jedenfalls gab es am Rallye Festival zu sehen und es fuhr sogar im Rahmen der Parade, eine kleine Sensation!

Authentizität gross geschrieben

Nicht nur in der Parade, die natürlich ausschliesslich von originalen Fahrzeugen, darunter zwei Ford RS200, ein Nissan 240RS, ein Ford Escort RS1800 und ein Skoda Fabia RS WRC, bestritten wurde, war man auf Originalität erpicht.


Opel Manta (1983) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Das Gros der am Festival fahrenden Wagen ist optisch zumindest nahe am historischen Original. Für die Zuschauer waren diese “Replicas” oftmals sogar die dankbareren Objekte, da deren Fahrer nicht auf ein Unikat achten mussten und es durchaus auch einmal fliegen lassen konnten.

Nur nicht aufgeben

Obwohl es um nichts als die Ehre ging, bedeutete dies nicht, dass die antretenden Teams inklusive Mechaniker nicht bis zum Äussersten gefordert wurden. Ein Beispiel dafür war der Fricker-Mercedes-Benz 190E 2.5-16, den Harald Demuth pilotierte.


Mercedes-Benz 190E 2.5-16 (1995) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Bereits gegen Ende des Shakedowns am Donnerstag brache eine Antriebswelle. Über die Nacht konnte diese repariert werden, dann streikte am Freitag das Getriebe.

Auch dieses Malheur konnte über Nacht beseitigt werden, doch ein defekter Keilriemen beendete die Fahrt am Samstag auf halber Strecke. Harald Demuth tat dies leid, die Fans waren aber trotzdem begeistert.

Schwierigkeitsgrad nicht unterschätzen

Es waren aber nicht nur technische Probleme, die es dem einen oder anderen Teilnehmer schwer machten. Auch die Strecke bot einige Schwierigkeiten, denen nicht alle immer gewachsen waren. Wechselnde Strassenbeläge, Sprünge, Wasserdurchfahrten, usw. - da konnte schon einmal ein Fehler passieren.


Alfa Romeo GTAm (1971) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Da zeigte sich denn auch ab und zu der Unterschied zwischen Amateur und Profi.

Prominenz hinter dem Lenkrad

Natürlich liess es sich auch die Rallye-Prominenz nicht nehmen, Daun einen Besuch abzustatten. Begeistert empfangen wurde der belgische Hyundai-Werksfahrer Thierry Neuville, der seinen i20 HRC so beherzt über die Piste bewegte, dass die Fans in regelrechte Begeisterungsstürme verfielen.


Hyundai i20 WRC (2016) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Altmeister Stig Blomqvist und Hannu Mikkola freuten sich an der grossartigen Atmosphäre. Der sonst meist schweigsame Stig meinte: “Ich hatte jede Menge Spass an diesem Wochenende und so viel zu tun, denn ich durfte drei verschiedene Autos fahren. Das habe ich regelrecht genossen.”


Ford Sierra RS Cosworth (1988) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Der deutsche Meister Matthias Kahle hatte die Gelegenheit den Skoda 130 RS  der Siebzigerjahre mit dem modernen Fabira R5 zu vergleichen: “So hatte ich meine persönliche Zeitreise durch 40 Jahre Motorsport”, schwärmte er und meinte: “Es ist einfach unglaublich, wie viele Fans hier an der Strecke stehen”.


Skoda 130 RS (1977) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Preise für Originalität und Authentizität

Es gab auch wieder einige Auszeichnungen. Der Preis für das beste Originalfahrzeuge ging an den Toyota 222D von Ernst Kopp.


Toyota 222D (1986) - der Gruppe-S-Prototyp, der nie zum Einsatz kam - erstmals seit 1986 wieder in Bewegung - Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Als bester Nachbau wurde der BMW 2002 von Wolfgang Schröder/Detlef May ausgezeichnet.

Einen Spezialpreis erhielten Dave Kedward und Felix Wiseman für ihre Nachtfahrt mit dem Peugeot 205 T16 E2, bei der der Turbo fast wie ein rasender Feuerball glühte.


Trabant P 800 RS (1986) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Die Rallye-Stars  verliehen dem Trabant P 1800 RS den Chamions’ Choice Award. Stig Blomqvist wurde schliesslich als Rallye Ambassador ausgezeichnet.

Driften für einen guten Zweck

Mitfahrten bei Thierry Neuville und Harri Toivonen waren für einen guten Zweck versteigert worden, so kam der Verein zur Förderung der Jugendarbeit im Landkreis Vulkaneifel e.V. zu einem unverhofften Zustupf von EUR 2000 - eine schöne Geste, die auch ein wenig zeigt, wie gut das Eifel Rallye Festival in die Gemeinde vor Ort eingebettet ist.


Opel Manta 200 (1985) - am Eifel Rallye Festival 2017
Copyright / Fotograf: Antoine Dellenbach

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von mi******
27.07.2017 (08:23)
Antworten
Wobei man nicht ausblenden sollte, daß die Grenze zwischen Original und Nachbau häufig fliessend ist. Wenn man es ganz genau nehmen wollte, müsste man den Grad der Originalzubstanz bzw. den Anteil an Übereinstimmung mit dem ursprünglichen Wettbewerbsfahrzeug in der konkreten Konfiguration zu einem Zeitpunkt X benennen,. Und das dürfte in den allermeisten Fällen unmöglich sein. Ob nun ein um eine originale Fahrgestellnummer eines in Afrika aufgefundenen Wracks herum komplett neu aufgebautes Fahrzeug tatsächlich "originaler" ist als ein genauso aufgebautes Fahrzeug ohne eine Fahrgestellnummer mit entsprechender Geschichte ist schon fast eine philosophische Frage...
von ho******
26.07.2017 (19:16)
Antworten
Den Aufwand mag ich auch nicht unterbewerten. Aber original ist original. Gilt dann auch bei den Silberpfeilen. Nett, dass man bei Audi nachgebaut hat. Aber es sind eben nur Nachbauten. Da hat man es bei Mercedes eben besser.
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