Fast 40 Jahre nach der letzten Austragung fand am 18. September 2021 wieder ein 1000-Kilometer-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings statt. Die Neuauflage richtete sich allerdings nicht an den aktuellen FIA-GT-Zirkus, sondern war offen für Klassiker von 1947 bis 1994 und liess so die Atmosphäre der historischen 1000-Kilometer-Rennen wieder aufleben.
Obwohl das Starterfeld nicht zuletzt wegen Corona-Reiserestriktionen mit 86 gemeldeten Teams kleiner ausfiel als erhofft, wurde den Zuschauern über 6:44,09 Stunden ein spannendes Rennen geboten. So lange brauchte nämlich das Sieger-Team mit den Fahrern Kersten Jodexnis, Robin Chrzanowski, Dr. Edgar Althoff und Andreas Gülden im Porsche 934/5 mit der Startnummer 42, um die namensgebende Renndistanz zurückzulegen.
Dabei wechselten sie sich an der Spitze mehrmals mit den Schweizern Ivan Reggiani, Stefano Specht und Jvan Jacoma im Porsche 964 Cup Nummer 58 ab, die aber letztendlich das Nachsehen hatten gegen das siegreiche Clickversicherungs-Team, das den Grossteil des Rennens sogar auf den zweiten Gang verzichten musste.
Der letzte Podestplatz war ähnlich umkämpft. Jürgen Rudolph, Michael Knebel und Heiko Hammel sicherten sich in einem weiteren Porsche 964 Cup (#66) mit nicht einmal zwei Sekunden Vorsprung den dritten Platz vor Joachim Kiesch, Olaf Manthey sowie Jürgen und Peter Schumann im BMW 635 CSi (#43).
Die Sportwagen aus Zuffenhausen dominierten erwartungsgemäss die Meldeliste. Motorsport-Puristen und Hobby-Historiker störten sich jedoch eher am hohen Anteil jener Rennwagen, die jünger waren als die letzte Ausgabe des originalen 1000-km-Rennens, welche 1983 stattgefunden hatte. Insofern war vom erhofften "Revival" nur wenig zu spüren. Einige Alfa Romeo GTA, BMW 02 und Opel Kadett C hielten immerhin die Fahne der Siebzigerjahre-Tourenwagen hoch.
Mit zehn Jahren Abstand ältestes Auto im Feld war ein Porsche 356 A 1600 Super, der sozusagen die richtig alten Rennwagen vertrat.
In einem Punkt war die Veranstaltung aber doch angenehm altmodisch: in der Organisation abseits der Rennstrecke. Gäste (Zuschauer wie Teilnehmer) konnten sich frei bewegen und wurden nicht mit Passierscheinen, Durch- und Einfahrtsgenehmigungen, VIP-Tickets und Tribünenkarten bürokratisch erschlagen. Ein Besucher freute sich, dass er sich endlich wieder wie ein "willkommener Bestandteil des Wochenendes" gefühlt habe, und nicht – wie sonst oft – wie eine Störquelle.
Lediglich das Sprintrennen mit (vorwiegend) offenen Rennwagen am Freitag auf der Grand-Prix-Strecke war eine Enttäuschung, da hier gerade einmal sieben Autos am Start und wenig mehr Zuschauer auf den Tribünen waren.
Organisator Henning Meyersrenken zeigte sich dennoch zufrieden über die Neuauflage des Nürburgring-Klassikers. Nicht ganz zu Unrecht, denn in einer Zeit der Pandemie-Beschränkungen in einer Region, die gerade weit dringlichere Sorgen als historischen Motorsport hat, eine völlig neue Grossveranstaltung zu stämmen, ist auch ungeachtet der Qualität eine grosse Leistung.
Wenn es ihm dann noch gelingt, in Zukunft auch Porsche 910, Ferrari 330 P4 und Ford GT40 auf die Nordschleife zu holen, kann das 1000-km-Revival zu einem wirklich guten Anlass werden. Das Potential ist auf jeden Fall da.
Die Planungen für das 1000-km-Rennen 2022 laufen jedenfalls schon. Es soll am 16. Und 17. September stattfinden. Dann überschneidet es sich hoffentlich nicht wieder mit dem Goodwood Revival, sodass vielleicht auch mit mehr Teilnehmern aus England gerechnet werden kann.
Am Rande des 1000-km-Rennens fand übrigens auch noch ein Treffen des Bitter Club International statt, über das gesondert berichtet wurde.





















































































































































































































































































































































































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