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Spa Six Hours – Quelle der historischen Symphonie

Erstellt am 11. Oktober 2021
, Leselänge 5min
Text:
Klaus Helferich
Fotos:
Klaus Helferich 
65
Balz Schreier 
20
Die Zusatzscheinwerfer werden mit 4 kleinen Schrauben auf der Haube befestigt.
Gutes Licht für vorne ist ein Muss.
Blendschutz nach hinten ebenfalls
Der GT40 von Farley/van der Poele, beim letzten Lichtcheck
Shelby Cobra von Hinderer/Traber/van Wedel

Corona hat es auch in den belgischen Ardennen für eine lange Zeit still werden lassen. Aber jetzt endlich war es wieder so weit. Die Veranstalter der SPA SIX HOURS bekamen von der Regierung grünes Licht für ihr traditionelles Langstreckenrennen. Nicht nur die Aktiven, auch die Zuschauer hatten schon Entzugserscheinungen und sehnten sich nach hochdrehenden Rennmotoren, dem Geruch von heissen Gummi und hochoktanigem Sprit. Den Untertitel zu der Veranstaltung hatten die Organisatoren gut gewählt. So stand das gesamte Wochenende unter dem Motto “SPA SIX HOURS - THE SOUND OF HISTORY”.

Und das Orchester war bestens aufgestellt. So fanden sich 12 Ford GT40 und 10 Ford Cobras/Daytona Coupes ein, die mit ihren großvolumigen, dumpf grollenden V8-Motoren für die Bass-Frequenzen zuständig waren. Die mittlere Tonbasis wurde von 9 Jaguar E-Types mit ihren wunderschönen 6-Zylinder Rennmotoren abgedeckt. 12 Porsche 911 sorgten mit ihren hochdrehenden Boxermotoren für die hellen bis schrillen Töne. Nicht zu vergessen sind natürlich dann noch die Solisten, wie Gilbern, Marcos, Ginetta, Elva, TVR, Lotus,Triumph, MG, Austin und Aston Martin. Alle 86 gemeldeten Starter zusammen sorgten für ein beeindruckendes Klangerlebnis.

Bild Lotus Elan – Ford GT40 – Elva GT
Lotus Elan – Ford GT40 – Elva GT
Copyright / Fotograf: Klaus Helferich

Die Langstrecken-Legende dominiert

Wie bei den Rennen der letzten Jahre war die Armada der Ford GT40 eine Klasse für sich. Die Frage war nur, wer die besten Vorarbeiten geleistet hat und 6 Stunden ohne große Unterbrechung im Renntempo fahren kann. Selbstverständlich darf auch das nötige Quäntchen Glück nicht fehlen.

Mit einer gefahren Zeit von 2:39:827 setzten Markus Graf von Oeynhausen, der sich das Auto mit Frank Stippler teilte, ihren GT40 auf die Pole Position. Neben ihnen stand der GT40 von Farley/van der Poele mit einer Trainingsbestzeit von 2.41.093. Die GT40 in der zweiten Startreihe gehörten zum einen dem Fahrertrio Daniel und Oliver Hart und Nicky Pastorelli, sowie der Startnummer 21, dem GT40 von O.Bryant und James Cottingham. Die Startreihen 3 bis 6 gingen ebenfalls komplett an GT40 Piloten.

Bild Der schnellste Nicht-GT40, die Cobra von van Riet/Bouvy
Der schnellste Nicht-GT40, die Cobra von van Riet/Bouvy
Copyright / Fotograf: Klaus Helferich

Erst in der Startreihe 7 fand sich die erste Cobra, gefahren von C. van Riet und F. Bouvy mit einer Qualifikationszeit von 2:47:916. Neben der Cobra stand der erste Jaguar E-Type mit einer Bestzeit von 2:48:307. Werfen wir noch einen Blick auf die letzte Startreihe. Hier fanden sich zwei MG B Roadster, die mit 3:25:069 bzw. 3:27:088 ihre beste Zeit ablieferten. 46 Sekunden Zeitunterschied zwischen dem ersten und letzten Startplatz versprachen zahlreiche Überholmanöver und tiefhängende, dunkle Wolken einen ungewissen Rennverlauf.

Heisses Rennen

Pünktlich um 16:00 Uhr wurde das Rennen freigegeben. Den Start gewann der GT40 gefahren von Eric van der Poele vor dem Polesetter Frank Stippler. Doch schon nach der ersten Runde fiel die Nr. 30 deutlich zurück und der GT40 von Hart/Pastorelli lag auf dem zweiten Platz, hinter der Startnummer 98, dem führenden GT40 von Farley/van der Poele. Am Ende der dritten Runde hatte die Führung erneut gewechselt und der von Startplatz 3 gestartete GT40 von Hart/Pastorelli lag vorn.

Von Anfang an Pech hatte die Mannschaft von Graf Oeynhausen/Frank Stippler mit der Startnummer 30. Vermutlich war der Schnappverschluss des linken Tankdeckels nicht korrekt geschlossen worden, sodass in engen Rechtskurven wie der La Source nach der Start- und Zielgeraden immer ein Schwall Benzin austrat und über die linke Fahrzeugseite strömte. Irgendwann erreichte dann das austretende Benzin ein heißes Fahrzeugteil und Flammen züngelten über die linke Türe. Zum Glück im Unglück geschah das gerade nach der Durchfahrt der La Source, der brennende GT40 konnte noch in die alte Boxeneinfahrt einbiegen und dort umgehend gelöscht werden.

Bild Eine Runde später – das Benzin entzündet sich und Feuer bricht aus.
Eine Runde später – das Benzin entzündet sich und Feuer bricht aus.
Copyright / Fotograf: Klaus Helferich

In Runde 26 musste dann der GT40 von Hart/Pastorelli, der auf Platz 2 lag, in der Box abgestellt werden. In den folgenden vier Stunden und bei einsetzender Dunkelheit wechselten sich dann noch öfter einige GT40 an der Spitze ab, auch bedingt durch die notwendigen Tankstops, die in Spa besonders gut überlegt sein müssen. Da eine Kommunikation mit der Box per Funk ist verboten, dürfen hierzu lediglich die klassischen Boxentafeln eingesetzt werden.

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Das Tanken, der grosse Taktikfaktor

Bekommt der Fahrer von der Box die Tafel “Tanken” gezeigt, muss er bei der nächsten Runde in die obere “neue” Boxengasse einbiegen, mit Speedlimit an der Boxenanlage vorbei, bergab die alte Boxengasse durchfahren und anschließend rechts auf den Tankstellenplatz einbiegen. Wenn er Glück hat, bekommt er sofort eine freie Tanksäule zugewiesen, ansonsten heist es warten bis die anderen fertig sind. Auch beim Tanken ist der Fahrer weitestgehend auf sich gestellt. Er muss aussteigen und selbst tanken. Lediglich beim Einsteigen und Anschnallen wird er vom Tankstellenpersonal unterstützt. Dann fährt er vom Tankstellenplatz wieder auf die Boxenausfahrt Strecke, die sich auf der Höhe der Kurvenkombination Eau Rouge/Raidillon befindet.

Bild Bisherige Kurvenkombination La Source – Raidillon
Bisherige Kurvenkombination La Source – Raidillon
Copyright / Fotograf: Klaus Helferich

Das letzte Renndrittel, das bei vollständiger Dunkelheit gefahren wurde, dominierte die Startnummer 21, der GT40 von Oliver Bryant und James Cottingham, die bereits ab Runde 79 an der Spitze lagen. Sie wurden nach 114 gefahrenen Runden als verdiente Sieger abgewunken.

Besonderes Pech hatte der GT40 von T. Woods und M. Griffiths, der von Startplatz 5 ins Rennen ging. Auch sie führten lange Zeit das Feld an, fielen in Runde 79 auf Platz 2 zurück und kamen nur wenige Minuten vor Schluss von der Strecke ab, so dass der GT40 mit der Nr. 7, der von den Fahrern Davies/Newall/Jordan gefahren wurde, aufrücken konnte und den zweiten Platz erreichte. Den dritten Platz auf dem Podium erreichten die Fahrer Meins/Lillingston/Price. Als erster ”Nicht-GT40” erreichte der Ford Cobra von Christophe Van Riet und Fred Bouvy den sechsten Gesamtplatz. In der Tourenwagenklasse gewann der Ford Mustang, der von den Fahrern Van Laenschot/Milner/Greensall gefahren wurde.

Als nach sechs Stunden dann der “Sound of History” verstummte, schoben die Teams ihre Fahrzeuge in die Boxen, während kräftige Regenschauer über die Ardennen-Wälder hinwegzogen. Hoffen wir gemeinsam mit den Aktiven, dass nächstes Jahr alles wieder in normaleren Bahnen verläuft und Corona zur History geworden ist.

Bild Impressionen von Spa Six Hours 2021
Impressionen von Spa Six Hours 2021
Copyright / Fotograf: Balz Schreier

Kleiner Kurven-Exkurs:
Zahlreiche Unfälle haben der spektakulären Kurvenkombination Eau Rouge/Raidillon in den letzten Jahren ein spektakuläres Image verpasst. Unter den aktuellen Top-Fahrern, auch aus der Formel 1, gibt es keinen einheitlichen Veränderungswunsch. Scheinbar sind die Rennstrecken-Inhaber aber jetzt soweit und planen einige bauliche Anpassungen, die größere Auslaufzonen, mehr Kiesbetten und neue Tribünenanlagen beinhalten sollen. Erste Anzeichen hiervon sieht man bereits in den neben der Strecke liegenden Waldstücken. Vielleicht werden schon die nächsten SPA SIX HOURS auf einer etwas entschärften Strecke gefahren.
(Der Name Eau Rouge – französisch für rotes Wasser – kommt von dem dort gelegenen kleinen Fluss, der vom eisenhaltigem Wasser naher Quellen gespeist wird. Raidillon bezeichnet eine steile Strasse.)

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Bild Impressionen von Spa Six Hours 2021
Bild Impressionen von Spa Six Hours 2021
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Bild Impressionen von Spa Six Hours 2021
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Quelle:
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von Helmut
12.10.2021 (15:15)
Antworten
Wir wären auch gerne wieder nach Spa gefahren, obwohl unser gebuchtes Hotel wegen Hochwasserschäden geschlossen war. Die sehr restriktiven Zugangsbedingungen, auch für Geimpfte, haben uns aber abgehalten. Das war in LeMans im Juli wesentlich entspannter.
Antwort von Marc H.
12.10.2021 (20:47)
Hallo. Ausser dass Le Mans Ende August war und nicht im Juli, war das Prozedere bei beiden Events identisch: Impfbeweis via Handy gezeigt und gut war es….. war bei beiden Rennen. Nichts war in Francorchamps sehr restriktiv. MfG
von Marc H.
12.10.2021 (20:54)
Antworten
@Klaus Helferich. Schöner Bericht. Genau so war es. Kleiner Zusatz. Der Co von Eric Van der Poele auf dem GT40 #98, Jim Farley ist nicht irgendwer, er ist CEO von Ford und ein Racer

https://www.motorauthority.com/news/1129951_ford-s-new-ceo-races-a-1966-ford-gt40-as-his-form-of-yoga

MfG
von Helmut
13.10.2021 (09:05)
Antworten
Hallo Marc, Classic Race von Peter Auto in Le Mans war Anfang Juli als Ersatz für die ausgefallene LeMans Classic. War sehr schön. Auf der Webseite von Spa war eine Zugangsprozedur beschrieben, analog zur F1. Und bei der F1 waren die Foren voll von Beschwerden über schikanöse Kontrollen. Deshalb sind wir nicht gefahren.
Gruss Helmut
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