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Bild (1/39): De Lorean DMC-12 (1982) - Filmauto-Replika - die perfekte Replika des Filmautos aus dem ersten Teil der Triologie "Back to the Future" (© Thorsten Link, 2018)
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    Begegnung mit einer Zeitmaschine - De Lorean DMC-12 wie aus “Zurück in die Zukunft”

    7. Oktober 2018
    Text:
    Thorsten Link
    Fotos:
    Thorsten Link 
    (36)
    Universal International Pictures 
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    Bruno von Rotz 
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    Es muss ein besonderer Scherz des Schicksals sein, dass ein Automobil ausgerechnet zu einem Zeitpunkt eine gigantische Kinokarriere startet, als es im wahren Leben gerade krachend Pleite geht: der De Lorean DMC-12 , das Auto mit jener Nirosta-Stahl-Außenhaut, die unter anderem auch für Küchenspülen taugt.

    DeLorean DMC-12 (1982) - im Teil 1 der Trilogie "Back to the Future"
    © Copyright / Fotograf: Universal International Pictures

    Als Zeitmaschine hatte sich der De Lorean quasi elegant in letzter Sekunde aus dem Staub gemacht, Zurück in die Zukunft. Die Steven Spielberg Fantasy-Trilogie, die zwischen 1985 und 1990 Kinobesucher millionenfach in die Lichtspielhäuser treibt und den glücklosen De Lorean für alle Zeit auf den Thron der Filmlegenden befördert.

    Die etwas andere Zeitmaschine

    Für Zeitreisen war der silbrige, ultraflache Flügeltürer mit Lotus-Engineering-Input aus irischer Produktion freilich nie wirklich geeignet. Weder das Filmoriginal, noch eine seiner zahlreichen Nachbauten. 

    Die beiden "Docs" Aus Deutschland, die die beste Filmauto-Kopie des Back-to-the-Future-De-Lorean gebaut haben
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    Replikas der mit Abstand berühmtesten Zeitmaschine der Welt gibt es viele, aber eine aus Münster in Westfalen gilt unter Kennern als wahrscheinlich beste der Welt. Nicht etwa, weil ein irrer Doc sie gebaut hat, es sind gleich zwei.

    Der Doktor am Werk

    Der eine heisst Oliver Wirtz, kommt aus Borken in Westfalen und ist waschechter Unfallchirurg. Wer in der Praxis von Doc Wirtz versehentlich die falsche Tür erwischt, wird unter Umständen vom mintgrünen Slimer aus den Ghostbusters empfangen, in Menschengröße. Der Weg zurück zur Patientenannahme erfordert Mut. Denn man muss sich an einem böse dreinblickenden Velociraptor vorbeizwängen, jene Gattung theropoder Dinosaurier, die vor etwa 85 bis 76 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit lebte und in Steven Spielbergs Jurassic Park für Angst und Schrecken sorgt. So gut und realistisch gemacht, dass einen die Sorge beschleicht, das wuchtige Tier setze demnächst zum finalen Sprung an.

    Wirtz empfängt uns, als er gerade einer Patientin die Knochen einrenkt. „Ich habe früher so aus Spaß“, erzählt er, „ aus zwei Fahrrädern ein Tandem geschweisst, dann waren die Rasenmäher  dran, später die ersten Autos, an denen ich rumgebastelt habe. Für mich war klar, ich mach mal später einen Job, bei dem es ums Handwerkliche geht, und der in irgendeiner Form was mit Schrauben zu tun hat. Also bin ich Unfallchirurg geworden.“

    Wir entdecken auf der Stirn der Patientin Schweissperlen.

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    Promovierter Ingenieur am Teile nachproduzieren

    Der zweite Doc im Bunde heisst Josef Hesse. Er ist nicht Arzt, sondern promovierter Ingenieur und Chef einer Firma, die im westfälischen Münster Fussballtore herstellt, für die Bundesliga. Auf dem Betriebsgelände hat sich Hesse eine Bastelbude eingerichtet, in der er, als wir eintreffen, gerade mit einem sündhaft teuren Gießkunststoff die Kopie eines Originalteils aus „Zurück in die Zukunft“ herstellt, das uns sehr bekannt vorkommt.

    De Lorean DMC-12 (1982) - Filmauto-Replika - der Stecker wurde nachgebaut, weil die Originale nur noch schwer aufzutreiben sind
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    „Das ist ein so genannter Low Richardson Stecker“, klärt er uns auf,  „dieser Stecker, den Doc Brown benutzt, um in Teil 1 vor dem Rathaus den Blitz einzufangen. Diese Stecker kommen aus Amerika und sind damals in der Licht-und Elektrotechnik benutzt worden. Ich mach daraus eine Kopie, um das Original zu bewahren, denn solche Dinger sind extrem schwer aufzutreiben, also wahren wir so was wie Schätze.“

    Echter Enthusiasmus

    Die beiden Docs sind bekennende „Zurück in die Zukunft“-Fans. Mit viel Ehrgeiz und Drang zur Perfektion haben sie in den vergangenen Jahren einen De Lorean DMC 12, den sie vergleichsweise günstig in den USA geschossen hatten, zur Zeitmaschine aus Teil 1 der Trilogie umgebaut und dabei versucht, exakt jene zeitgenössischen Teile zu verwenden, die auch im Film-Original zum Einsatz kamen.

    De Lorean DMC-12 (1982) - Filmauto-Replika - das nachgebaute Filmauto in seiner gesamten Pracht
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    Kein Kinderspiel, denn die Produzenten hatten sich in den Achtzigern unter anderem mit Elektronikabfall aus Mülltonnen eingedeckt. Und: eine Bauanleitung für die Zeitmaschine gab es natürlich nie.

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    Detektivarbeit

    Es gäbe im Film, berichten die zwei, nur ganz wenige Szenen, in welcher man die wirre Konstruktion vor allem im Heckbereich für Augenblicke sehen könne. Die beiden Nachbauer hatten anhand von Standbildern penibel recherchiert, aus welchen Bauteilen die Zeitsprung-Technik bestehe. Etwa der Plutoniumdeckel im Fahrzeugheck. In Wahrheit eine Radkappe eines Dodge Polara aus den späten Sechzigern. Manche Teile stammen aus dem Turbinenantrieb eines Hubschraubers der Marke Bell. Das muss man erst mal eruieren.

    De Lorean DMC-12 (1982) - Filmauto-Replika - wird zu einem wichtigen Einzelteil der Zeitmaschine
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    Und beim Studium der Filmszenen gab es ausserdem manche Überraschung.  „Ich habe eines Abends verzweifelt Oliver angerufen“, erzählt Josef, „hey, ich glaube, wir haben da was falsch gemacht. Da meinte er nur, cool bleiben, bei den Dreharbeiten scheint hier und da mal was abgebrochen oder verloren gegangen zu sein. Das haben die dann einfach weggelassen oder was anderes, ähnliches hingeschraubt. Deswegen tauchen bei dem Filmauto Abweichungen auf.“

    De Lorean DMC-12 (1982) - Filmauto-Replika - bereit für den Zeitsprung
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    Visionäres Auto für visionären Wissenschaftler

    Es ist zweifellos diese wirre Technik mit ihrer konfusen, höchst unwissenschaftlichen Logik, die Doc Browns Zeitmaschine so faszinierend macht. Vielleicht auch, weil sie dank ihrer spielerischen Verrücktheit und mangelhaften Perfektion die kindliche Begeisterung für phantastische Welten weckt. Der eigentliche Star der Filmtrilogie ist daher eben jener futuristische Sportwagen, der De Lorean, ein Auto mit besonders tragischer Vergangenheit. Sein Erfinder und Namensgeber ist eine der schillerndsten Gestalten der Autoindustrie,  John Zachary De Lorean, ein kühner Visionär mit Vorliebe für schnelle Autos und schöne Frauen.

    De Lorean DMC - Ein Blickfang ist der Flügeltürer am Genfer Autosalon 1981
    © Archiv Automobil Revue

    Sein Eigenentwurf, der De Lorean, gezeichnet von Stardesigner Giugiaro, soll die Autowelt revolutionieren, doch er scheitert kläglich. Das Auto zu schlecht, zu lahm, die Preise viel zu hoch. Hollywoodreif ist das Finale des flatternden Untergangs. John De Lorean wird im Oktober 1982 in einem New Yorker Hotel verhaftet, als er mit Drogenhandel auffliegt. Er wollte sein Unternehmen retten, mit illegalen Methoden.

    Input vom Insider

    Die Zeitmaschine der Docs aus Westfalen gilt auch deshalb in der Szene als besonders aussergewöhnliches Exemplar weil die beiden über einen einzigartigen Kontakt verfügen. Und der ist extra für uns aus der Traumfabrik Hollywood angereist, es ist der Produktionsdesigner Kevin Pike.

    Produktionsdesigner Kevin Pike, der den Film-DeLorean ursprünnglich gebaut hat
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    Die zwei Westfalen hatten Pike auf einer „Comic Con“ - Messe kennengelernt und ihren Eigenbau präsentiert. „Der hatte uns damals“, erzählen die beiden, „einen echten Einlauf verpasst. Wir konnten so ziemlich alles abbauen, weil er meinte, wir hätten so ziemlich alles falsch gemacht.“

    Kevin Pike trägt ein elegantes Sakko, dazu ein Seidenhalstuch, Hornbrille und Dreitagebart. Ein bisschen sieht er aus wie Steven Spielberg, mit dem Starregisseur hat er so manche Filmprojekte gemacht. Seine Filmbiographie ist atemberaubend: der Weisse Hai, Jurassic Park, Indiana Jones, Star Trek. Seine wichtigstes Werk sei, wie er selber betont, aber „Zurück in die Zukunft“.

    De Lorean DMC-12 (1982) - Filmauto-Replika - ursprünlgiche Skizze für das Filmauto
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    Er hat die Zeitmaschine höchstpersönlich erfunden und präsentiert originale Pläne, die bisher kaum jemand zu Gesicht bekommen hat.

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    In kurzer Zeit entstanden

    „Wir hatten ein knappes Zeitfenster von nur zehn Wochen“, erzählt Kevin, „und zehn Leute, die sich mit dem Projekt intensiv beschäftigten. Wir starteten mit drei Autos, eines nannten wir das A-Auto, das am besten aussah, mit allen Details für die Nahaufnahmen mit Michael und dem Doc.

    De Lorean DMC-12 (1982) - Filmauto-Replika - die Entwürfe für das Filmauto sahen ziemlich aufwändig aus
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    Dann hatten wir ein B-Auto für die Stuntszenen, das nur von außen umgebaut war, sie meinten, man würde den Innenraum nicht erkennen, aber als die Dreharbeiten begannen, stellte man fest, dass das zweite auch die volle Ausstattung bräuchte und wir mussten den Innenraum ein zweites Mal bauen. Das dritte Auto war durchgeschnitten, sodass man über die Schulter filmen konnte durch die Frontscheibe, der Hintergrund war eine Foto-Projektion.“

    Ein Auto anstatt eines Kühlschranks

    Ursprünglich, erfahren wir, sollte als Zeitmaschine ein Kühlschrank herhalten. Aber man verwarf die Idee: Kinder könnten es ausprobieren und erfrieren. Man entschied sich für ein Auto. Am Set habe sich Produzent Steven Spielberg höchstpersönlich stets über den Stand der Umbauten informiert. „Das was wir da verbaut hatten“, klärt Kevin auf,  „waren alte Elektronikbauteile  und wir gingen in alle Elektronikfachmärkte in der Gegend um Los Angeles.

    De Lorean DMC-12 (1982) - Filmauto-Replika - Liebe zum Detail
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    Es gab bei einer Firma direkt neben den Universal Studios Flugzeugkomponenten, die wir dort aus den Mülltonnen zogen, und das alles benutzten wir, damit es den Vorlagen, die wir als Fotos hatten, möglichst ähnlich kam.“

    Teil 2 bereits in Arbeit, dank einer Kaffeemaschine

    Für die beiden Docs aus Münster ist die Bekanntschaft mit dem Erfinder so etwas wie ein funktionierender Zeitsprung. Das nächste Projekt ist bereits in der Warteschleife. Der LeLorean aus Teil 2, der bekanntlich sogar fliegen kann. Den Antrieb dafür haben sie schon: Mr. Fusion, jener Reaktor, der selbst Bananenschalen und Bierreste in Energie umwandeln kann.

    De Lorean DMC-12 (1982) - Filmauto-Replika - die Pläne für "Mr. Fusion"
    © Copyright / Fotograf: Thorsten Link

    Im Original ist das übrigens eine Kaffeemühle von Krups. Hollywood machts möglich!

    DeLorean DMC-12 (1982) - im Teil 2 der Trilogie "Back to the Future"
    © Copyright / Fotograf: Universal International Pictures

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    09.10.2018 (09:57)
    Kurzfilm Delorean Worldtour 2018 Stop bei MAN Truck and Bus München, zu sehen in Instagram: scheunenfund_barnfind
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