Die Geschichte der BMW-Tourenwagen im Film - Adrenalin pur (Film-Besprechung)

Erstellt am 29. November 2014
, Leselänge 4min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
BMW AG 
36
Film "Adrenalin" / Tim/Nick Hahne 
6
Film "Adrenaline" / Nick Hahne 
5
Film "Adreanlin - die BMW Touring Car Story - Promotionsaufnahme
Ausschnitt aus dem Film "Adrenalin" - Tourenwagen-Action
BMW 1800 ti (1964) - die "neue Klasse" auf dem Nürburgring
BMW 1800 ti (1964) - Hubert Hahne im BMW 1800 ti
BMW 1800 (1966) - beim 24-Stunden-Rennen von Spa Francorchamps 1966 beim Boxenstopp
Ausschnitt aus dem Film "Adrenalin" - Als man noch hautnah an der Renn-Action war

Steve Soper spricht aus, was vermutlich viele denken: “Wenn Du in der Formel 1 bist, dann willst Du Ferrari fahren, wenn Du Tourenwagen-Rennsport machst, dann ist Deine Wahl BMW”. Und um genau dies geht es im Film “Adrenalin - The BMW Touring Car Story”, um BMW im Tourenwagensport.

Tim und Nick Hahne, beide verwandt mit dem legendären Tourenwagenrennfahrer Hubert Hahne, der als erster im Tourenwagen in weniger als 10 Minuten um die Nordschleife fuhr, haben einen Film gedreht, der die Emotion, die Spannung, die Freude und den menschlichen Faktor im Zentrum hat. Die Autos, also die Tourenwagen von BMW, spielten im Film eigentlich die Nebenrolle, sind bildlich aber immer im Zentrum.
Hans-Joachim Stuck fasst es zusammen: “Das war einfach richtiger cooler Motorsport”

Über mehrere Zeitalter

“Adrenalin” setzt irgendwann gegen Ende der Sechzigerjahren ein, als BMW begann, mit dem BMW 1800 den Tourenwagensport aufzumischen.

Bild BMW 1800 ti (1964) - Hubert Hahne im BMW 1800 ti
BMW 1800 ti (1964) - Hubert Hahne im BMW 1800 ti

Über den sportlichen BMW 2002 geht es weiter zum brachialen Coupé BMW 3.0 CSL, als mit Leichtbau und Aerodynamikhilfsmitteln die Ford Capri erfolgreich bekämpft wurden. Dies ist auch die Zeit, als Jochen Neerpasch bei BMW eintritt und die Motorspot GmbH gründet.

Bild BMW 3.0 CSL (1973) - dank Leichtbau und Aerodynamikhilfsmitteln erfolgreich
BMW 3.0 CSL (1973) - dank Leichtbau und Aerodynamikhilfsmitteln erfolgreich

Aus diesem Konstrukt entwächst dann auch der BMW M1, die Kunststoffikone, die mit der Procar-Serie Formel-1-Rennfahrer gegen Amateure antreten liess.

Bild BMW 320i Gruppe 5 (1977) - Quester im BMW 320i Gruppe 5
BMW 320i Gruppe 5 (1977) - Quester im BMW 320i Gruppe 5

In den Achtzigerjahren tritt dann der BMW 320 Gruppe 5, ein kompromisslos ausgelegter Rennwagen, in die Fussstapfen der Siebzigerjahre-BMW-Tourenwagen. Und mit dem BMW-Junior-Team wird gleich nochmals ein Paukenschlag gelandet.

Bild BMW M3 (1988) - Roberto Ravaglia auf BMW M3 beim DTM-Rennen Nürburgring
BMW M3 (1988) - Roberto Ravaglia auf BMW M3 beim DTM-Rennen Nürburgring

Über den BMW 635 CSI geht es dann zum erfolgreichsten Tourenwagen aller Zeiten weiter, dem BMW M3. Und mit ihm in die Neuzeit, die unter anderem den BMW 320 Gruppe A, den M3 GTR und die M3 DTM hervorgebracht hat.

Ergänzt werden die 50 Jahre Tourenwagen-Rennsport noch mit einem Exkurs zu den BMW Art Cars. Dieses Kapitel wäre eigentlich einen separaten Film wert gewesen.

Emotionen und Adrenalin

Der Film ist keine reine Aufreihung von Rennaufnahmen, sondern eine intelligent konstruierte Rückschau, bei der Intervieweinspielungen mit Fahrern wie Hubert Hahne, Dieter Quester, Hans-Joachim Stuck, Marc Surer, Roberto Ravaglia, Johnny Cecotto, Jockel Winkelhock, Steve Soper, Klaus Ludwig (!), Jörg Müller, Andy Priaulx, Alex Zanardi, Bruno Spengler, Marco Wittmann oder Augusto Farfus mit historischen Rennbildern abwechseln. Über die Technik erfährt man (leider) nur wenig, diese tritt bewusst hinter den Menschen und Emotionen ins zweite Glied zurück.

Bild Interviewpartner im Film "Adrenalin" - Hans-Joachim Stuck
Interviewpartner im Film "Adrenalin" - Hans-Joachim Stuck

Es bleibt auch nicht bei den Rennen, interessant sind auch die Einblicke in den Fitnessaufbau der Rennfahrer der Siebzigerjahre. Auch hier beschritt Neerpasch neue Wege, als er sein Team über den Winter zum Langlaufen verdonnerte und mehr Gewicht auf die körperliche Konstitution legte. Der Rennsport wurde professionalisiert. Dies zeigen auch die Interviews mit Jochen Neerpasch, Charly Lamm und Paul Rosche, die hinter den Kulissen walteten und erklären, wie man es geschafft hat damals.

Spannend gedreht und geschnitten

Dem Zuschauer wird es keine Sekunde langweilig. Die Filmsequenzen sind spannend gedreht, die historischen Archivaufnahmen gut ausgewählt und schön montiert.

Bild Ausschnitt aus dem Film "Adrenalin" - Als man noch hautnah an der Renn-Action war
Ausschnitt aus dem Film "Adrenalin" - Als man noch hautnah an der Renn-Action war

Auch die Geräuschkulisse kommt schön zum Tragen, wird von der natürlich nicht wegzudenkenden Musik nicht in den Hintergrund gedrängt. Man kann es - vor allem wenn man über eine moderne Tonwiedergabetechnik mit Dolby 5.1 verfügt - wieder hören, das charakteristische Ansauggeräusch des BMW M3. Dass man die Konkurrenz zeigt, die Ford Capri und die Mercedes Benz 16-Ventiler der DTM, rundet den Film noch besser ab.

Bild Film "Adreanlin - die BMW Touring Car Story - Werbeillustration
Film "Adreanlin - die BMW Touring Car Story - Werbeillustration

Nicht nur für BMW-Fans

Hegt man zu Beginn des Films noch etwas die Angst, dass “Adrenalin” vor allem die sportliche Neuzeit von BMW abdecke, wird man während des Betrachtens positiv überrascht. Ausgewogen berichten Tim und Nick Hahne als Regisseur und Produzent über  die verschiedenen Epochen und dokumentieren damit die erfolgreichsten Jahre des Tourenwagensports in Zentraleuropa überhaupt. Und dies macht den Film nicht nur für BMW-Fans, sondern für alle, die sich für Renntourenwagen interessieren, zu einem lohnenden Vergnügen. Und dafür sind die Euro 23.90/25.90 sicher gut angelegt. 

Übrigens, wer üblicherweise nur den Hauptfilm auf einer DVD schaut, sollte hier eine Ausnahme machen und mindestens den Special "Bye Bye M3" anschauen. Anschaulicher kann man den Reiz und die Faszination, der vom Tourenwagenrennsport der frühen Neunzigerjahre ausging, nicht zeigen. Und wer zudem noch etwas grinsen möchte, der sei auf den "Mucki"-Beitrag mit Strietzel Stuck und Dieter Quester verwiesen ...

Angaben zum Film

  • Titel: Adrenalin - The BMW Touring Car Story
  • Regie: Tim Hahne 
  • Produzent: Nick Hahne 
  • Kamera: Julius Jacoby
  • Länge: 123 minütiger Hauptfilm + 30 Minuten Bonusmaterial 
  • Formate: Blu-ray: Full HD 1080i, 50 Hz; DVD: PAL 16:9, Regionalcode 0 (alle Regionen)
  • Sprache: Originalton wahlweise mit Untertiteln D/EN oder mit englischem
  • Sound: Dolby Digital 5.1 und 2.0
  • Preise: DVD EUR 23,90, Blu-ray EUR 25,90
  • Kaufen/bestellen Online beim RacingWebShop (als DVD oder Blu-ray ) oder auf amazon.de

Bilder zu diesem Artikel

Film "Adreanlin - die BMW Touring Car Story - Promotionsaufnahme
Ausschnitt aus dem Film "Adrenalin" - Tourenwagen-Action
BMW 1800 ti (1964) - die "neue Klasse" auf dem Nürburgring
BMW 1800 ti (1964) - Hubert Hahne im BMW 1800 ti
BMW 1800 (1966) - beim 24-Stunden-Rennen von Spa Francorchamps 1966 beim Boxenstopp
Ausschnitt aus dem Film "Adrenalin" - Als man noch hautnah an der Renn-Action war
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