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    Jacques Saoutchik, ein Künstler unter den Carrossiers - Leben und Werk (Buchbesprechung)

    Erstellt am 13. Oktober 2014
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Dalton Watson / Bruno von Rotz 
    (18)
     
    18 Fotogalerie

    7 kg, 1164 Seiten, fast 2000 Bilder und rund 800 Autos. Nur selten wird das Lebenswerk eines Mannes so detailliert dokumentiert, wie dies Peter Larsen und Ben Erickson in ihrem neuesten Werk “Jacques Saoutchik, Maître Carossier” getan haben.

    Wie packt man eine derartige Aufgabe an? Man kann sich gut vorstellen, dass Larsen und Erickson lange diskutiert haben, bis sie sich dazu entschieden, ihre Erkenntnisse und die gesammelten Fotos in drei zusammenhängende Bücher aufzuteilen.

    Buch "J. Saoutchik - Carrossier" - Volume I, II und III
    © Copyright / Fotograf: Dalton Watson / Bruno von Rotz

    Das erste Buch beschreibt dabei das Leben Saoutchiks, das zweite diskutiert seine Entwürfe und das dritte könnte man als Werksverzeichnis bezeichnen.

    Das nicht ganz einfache Leben des Jacques Saoutchik

    Larsen hätte es sich, wie er selber schreibt, einfach machen können: “Es war einmal ein russischer Tischler, der nach Paris auszog. Dort verbrachte er 50 Jahre und baute faszinierende Autos. Er ging bankrott und starb.”

    Buch "J. Saoutchik - Carrossier" - aus dem Leben des Karosseriebauers (Volume I)
    © Copyright / Fotograf: Dalton Watson / Bruno von Rotz

    Obschon dies die Faktenlage durchaus korrekt wiedergibt, würde man Saoutchik wohl kaum verstehen, wenn man nicht mehr ins Detail gehen würde. Und dies Tut Larsen auf sage und schreibe 430 Seiten. Dass er dabei auch das Umfeld, z.B. das Rennen Paris-Madrid von 1903, beschreibt, ist nur logisch und schafft den Kontext für ein besseres Verständnis.

    Saoutchik wurde als Iakov Savtchuk  in Russland geboren. Er war Jude. Antisemitische Vorurteile zwangen ihn dazu, Russland mit seinem Bruder Boris zu verlassen und dabei Familie und Habe zurückzulassen. 1899 gelangte er nach Paris, änderte bald seinen Namen in eine französisch aussprechbare Variante und begann schon bald Pferdekutschen zu karossieren. Saoutchik arbeitete danach bei Renault, verliess diese Firma aber nach dem Tod seines Chefs Marcel Renault im Rennen Paris-Madrid im Jahr 1903.

    Der geschockte Jacques machte sich wieder selbständig und gründete seine eigene Karosseriefirma, die dann bereits 1906 “Carosserie de Luxe, J. Saoutchik” hiess. Und schon bald erfuhr die Welt von seinen Künsten, denn er hatte in den meisten Jahren bis 1954, als er bankrott ging, jeweils einen Stand auf dem Pariser Autosalon und auch auf dem Genfer Autosalon stellte er wiederholt aus.

    Die Saoutchik-Designs

    Das zweite Buch zeigt unter dem Titel “The Language of Design“ die Designsprache Saoutchiks auf rund 230 Seiten, nutzt dabei Zeichnungen, Planskizzen und Fotografieren, aber natürlich vor allem auch Broschüren und Werbeillustrationen.

    Buch "J. Saoutchik - Carrossier" - erste Innenseiten des Volumes II
    © Copyright / Fotograf: Dalton Watson / Bruno von Rotz

    Rund 46 Jahre Formen und Gestaltungsdetails werden hier diskutiert und umfangreich illustriert.

    Natürlich kommt seine patentierte demontierbare Windschutzscheibe für Passagiere genauso zur Sprache wie seine wandelbaren Karosserien, bei denen die aufspannbaren Dächer komplett in der Karosserie verschwanden.Ein ganzes Kapitel ist auch der exotischen Marke Bucciali gewidmet.

    Buch "J. Saoutchik - Carrossier" - Karosserieentwürfe (Vol II)
    © Copyright / Fotograf: Dalton Watson / Bruno von Rotz

    Und es kommt auch die Epoche mit den opulenten und ausschweifenden Prunkfahrzeugen zur Sprache, die mit ausladenden Dimensionen und unbescheidenem Chromschmuck auffielen. Zu jener Zeit trug vor allem auch Pierre Saoutchik, Jacques Sohn, viel zur Gestaltung der Wagen bei.

    Auch die Pegaso-Zusammenarbeit und die dabei entstandenen Sportwagen wird ausführlich gewürdigt.

    Lesenswert ist unbedingt auch das Kapitel über den Karosseriebau und die Restaurierung eines Delahaye 135M, das durch David Cooper beigetragen wurde.

    Die Saoutchik-Fahrzeuge

    Im dritten Band schliesslich trugen Peter Larsen und Ben Erickson ein Werksverzeichnis zusammen. Leider gingen die Auftragsbücher und Aufzeichnungen der “Carrosserie Saoutchik” bei einem Brand verloren, so dass es nicht einfach ist, herauszufinden, welche und wieviele Fahrzeuge Saoutchik baute.

    Buch "J. Saoutchik - Carrossier" - gebaute Vorkriegs-Fahrzeuge (Vol III)
    © Copyright / Fotograf: Dalton Watson / Bruno von Rotz

    Man rechnet mit rund 20 bis 25 Karosserien pro Jahr, die er mit einer zweistelligen Anzahl Mitarbeiter fabrizieren konnte. Insgesamt dürften  es vielleicht 800 Stück (Schätzung Zwischengas) gewesen sein, rund ein Viertel davon, aufgebaut auf Fahrgestellen der Marken Mercedes-Benz, Delahaye, Delage, Salmson, Pic-Pic, Rolls-Royce und vieler anderer Hersteller, wird im Werksverzeichnis bildlich und textlich auf rund 350 Seiten wiedergegeben und gelangte auch in eine tabellarische Aufstellung, die die Wagen mit bekannter Chassis-Nummer listet.

    Dass im dritten Buch teilweise Bilder der anderen Bücher nochmals erscheinen, ist Absicht und soll sicherstellen, dass die einzelnen Fahrzeuge so komplett wie möglich dokumentiert sind.

    Buch "J. Saoutchik - Carrossier" - die oppulenten Jahre am Beispiel Delahaye - Farbbilder (Vol III)
    © Copyright / Fotograf: Dalton Watson / Bruno von Rotz

    Abgeschlossen wird das dritte Buch durch einen umfangreichen Index, der das “Navigieren” in den drei Büchern erheblich erleichtert.

    Keine leichte Lektüre

    Nicht nur des Gewichts wegen ist das dreibändige Werk zu Saoutchik keine leichte Lektüre. Als Coffee-Table-Book taugt das Werk nur bedingt, es will gelesen, studiert werden und wartet auf die Auseinandersetzung mit dem “Constant Reader”.

    Natürlich sind die vielen Archivbild ein Genuss, auch wenn man nicht primär an Saoutchiks Kreationen interessiert ist. Und viele der Ereignisse rund um das Leben des Exilrussens sind auch für nicht primär an Spezialkarosserien interessierten Leser interessant.

    Buch "J. Saoutchik - Carrossier" - Einband/Schuber
    © Copyright / Fotograf: Dalton Watson / Bruno von Rotz

    In seiner günstigeren Ausführung kostet der im Schuber gelieferte Dreibänder aber immerhin USD 500 und für Kunden ausserhalb Grossbritannien und USA kommt noch ein Portozuschlag von USD 30 dazu. Etwas Enthusiasmus ist also schon gefragt.

    Ein Muss für Liebhaber des französischen Karosseriebaus

    Für Leute aber, die am französischen Karosseriebau interessiert sind, Fahrzeuge der Marken Delahaye, Delage oder Pegaso bewundern oder gar ihr Eigen nennen, für die ist der Dreibänder des Autorenpaars Larsen/Erickson, die bereits mit dem Werk " Talbot Lago - The Car from Paris " ein überzeugendes Erstlingswerk vorgelegt haben, ein Muss.

    Die Qualität ist stimmig, das dargestellte Material sehr umfangreich. Immer wieder wird man Neues entdecken und sich an den Details der Karosserien kaum sattsehen können.

    Vielleicht hätte man mit einigen zusätzlichen Tabellen noch etwas mehr Übersicht schaffen und überlebende Fahrzeuge noch umfangreicher dokumentieren können, aber dies ist Kritik auf sehr hohem Niveau, denn eigentlich sind wir mit den drei Büchern rundum glücklich.

    Bibliografische Angaben

    • Titel: Jacques Saoutchik, Maître Carossier
    • Autoren: Peter M. Larsen und Ben Erickson
    • Sprache: Englisch
    • Verlag: Dalton Watson, 1. Auflage 2014
    • Umfang: 1164 Seiten, 1933 Bilder, Format 33,5 x 23 cm, ca. 6,9 kg (3 Bände und Schuber)
    • ISBN: 928-1-85443-269-8 (Deluxe-Leder-Ausgabe: 978-1-85443-270-4)
    • Preis: USD 500
    • Bestellen:  Beim Verlag Dalton Watson

    Alle 18 Bilder zu diesem Artikel

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