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Bild (1/3): Mosler MT900 (2005) - bereit zum losfahren (© Bruno von Rotz, 2018)
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    Mosler MT900 - für die Hunaudières und den Ku’damm

    19. Dezember 2018
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Bruno von Rotz 
    (28)
    Vincent von Rotz 
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    Auf Autobahnen wird heute durchschnittlich kaum schneller als 80 km/h gefahren, in Städten sind es oft nur 25 km/h. Tendenz fallend. Ein Mosler MT900 mit einem Leistungsgewicht von weniger als 2 kg pro PS passt da kaum ins Bild. Und trotzdem darf man diesen beflügelten Fast-Rennwagen auch auf der Strasse fahren.

    Mosler MT900 (2005) - handlich dank niedrigem Gewicht
    © Copyright / Fotograf: Vincent von Rotz

    Gewicht ist der Feind

    “Eine Servolenkung braucht man nicht”, soll Warren Mosler einst gesagt haben, weil sie sowieso nur zusätzliches Gewicht bedeute. Und Gewicht ist der natürliche Feind von Effizienz und Fahrdynamik. Kein Wunder waren die Autos, die Mosler baute, immer ausserordentlich leicht. Das war schon beim Consulier GTP so, den Mosler ab den Achtzigerjahren baute und der keine 1000 kg auf Waage brachte, aber je nach Motor bis zu 300 PS unter der Haube hatte.

    Der optisch wenig attraktive Sportwagen war im Rennsport so erfolgreich, dass man ihn entweder aus den Serien ausschloss oder die Reglemente so lange änderte, bis der GTP nicht mehr mithalten konnte.

    Es folgten der Mosler Intruder und der Raptor nach ähnlichem Rezept und mit ähnlichen Resultaten, die Stückzahlen waren minimal.

    Mehr Gewicht auf das Design

    Anfangs des neuen Jahrtausends nahm Warren Mosler einen neuen Anlauf. Er tat sich mit Rod Trenne zusammen, der sich unter anderem durch sein Mitwirken bei der Entwicklung der Corvette C5 einen Namen gemacht hatte. Als Ergebnis der Zusammenarbeit entstand der MT900, wobei das “M” für Mosler, das “T” für Trenne und die Zahl 900 für das angestrebte Leergewicht standen, also 900 kg.

    Mosler MT900 (2005) - rund 4,8 Meter lang, aber nur 1,105 Meter hoch
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Als Antrieb wurde der Leichtmetall-LS1-V8-Motor der Corvette mit zentraler Nockenwelle auserkoren, montiert vor der Hinterachse des neuen Supersportwagen, der aussah wie ein Rennwagenprototyp, wie man sie in Le Mans beobachten konnte. Die Testfahrten begannen im Jahr 2001.

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    Nahe am Rennwagen

    Konstruiert ist der Mosler MT900 wie ein Rennwagen. Ein Carbon-Monocoque bildet die Basis, Hilfsrahmen halten die Technik. Die Räder sind einzeln an Dreiecksquerlenkern aufgehängt. Die Karosserie besteht besteht aus dem Mittelteil mit zwei Scherentüren und den abnehmbaren, respektive klappbaren Hauben vorne und hinten.

    Der Corvette-LS1-Motor war an ein umgedrehtes ZF-Transaxle-6-Gang-Getriebe, wie man es auch bei Porsche finden konnte, gekoppelt.

    Mosler MT900 (2005) - längs eingebauter Mittelmotor
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Es gibt Platz für zwei Personen und sogar einen Kofferraum ganz hinten im Heck, während unter der vorderen Abdeckung nur der Wasserkühler verborgen ist.

    Als cw-Wert wurde damals 0.25 angegeben, was angesichts der auf Abtrieb optimierten Form sicherlich sehr gut war.

    Warren wollte seinen Wagen strassenzugelassen sehen, doch hier stellten sich insbesondere in den USA deutlich höhere Hürden in den Weg als erwartet. Es sollte über vier Jahre dauern, bis der MT900 den Segen der Behörden hatte.

    Zunächst auf der Rennstrecke

    So sah man die ersten Mosler MT900 zunächst vor allem auf der Rennstrecke, die Rennversion wurde MT900R genannt, wog 1020 kg und konnte sich im amerikanischen Motorsport überzeugend, wenn auch nicht auf den vordersten Plätzen in Szene setzen.

    In Europa aber räumte der MT900R ab, siegten in der britischen GT Meisterschaft im Jahr 2004, in der spanischen GT Meisterschaft im Jahr darauf. Weitere Erfolge kamen dazu. Eine GT3-Version wurde wegen fehlender Strassenexemplaren in genügend grossen Auflagen nicht homologiert.

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    Schliesslich auch auf der Strasse

    Es dauerte bis 2005, bis der Mosler MT900 schliesslich die amerikanische Strassenzulassung (auch in Kalifornien) erhielt. Inzwischen war das Modell zum MT900S weiterentwickelt worden, hatte nun den Corvette-LS6-V8 vor der Hinterachse, gekoppelt an ein Getrag G50-Getriebe. Als Option wurde ein Magnuson-Kompressor angeboten, der die Leistung von 435 auf 600 PS steigerte. Samt Ladeluftkühlern und verstärkter Kupplung kostete das Paket im Verbund mit einem leichteren Schwungrad fast 21’000 USD, während der Grundpreis des Wagens im Jahr 2005 USD 190’500 betrug.

    Mosler MT900 (2005) - eindrückliche Heckanischt
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Damit war er deutlich günstiger als die Supersportwagen der Konkurrenz, die locker das Doppelte kosteten. Gebaut wurde der Mosler teilweise in Grossbritannien, teilweise in den USA.

    Schneller als Carrera GT und Enzo

    Die amerikanische Zeitschrift “Car and Driver” gehörte mit zu den Ersten, die einen Mosler MT900S in die Mangel nehmen durften. Die 600-PS-Version zerrte so stark an den Reifen, dass die Beschleunigungszeiten aus dem Stand im zweiten Gang besser waren, als wenn mit dem ersten Gang losgefahren wurde. Schliesslich wurden 3,1 Sekunden für den Spurt von 0 bis 60 mph (96 km/h) notiert, womit sowohl der Porsche Carrera GT (3,5 Sekunden) als auch der Ferrari Enzo (3.3 Sekunden) das Nachsehen hatten.

    Auch bei der Querbeschleunigung (mit Strassenreifen) hatte der Mosler mit 1.08 g die Nase vorne. Die Höchstgeschwindigkeit war wegen der gewählten Übersetzung auf 288 km/h beschränkt, Leistung für mehr wäre aber vorhanden gewesen.

    Der Testwagen wog 1151 kg und war damit locker über 200 kg leichter als die Konkurrenzsportwagen. Auch die Bremsleistung überzeugte, obschon ein ABS fehlte. “The MT900 is a single-mission speed machine”, stand es im Testbericht. Der MT900 kenne nur einen Auftrag, schnell zu sein. Und er war nicht nur auf der Geraden, sondern auch in Kurven schnell und dazu gut beherrschbar. Sogar dem Komfort konnten die Testfahrer einiges abgewinnen, zumal im Cockpit genügend Platz und vernünftig angebrachte Knöpfe und Hebel zu finden waren.

    Mosler MT900 (2005) - die Türen öffnen hydraulisch unterstützt
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Den ersten MT900S kaufte Star-Wars-Filmemacher George Lucas, natürlich schwarz (und ohne Heckspoiler), nachdem ihn dessen Sohn für den Wagen begeistert hatte.

    Auch auf hiesigen Strassen

    Marcus Peters durfte fünf Jahre später für Auto Motor und Sport in einem Mosler Platz nehmen. Inzwischen war das Modell zum MT900 GTR weiterentwickelt worden, leistete nun mit dem Siebenliter-Motor der Corvette Z06 mindestens 512 PS bei 6400 Umdrehungen. Peters war beeindruckt, nicht nur von den Fahrleistungen, sondern auch von der Längs- und Querdynamik.

    Allerdings warnte er: “Besser, es sind immer beide Hände zum Korrigieren am Lenkrad. Vor allem, falls das Heck verrutscht. Wer hektisch werden muss, hat zu spät reagiert - es steht wenig Lenkwinkel zur Verfügung. Auch da bleibt sich der Mosler treu. Er fährt sich nicht nur wie ein Rennwagen, er ist einer.”

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    Einlösen des Versprechens

    Das ursprüngliche Versprechen, einen Supersportwagen mit weniger als 900 kg Leergewicht zu bauen, lösten die Mosler-Ingenieure dann doch noch ein, nämlich mit dem MT900S Photon. Mit Hewland-Getriebe, weniger Materialstärke, Karbon-Kunststoffsitzen und Karosserie liessen sich 898 kg realisieren. Allerdings wurden nur zwei Autos gebaut.

    Insgesamt spricht man im Ganzen von 50 bis 80 gebauten Mosler MT900 über alle Modelle (Rennwagen und Strassenautos) hinweg, eindeutige Zahlen gibt es nicht (bisher). Die Aktivitäten von Mosler Automotive endeten 2011. Wer heute also einen Mosler bewegt, ist mit einem ziemlich seltenen Fahrzeug unterwegs.

    Brachiale Fahrdynamik

    Der Einstieg in den Mosler gestaltet sich einfacher als erwartet. Die Scherentüren geben eine grosse Öffnung frei und man gleitet fast beiläufig in den engen Schalensitz. Gestartet wird der Sportwagen ganz normal mit dem Zündschlüssel und auch sonst gibt sich der strassentaugliche Rennwagen ganz zivil. Noch nicht einmal die Geräuschkulisse erscheint rennmässig, der aufgeladene Corvette-Motor wirkt fast sanft, einzig das Heulen des Kompressors und die mechanischen Geräusche des V8 sind etwas ungewöhnlich.

    Mosler MT900 (2005) - sichtbare Carbonteile im Innern
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Dies ändert auch nicht, wenn man loszuckelt. Die Kupplung greift sanft und der leichte Wagen setzt sich problemlos in Bewegung. Das Schalten sollte entschlossen erfolgen, immerhin sind die Übertragungswege bis zur Hinterachse nicht ganz unbeträchtlich. Sechs Gänge stehen zur Verfügung.

    Wenn man das Gaspedal statt zu streicheln richtig runterdrückt, dann ändert sich der Charakter des Moslers allerdings schnell. Der Vortrieb raubt einem fast den Atem, die Gänge müssen fast im Sekundentakt gewechselt werden. schon der vierte Gang reicht selbst bei zivilen Drehzahlen für Geschwindigkeiten, die kein legales Fahren auf Landstrassen mehr ratsam erscheinen lassen.

    Mosler MT900 (2005) - kleine Hauptinstrumente
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Die Lenkung ist exakt und direkt zugleich, die Lenkkräfte erstaunlich gering. In den Kurven geht der MT900 kaum in die Knie, sondern wedelt von Scheitelpunkt zu Scheitelpunkt.

    Grenzen im Alltag

    Mit dem Mosler zum Wochenendeinkauf ins Shopping Center? Grundsätzlich ist das möglich, der Wagen lässt sich lammfromm fahren. Allerdings beginnen die Schwierigkeiten bereits beim Einfahren ins Parkhaus, denn es nur ein kleiner Teil der Seitenscheibe lässt sich per Knopfdruck öffnen, und dass man durch diese Öffnung den Parkschein ziehen kann, ist unwahrscheinlich. Also Türe auf (hoffentlich reicht der Platz nach oben) und halb ausgestiegen, dann geht’s.

    Mosler MT900 (2005) - aerodynamische Helfer - Diffusor und Heckspoiler
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Einparken mit dem Mosler ist nicht nur wegen der Breite von über zwei Metern keine Aufgabe für nervenschwache Naturen, auch der Wendekreis von fast 12 Metern und die miserable Übersichtlichkeit nach hinten (trotz eingebauter Kamera) forcieren die Schweisstropfen auf der Stirn.

    Immerhin hat der Einkauf problemlos im Kofferraum im Heck Platz, wenn nicht gerade überbordet wird beim Shopping. Für das Schliessen der Heckklappe ist man besser zu Zweit, um sie nicht zu verkanten.

    Beim Herausfahren sollte man sich vor allzu grossen Unebenheiten der Strasse (Stichwort Speed-Bumps) in Acht nehmen, denn mit weniger als 12 cm Bodenfreiheit und einem relativ langen Überhang vorne ertönen schon bald teure Kratzgeräusche vom Bug.

    Mosler MT900 (2005) - flach und breit
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Aber eben, wer möchte mit dem Mosler schon einkaufen gehen. Die meisten dieser Strassensportwagen dürften in bisher rund 10 bis 15 Betriebsjahren kam 10’000 km angesammelt haben. Der MT900 ist so unvernünftig und so begehrenswert wie ein Ferrari F40, aber immer noch deutlich günstiger und im Unterhalt deutlich bescheidener. Der Verbrauch von 11 bis 17 Liter pro 100 km dürfte genauso wenig ein Argument gegen den Kauf sein wie die 100 dBA, die im Innern bei voller Beschleunigung auszuhalten sind. Kaum ein anderes Auto, das man diesseits von einer halben Million kaufen kann, ist so nahe am Rennwagen. Und mehr will der Mosler auch nicht sein.

    Wir danken der Oldtimer Galerie Toffen für die Gelegenheit zur Foto-Session.

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    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    Reiffan:
    25.12.2018 (11:55)
    Leider ist der Mosler eine Bastelbude, ein Kitcar, der kaum zu gebrauchen ist. Immer ist irgendwas kaputt (Aussage eine Mosler-Besitzers am Hockenheim, als der wagen nicht gefahren werden konnte, da die Elektropneumatische Gangschaltung den Dienst verweigerte und er keinen Meter fahren konnte, an einer Veranstaltung, wo er teures Startgeld bezahlte.
    Und ich machte ähnliche Erfahrung mit einem faszinierenden, strassenzugelassenen Rennwagen, dem Crossle 9S, welchen ich dann halt auch aus diesen Gründen wieder verkaufte. Seit 24 Jahren fahre ich ohne viel Probleme einen Caterham 2,0 16V im Sommer, welcher nur 7,5L/100km verbraucht bei 150 PS mit 540kg Gewicht.
    PS, ich bin kein Neider, meine Corvette ZR1 fährt mich mit 640 PS klaglos zur Arbeit.
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