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Bild (1/1): Toleman-Hart TG184 (1984) - klassische F1-Architektur mit breiten Seitenkästen (© Bonhams, 2018)
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    Sennas Toleman TG184 - des Zauberlehrlings erste Trickkiste

    12. April 2018
    Text:
    Urs Arnold
    Fotos:
    Bonhams 
    (18)
    Jochen Van Cauwenberghe - Courtesy Goodwood Festival of Speed 
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    Ayrton Senna und Monaco – eine magische Paarung. Sechsmal gewann der Brasilianer in den Strassen des Fürstentums. Gewiss ein guter Ort, um gleich zwei von Sennas Rennern zu versteigern, wie dies Bonhams am 11. Mai tun wird.

    Der eine Wagen ist zentraler Bestandteil der Legende: Ein McLaren-Ford MP4/8A von 1993, mit dem Senna seinen letzten Monaco-Sieg feierte. Ein Formel 1 von ansprechenden Proportionen und schnörkelloser Ästhetik.

    Toleman-Hart TG184 (1984) - mit Doppelfllügel
    © Copyright / Fotograf: Bonhams

    Dagegen mutet der Toleman-Hart TG184 wie aus Holz geschnitzt an: Eine dicke, kantige Nase führt über Seitenkästen wie Schuhschachteln hin zu einem seltsamen Doppel-Heckflügel. Designpreise hat dieser Wagen nie gewonnen. Fast aber den Grand Prix von Monaco. Dort nämlich führte Senna seinen ersten Zaubertrick vor.

    Von der Formel 2 in die Formel 1

    Spulen wir zurück. Ende 1983 bereitet sich die englische Toleman-Truppe auf ihre vierte F1-Saison vor. Das Budget für 1984 ist mit 2,5 Millionen Pfund klamm, der Enthusiasmus jedoch gross, denn Toleman befindet sich in einem Steigerungslauf: Als dominantes F2-Team 1981 in die Königsklasse gewechselt, hievte man sich das Jahr darauf von einem Nicht-Qualifikanten zu einem Nicht-Ankömmling hoch. Immerhin.

    1983 holt man sich dann in den letzten Rennen die ersten Punkte. Nächstes Ziel von Besitzer Ted Toleman und Teamleiter Alex Hawkridge: die Etablierung im Mittelfeld. Der neue TG184, vom langjährigen Chefdesigner Rory Byrne ersonnen, soll dies ermöglichen. Ins Lenkrad dürfen der ehemaligen Motorrad-Weltmeister Johnny Cecotto und der junge Brasilianer Ayrton Senna greifen.

    Siegkandidat Senna

    Senna war 1981 nach England umgesiedelt, um seine Monoposto-Karriere zu starten. Das gelang ihm ganz gut: In drei Jahren fuhr Senna 60 Rennen. Davon gewann er 49. Konkurrenten und Beobachter rieben sich die Augen: Dieser Junge muss von einem anderen Stern sein! Grund genug für Hawkridge, den Wunderjungen mal für einen Testtag nach Silverstone einzuladen. Am Ende des Novembertages raunt Rory Byrne Hawkridge zu: We’ve got to get him.“ „Yes.“ „I meant GOT-GOT-GOT to get him“ – wir müssen diesen Kerl unbedingt haben.

    Byrne schwärmt in Heinz Prüllers Grand Prix Story 84 über Senna: „Wenn Senna erzählt, was das Auto auf der Strecke tut, wie sich Motor, Reifen, Aufhängungen beim Bremsen, beim Beschleunigen, in der Mitte der Kurve verhalten – das ist, wie wenn du Autorennen in Stereo hörst. Sein Output ist so gewaltig, dass wir mit dem Zuhören kaum nachkommen.“

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    Sofort Nummer-1-Fahrer

    Toleman bekommt Senna. Mit etwas Glück. Denn Senna war fleissig und hatte auch noch den McLaren, den Williams und den Brabham getestet. Alles Siegerautos. Ron Dennis bot Senna sofort einen gutdotierten Test- und Ersatzfahrer-Vertrag an. Senna lehnte ab. Brabham seinerseits lehnte Senna ab – der Sponsor wollte einen Italiener im zweiten Cockpit. Und Williams hatte bereits mit seinen Fahrern verlängert.

    So unterschreibt Senna Ende 1983 einen Dreijahresvertrag als Nummer-1-Fahrer. Für einen Rookie ist dieser Status äusserst ungewöhnlich. Aber Hawkridge und Byrne halten grosse Stücke auf den Youngster. Man reibt sich die Hände: Welch ein Fang! Wenige Monate später sollte sich jedoch zeigen, was Senna genau unter einem Dreijahresvertrag versteht …

    Leistungsdefizit

    Toleman startet mit dem weiterentwickelten Vorjahresmodell, dem TG183B, in die Saison. Byrnes Auto ist an äusserlicher Klobigkeit kaum zu überbieten, doch die Aerodynamik arbeitet effizient.

    Toleman-Hart TG184 (1984) - die Technik im Heck
    © Copyright / Fotograf: Bonhams

    Als Triebwerke dienen seit dem F1-Einstieg die 1.5 Liter Turbo-Aggregate von Motorentuner Brian Hart, die 1984 mit ca. 640 PS fast 100 PS weniger als die Porsche-Motoren von McLaren leisten. Ein enormer Unterschied in einer Rennserie, in der Motorenleistung immer stärker an Wert gewinnt.

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    Verheissungsvoller Anfang

    Senna schafft es dennoch, mit dem aufdatierten Boliden gleich zwei sechste Plätze in den ersten drei Rennen zu erobern. Dann wird ab dem GP von Frankreich in Dijon endlich der langersehnte TG184 eingesetzt. Senna qualifiziert sich knapp hinter den beiden Ferrari, doch am Sonntag streicht der Turbo die Segel. Trotzdem ein verheissungsvoller Auftakt. Mit Elan geht es nach Monaco.

    Fast ein Sieg in Monaco

    Der 42. Grand Prix von Monaco wird zu einer einzigen Wasserschlacht. Am Sonntag regnet es Bindfäden. Senna startet von der 13. Position aus. Nach fünfzehn Runden hat die Flut aber schon Warwick, Piquet, Tambay und De Cesaris vor ihm weggespült. Dann rutscht der enteilende Mansell in Beau Rivage wie auf einer Bananenschale aus.

    Fortan führt Prost, während dahinter die beiden Jungspunde Stefan Bellof und Senna für Spritzigkeit sorgen. In der 31. Runde liegt Senna gerade noch sieben Sekunden hinter Prost und fährt pro Runde vier Sekunden schneller als der Franzose. Nun ist Prost dran. Oder auch nicht. Rennleiter Jacky Ickx bricht nämlich in dieser Runde das Rennen ab. Zu schlechtes Wetter.

    Verpasste Chance

    Senna und Toleman fühlen sich um den Sieg betrogen. Belämmert schaut der Brasilianer von der Ehrenloge runter; erster Podestplatz, aber mehr Frust als Freude. Nicht nur Journalisten zählen schnell zwei und zwei zusammen: Porsche-Pilot Ickx bricht also den GP ab, den sein Freund Prost gewinnt.

    Man wittert Nepotismus, man fühlt mit Senna, weiss aber auch, dass dessen Radaufhängung angeknackst war, und wohl nur noch einige Runden gehalten hätte. Gewiss ist, dass Senna mit seiner Pace bald auf Prost aufgeschlossen hätte, und dieser sich bereits entschieden hatte, den Brasilianer ohne grosse Gegenwehr passieren zu lassen ...

    Viel wurde über dieses legendäre Rennen 1984 in Monaco und seine Umstände geschrieben. Hier sah der Mythos Senna, der über Wasser wandelnde Regengott, seinen Ursprung. Der Toleman-Hart TG184 mochte kein anmutiges Auto sein. Aber die Grazie, die Senna seinem Wagen in den dunklen monegassischen Strassen verlieh, imponiert auch 34 Jahre später immer noch.

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    Mehrfach auf dem Podium

    Heute verwundert es nicht, dass man bei der Paarung Senna und Toleman immerzu an Monaco denkt. Dabei fährt der Rookie in Brands Hatch und in Portugal zwei weitere fabulöse Rennen – beide ohne die ausgleichende Unterstützung von Regen.

    Toleman-Hart TG184 (1984) - hier sass Ayrton Senna
    © Copyright / Fotograf: Bonhams

    In Brands Hatch bricht sich Cecotto bei einem Trainingsunfall beide Beine. Senna ist erschüttert, schaut sich das zerstörte Auto lange an, und brennt dann die siebtbeste Zeit in den Asphalt, um im Rennen Dritter zu werden. In Portugal qualifiziert er sich gar als Dritter, und wird Dritter. “Best of the Rest” hinter den McLaren. In anderen Grand Prix mischt er immer wieder unter den ersten Fünf mit. Mal aber streikt die Technik, mal die Fitness. Die Hitzerennen Kyalami und Dallas steht der schmächtige Brasilianer kaum durch. Bis zum durchtrainierten Magier ist es noch ein weiter Weg.

    Ab zu Lotus

    Trotzdem lässt Senna bereits in der ersten Saison die Skrupellosigkeit aufflackern, die ihn später als Rennfahrer auszeichnen wird. In Zandvoort explodiert nicht nur der Hart-Turbo des TG184, sondern auch Hawkridge: Senna hat hinter seinem Rücken bei Lotus unterschrieben! Der Teamchef verweist den Jungstar für Monza kurzerhand auf die Ersatzbank. Während Senna in der Kabine des brasilianischen Fernsehens schmollt, peitscht Stefan Johansson den Wagen mit der Nummer 19 auf den vierten Platz.

    Aus Toleman wird Benetton

    Mit dem Wegzug von Senna knickt Toleman abrupt ein. 1985 „feiert“ das Team noch ganze zwei Zielankünfte. Ende des Jahres hat Ted Toleman genug und verkauft seinen Rennstall an seinen Sponsor: Aus Toleman wird Benetton.

    1991 verpflichtet Benetton erneut ein grosses Jungtalent. Sein Name: Michael Schumacher. Und Schumacher bleibt. Mit ihm werden die Autos von Rory Byrne von Grand-Prix-Siegern endlich zu Weltmeisterautos. Nach zwei Jahrzehnten in Diensten von Toleman und Benetton folgt der Designer Schumacher zu Ferrari, wo die beiden zwischen 2000 und 2004 fünf Fahrer- und sechs Konstrukteurstitel erringen.

    Zwei Superstars

    Somit waren am Toleman TG184 gleich zwei Superstars am Werk. Klar aber, dass weniger Rory Byrne denn Ayrton Senna der Preistreiber bei der anstehenden Auktion ist. Von 2 Millionen Euro Verkaufssumme ist inoffiziell die Rede. Das wäre geradezu ein Schnäppchen gegenüber dem McLaren, für den man 6 Millionen Dollar erwartet.

    Toleman-Hart TG184 (1984) - Heckansicht
    © Copyright / Fotograf: Bonhams

    Unglaubliche Preise für Autos, die man kaum irgendwo einsetzen kann. Wem es jedoch nicht drauf ankommt, der kann sich entscheiden: Die Trickkiste des Zauberlehrlings, oder das elegante Instrument des Magiers?

    Alle Autos der Bonhams-Versteigerung von Monaco kann man auf deren Website anschauen.

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    ···
     
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