Von 1953 bis 1972 veranstaltete der Automobilclub Piacenza 17 regionale Bergrennen, die von Castell'Arquato nach Vernasca führten.
Die 8,9 km lange Strecke weist eine atypische Charaktere auf, denn der erste Teil ist eine rund fünf Kilometer lange flache superschnelle Gerade durch das schmale Tal, während die Bergpassage wie so oft aus 34 meist sehr engen Kurven besteht.
Beim ersten Lauf 1953 mit 40 Startern stand Consalvo mit einem Alfa-Romeo 3000 CM am Start.
Seit bald 30 Jahren historischer Bergrennsport
Seit 1996 gibt es den heutigen Event als Erinnerung an die guten alten Zeiten. Die Idee beruht einzig und allein darauf, auf einer abgesperrten Strecke einen dynamischen Bewerb als Animation zur Erhaltung und Restaurierung von historischem Kulturgut zu unterstützen.
Im Laufe der vergangenen Jahre hat diese Veranstaltung einige der bedeutendsten Sammler von Rennwagen ins Val d'Arda gebracht und das angereiste Publikum konnte legendäre Rennwagen von 1907 bis 2000 in artgerechter Verwendung beobachten.
Dass das Ganze nicht nur eine Amateur-Veranstaltung ist, zeigen die gewonnenen Preise wie 2005 der “International Historic Motorsport Award” als “Speed Event of the Year” und die Octane-Nominierung als “Motorsport Event of the Year”, damals knapp geschlagen vom “Goodwood Festival of Speed”.
Fast stressfrei
Wer also gerne Rennwagen, Design-Studien oder nicht alltägliche Autos sieht, dem können wir den italienischen Anlass „Silver Flag" in Vernasca, nur gerade mal 100 km weg von Mailand in Richtung Bologna, nur empfehlen.
Rund 200 Klassiker bewältigen ohne jegliche Richtlinie die endlos lange Gerade und dann die enge Bergprüfung. Alles ohne Stress und Stoppuhren, ganz ruhig und gemütlich.
Der einzige Stressfaktor bei der Austragung vom 13. bis 15. Juni 2025 war die grosse Hitze, die Mensch und Technik mit über 36 Grad im Schatten doch an die Grenzen bringen konnte.
Die beiden kleinen verschlafenen Ortschaften der Emilia Romagna im Tal (Start) und auf dem Hügel (Ziel) feierten bereits zum 29. Mal ihren jährlichen Ausnahmezustand mit dem "Concorso dinamico per vetture storiche“.
Raritäten in Bewegung
Das Wunderbare an dieser Veranstaltung ist die Ansammlung von Autos, die man nur höchst selten live und noch seltener fahrend zu Gesicht bekommt.
Die erste Bertone-Studie zum späteren Fiat X 1/9 aus dem Jahre 1969, „Runabout Barchetta“ genannt, ist sicher nicht jedem geläufig, genausowenig der doch etwas unförmige und formal gewöhnungsbedürftige Alfa Romeo V6 3.0 „Vittoria“ Castagna.
Dass der Fiat 130 HP von 1907, die doch steile Bergprüfung ganz locker viermal schaffte, war sehr eindrucksvoll. Viele wesentlich jüngere Autos mussten schliesslich mit thermischen Problemen das Handtuch werfen.
Prominenz in Marken und Menschen
Die Marke Lancia war mit dem Typ Stratos ganz stark vertreten, selbst der äusserst rare Stratos Gruppe 5 Turbo Silhouette war mit von der Partie.
Auch menschliche Prominenz kam nach Italien, so waren Arturo Merzario und Thierry Boutsen vor Ort und aus der Rallye-Szene zeigte sich Michi Biasion.
Bildstark
Da es weder Sieger, noch Prämierungen gibt, sagen vermutlich die Bilder in dieser Bildergalerie oder die bereits publizierte Bildergeschichte dieser herrlichen Veranstaltung mehr als alle Worte dieser Welt. Aber dies darf jeder Leser selber herausfinden, wenn er durch die Fotos klickt.
















































































































































































































































































































































































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