Seit 7. Juni 2023 findet auf dem Portland International Raceway in Oregon wieder jeden Mittwoch das "Beaches Summer Social & Cruisin'" statt, mit dem das Restaurant "Beaches" in Vancouver, Washington – direkt nebenan am Nordufer des Columbia River – nun schon seit 28 Jahren Geld für wohltätige Zwecke sammelt. Und da wir einen Fotografen vor Ort hatten und man als Europäer nur selten die Gelegenheit bekommt, Autotreffen in den USA beizuwohnen, möchten wir unseren Lesern mit diesem kleinen Bilderbogen einmal zu zeigen, wie man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Lust am alten Auto lebt.
Eines fällt dabei sofort auf: Die Amis stehen dem Thema "Modifizierte Klassiker" viel offener gegenüber als wir. Klar, wer kein H-Kennzeichen und keinen Veteranenstatus zu verlieren hat, kann sich gefahrlos austoben: grellbunte Lackierungen, freiliegende Motorblöcke und riesige Chromfelgen; sämtlicher Kotflügel beraubte Vorkriegsmodelle, bis auf den Boden tiefergelegte Strassenkreuzer und VW Kurierwagen mit Chevrolet-V8 im Kofferraum. Erlaubt ist, was gefällt – und wenn nicht, ist das auch egal.
Dem gegenüber stehen kaum bestellte Nischenmodelle grosser Hersteller und vergessene Kleinserien-Exoten US-amerikanischer Produktion, die man in Europa kaum jemals zu Gesicht bekommt. Wie oft sieht man hierzulande schon einen Plymouth Prowler oder einen hingebungsvoll restaurierten Studebaker President Speedster in ebenso schrillem wie werksoriginalem Hialeah Green und Sun Valley Yellow? Und dann sind da natürlich noch all jene, die ihren einheimischen Klassiker bis hin zur korrekten Wölbung der Schraubenköpfe nach Werks-Spezifikation neu aufbauen.
Beeindruckend ist bisweilen die Kreativität und die handwerkliche Qualität der Umbauten und Restaurierungen. Natürlich gibt es auch "Bastelbuden". Aber wer einem 1957er Chevrolet 210 die Fliessheck-Dachpartie eines Chevrolet Fleetline von 1950 aufsetzt und das ganze sogar stimmig und harmonisch aussehen lässt, hat nicht nur eine glückliche Hand am Schweissgerät, sondern zunächst einmal eine rege Phantasie und vor allem ein gutes Auge.
Doch die allermeisten haben – wie hierzulande auch – fernab der Extreme einfach nur Spass an alten Autos, schrauben vielleicht einen Satz American-Racing-Räder auf ihren Ford Mustang und freuen sich über die Gesellschaft von Gleichgesinnten. Wer sich selbst gerne ein Bild davon machen möchte, muss sich nicht beeilen. Das letzte "Beaches Summer Social & Cruisin'" des Jahres ist für den 27. September angesetzt.
































































































































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