Bei der ersten Ausgabe der InterClassics Brüssel anno 2015 durfte man noch gespannt sein, wie dieses neue Angebot angenommen werden würde. Nun, neun Ausgaben später, ist die Messelandschaft eine andere und die InterClassics Brüssel ist eine erfolgreiche, feste Größe. Auch dieses Jahr wurden wieder an drei Tagen (vom 14. bis 16. November 2025) drei Hallen mit 40‘000 qm Fläche bespielt und es gab wieder eine exklusive Sonderschau. Selbstverständlich waren auch der einschlägige Begleithandel sowie eine anspruchsvolle Kunstabteilung wieder präsent. Mit 29‘472 Besuchern wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt, das entspricht einer Steigerung von 29 % gegenüber dem Vorjahr.
V12-Supercars
Widmen wir uns zunächst der diesjährigen Sonderschau zum Thema „V12-Supercars“. Anders als in den Vorjahren hatte man diesmal auf eine rote Illumination verzichtet, wofür der Berichterstatter spätestens beim Fotografieren der weißen Lamborghini dankbar war. Nunmehr also grün ausgeleuchtet, erwartete den Besucher eine beeindruckende Parade von Fahrzeugen, deren V12–Motoren angesichts der Elektromobilität heute fast schon anachronistisch anmuten. Schauen wir uns also einmal bei diesen Meisterwerken des Automobilbaus um.
100-jährige Geschichte
Der zeitliche Rahmen erstreckt sich über eine Spanne von mehr als 100 Jahren, beginnend mit dem Jahr 1916. Für die Vorkriegsära standen vier Autos: Packard Twin Six Phaéton (1916), Cadillac Town Sedan Serie 370 D V12 Fleetwood (1934), Rolls Royce Phantom III Convertible (1936) sowie der Le Mans Werksrennwagen von Lagonda aus dem Jahre 1939.
Für die Zeit danach war Ferrari gleich mit drei Fahrzeugen präsent, nämlich dem Inter Vignale 212 Cabriolet (1951), dem Daytona Group 4 (1972) und dem 12 Cilindri, dem jüngsten Exponat von 2024. Ebenfalls mit drei (eigentlich nur 2 ½) Exemplaren vertreten war Lamborghini: Zu einem Miura SV von 1971 und dem ein Jahrzehnt jüngeren Countach LP 400 S gesellte sich dessen Junior-Pendant in halber Größe.
Stellvertretend für die 1960er waren zwei Jaguar E-Type von 1971 ausgestellt, ein Coupé und ein Roadster.
Die 1990er werden repräsentiert durch den Bugatti EB 110 (1992) und das Coupé BMW Alpina B12 aus demselben Jahr. Mercedes war durch den SL 6,9 V12 von Brabus (1994) und den CLK GTR von 1997 vertreten. Quasi als Gegenpol dazu fungierte der Toyota Century von 1997. Auch die Aston Martin DB7 Zagato (2003) und Walkyrie (2021) fehlten nicht. Abgerundet wurde der exotische Reigen durch den Pagani Zonda R Lanzante Conversion von 1997 und den GMA T.50 von 2020. Letzterer ist mit seinem der Aerodynamik dienenden Ventilator im Heck unverwechselbar.
Auch in diesem Jahr vergab eine zwölfköpfige Jury Preise in verschiedenen Kategorien. Den Titel „Best of Show“ errang ein von der Firma Gipimotor ausgestellter Ferrari 365 GTS/4 von 1973.
«Ganz gleich ob Vermittlung & Verkauf, Aufbereitung & Reparatur oder Netzwerken & Events - Wir sind Experten im Umgang mit klassischen Automobilen. Mit Standorten in Düsseldorf und dem Münsterland schaffen wir den Balanceakt zwischen Großstadt und Landluft und verbinden die geschäftliche Souveränität mit behaglicher Atmosphäre.»
40233 Düsseldorf, Deutschland
- Wartung & Reparatur
- Autohandel (Oldtimer & Youngtimer)
- Restaurierung & Projekte
Triumph, Maserati, Alfa Romeo, und weitere
75 Jahre Formel 1
Eine Schau zum Thema „75 Jahre Formel 1“ wurde von der Firma Officina Caira in der Halle 6 präsentiert. Auch dieser Stand wurde von der Jury ausgezeichnet. Die Präsentation wirkte auf den Berichterstatter aber etwas unvollständig, fehlten doch erklärende Hinweise direkt an den Rennwagen. Für die Anfangszeit der Formel 1 stand der in belgischer Rennfarbe lackierte Talbot-Lago T26C von 1950. Ihm folgte zeitlich ein Aston Martin DBR4 von 1959. Weiter ging es mit den Boliden von EuroBrun (1988), Arrows (1989), Fondmetal (1992), Sauber (2000) bis hin zum aktuellen Kick Sauber.
Rundgang durch die Hallen
Starten wir nun zu einem Rundgang durch die Hallen, wobei dieser Bericht angesichts der Vielfalt des Gebotenen nicht vollständig sein kann. Die Halle 9 beherbergte wieder zahlreiche Clubs, von denen zwei beispielhaft herausgegriffen seien. Der belgische Club für alte Peugeots präsentierte einen durch die Firma Heuliez verlängerten Peugeot 604 TI von 1980. Dieser Stand wurde durch die Belgian Historic Vehicle Assotiation (BEHVA) als bester Stand ausgezeichnet.
Der Volvo Classic Club Belgium feierte das 90. Jubiläum des Volvo PV 36. Er zeigte ein Exemplar, welches 1974 als Haufen Edelschrott gerettet werden konnte und heute prächtig dasteht. Derselbe Club erinnerte auch daran, dass der von DAF „geerbte“ Volvo 66 nun auch schon 50 Jahre alt wird.
Apropos Jubiläen: Auch die Volkswagen-Modelle Golf I GTI und Polo gibt es ebenfalls schon seit 50 Jahren, woran eine Reihe aller Polomodelle erinnerte. Da durfte auch der berühmte Polo 3 „Harlekin“ von 1994 nicht fehlen. Dessen 3806 Exemplare waren übrigens für den deutschen Markt bestimmt, in Belgien wurde der Wagen nicht angeboten.
Mit dem flachen Roadster Škoda 1100 OHC wurde daran erinnert, dass die Firma nun auch schon seit 130 Jahren existiert.
Kunst und Benzin
Nicht unerwähnt bleiben sollte das ansprechende Angebot der Kunstgalerien. Wann sonst sieht man schon z. B. einen Hammerhai aus Carbon oder Wankelmotor als Uhr?
Doch wenden wir uns wieder der Kultur auf vier Rädern zu. Bekanntlich werden die InterClassics Brüssel (und Maastricht) nicht von den Marken Mercedes und Porsche dominiert. Es sind eben auch zahlreiche italienische, britische und amerikanische Wagen im Angebot zu finden. So waren Alfa Romeo und Ferrari wieder zahlreich vertreten in Brüssel, aber es gab auch einen Lancia Flaminia Sport Zagato von 1963 für stattliche 295‘000 €.
Es wurden auch mehrere Fiat mit Mille-Miglia-Vergangenheit offeriert. Für die amerikanischen Autos sei stellvertretend ein Chevrolet Corvette C2 Convertible (1966) für 98´500 € erwähnt, bei den britischen Autos sei der majestätische Rolls Royce Silver Could II von 1961 hervorgehoben.
Das bedeutet aber nicht, dass es nicht hinreichend Porsche oder Mercedes-Benz gegeben hätte. Selbstverständlich wurden Mercedes-Benz 190 SL, Pagoden, Pontons oder Roadster der Baureihe 107 offeriert. Für 35‘000 € etwa war ein 500 SL von 1992 oder für 34‘900 ein 280 SL mit nur 66‘000 km zu haben (beide R 129) und wer einen E 500 (W124) gesucht hätte, hätte sogar zwischen zweien wählen können. Es gab auch einen 450 SEL von 1976 und ein Mercedes-Benz 600 sollte 109‘990 kosten. Ein 300 SL Flügeltürer war für knapp 1,5 Millionen € im Angebot. Man darf gespannt sein, ob künftig auch auf anderen Messen weniger Exemplare dieses Typs angeboten werden.
Auch etliche Porsche wurden offeriert, wobei ein Schwerpunkt bei späten Vierzylindermodellen zu liegen schien. Besonders einprägsam war ein lila lackierter 968 für 99‘968 €. Auch einige Porsche 356 wurden angeboten, etwa ein 356 A für 180‘000 €. Selbstverständlich bestand kein Mangel an 911ern. Auch Replikas gab es, etwa einen 924 turbo Carrera GT oder einen 356 Speedster Replika, der zwischenzeitlich selbst schon Oldtimer war. Und wer „Tributes“ wollte, konnte auch auf dieser Messe einen 911 „backdate“ mitnehmen.
Bei Fahrzeugen der Marke BMW schienen die Modelle Z3 gut vertreten zu sein. Aber auch frühere Modelle, so ein 1600 („neue Klasse“), zwei 2002 Baur Cabriolets, 3,0 CSi sowie ein Z8 waren zu finden.
Kommen wir nun zu Autos, die man selten oder nie auf Messen sieht. Neben einem spektakulären und mit einem Sonderpreis der Jury bedachten Cheetah von 1964 fielen uns ein Jaguar XJ 220 (Angebotspreis: 570‘000 €) und ein Iso A3C Drogo von 1965 auf. Für 69‘000 € hätte man zwischen einem Renault Sport Spider von 1997 oder einem Sport Clio V 6 wählen können, mehr als doppelt so teuer wäre der Renault 5 turbo von 1988 gewesen. Auffallend war auch ein Volkswagen XL 1 von 2015, der für 119‘500 € angeboten wurde. Für 94‘000 € wäre ein Opel Omega Lotus von 1991 zu kaufen gewesen.
Wie schon Anfang des Jahres in Maastricht wurden einige Meyers Manx Buggies angeboten und auch japanische Autos wurden offeriert. Das ging vom kleinen Suzuki Fronte (1970), über einen Subaru XT 1,8, Honda S 2000 oder den kleinen S 800 für 70‘000 € bis hin zum „James Bond“-Sportwagen Toyota 2000 GT. Letzterer wurde für 950‘000 € angeboten.
Es gab auch wieder einige Autos mit sehr geringer Laufleistung. Stellvertretend für diese Gruppe seien ein Volvo P1800 E “Schneewittchensarg“ (1970) mit 2359 km für 44‘450 €, ein Volvo 240 Kombi (1993) mit 22‘100 km für 34‘500 € oder ein Saab 9,3 (2007) mit 33‘000 km Laufleistung für 11‘900 € genannt.
Wer schließlich bis zu 25‘000 € auszugeben bereit war, hätte aus einer Vielfalt von Automarken auswählen können. Unter der 10‘000-Euro-Schwelle lagen ein Seat 600 (6900 €), ein Golf II mit nur 48‘000 km (7259 €) ein patinierter Citroën 11 CV Familiale (8000 €) oder ein Mini 1000 von 1981 (8500 €). Ein Golf I Cabriolet gab es für glatte 9000 € und einen MGB für 9500 €.
In der nächsten Preislage hätte man einen von zwei Autobianchi A112 (mit nur 400 km für 12‘500 €), einen BMW 1602 (15‘500 €), einen BMW 518i von 1985 mit 43‘900 km oder einen authentischen Peugeot 404 mit 70‘000km (beide 16‘900), aber auch einen Renault Ondine Gordini (17‘000 €) erwerben können. Knapp unter 25‘000 € wären für einen BMW 1502 mit nur 44‘000 km, einen Porsche Boxster (2004), einen Mercedes-Benz 280 SL (1983) oder einen Lancia Beta Montecarlo von 1976 fällig gewesen.
Eine runde Sache
Zuallerletzt wenden uns noch den akustischen Reizen zu. Der Berichterstatter konnte vor vielleicht zwei Jahrzehnten auf der TechnoClassica in Essen einmal den Motorsound eines Bentley Blower erleben. Mindestens auf diesem gigantischen Lärmpegel bewegte sich in Brüssel die Demonstration des Toyota Overdrive V8 der Firma Thunder Car. Nomen est omen, doch das kann man wohl nur alle paar Jahre aushalten.
Fazit: Die Jubiläumsausgabe der InterClassics Brüssel war rundum gelungen. Die Veranstalter haben es wieder geschafft, ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Angebot zu unterbreiten. Einmal mehr ging Klasse vor Masse.





























































































































































































































































































-an-den-Classic-Days-2014.jpg)





























































Kommentare