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Subaru Impreza 555 – Der Kopf und die Zahl

Erstellt am 2. Juli 2021
, Leselänge 3min
Text:
Paul Krüger
Fotos:
Subaru 
7
Jochen Van Cauwenberghe - Courtesy Goodwood Festival of Speed 
1

Es gibt Zahlen, Startnummern, die sind so fest mit einem bestimmten Auto verknüpft, dass bereits das blosse Nennen der Ziffern alle weiteren Erklärungen überflüssig macht. Oder denken Sie bei der Zahl 722 nicht sofort an den Mercedes 300 SLR, den Stirling Moss 1957 fuhr? Ebenso wie die 43 für NASCAR-Fans nur eines heissen kann: Richard Petty, Plymouth Belvedere.

Für begeisterte Anhänger wilder Vierrad-Drifts über geschotterte Waldwege lautet diese unmissverständliche Ziffernfolge seit fast 30 Jahren 555. Erklärung für Aussenstehende: dunkelblauer Subaru Impreza mit hellgelbem Dekor, geflogen von Colin McRae. Dabei war die dreistellige Schnapszahl eigentlich gar nicht die Startnummer, sondern der Name des Hauptsponsors.

Totale Dominanz: Subaru belegt die ersten drei Plätze bei der RAC Rally und wird Konstrukteurs-Chapion. Colin McRae gewinnt den Fahrertitel.
Copyright / Fotograf: Subaru

Ab der Saison 1993 liess sich das Subaru World Rally Team nämlich finanziell von der britischen Zigarettenmarke State Express 555 unterstützen, die seit 1925 zu British American Tobacco gehört und heute fast nur noch in Asien bekannt und verbreitet ist. Daher trugen ab diesem Jahr alle Werkswagen prominent die markante Zahl in Kontrastfarbe auf der dunkelblauen Karosserie. Nur in England und Frankreich, wo Tabakwerbung schon damals verboten war, prangten bei der Rallye Monte Carlo, der Tour de Corse und der RAC-Rally gelbe Halbmonde anstelle der drei Ziffern.

Die erste Saisonhälfte wurde noch mit dem alten Gruppe-A-Legacy bestritten, bis der neue Impreza in den Händen von Ari Vatanen, Colin McRae und Markku Alén bei der 1000-Seen-Rallye in Finnland sein sprunghaftes Debüt gab. Bis zum ersten Sieg für den neuen Subaru sollte es aber noch fast ein Jahr dauern. Erst bei der Akropolis-Rallye 1994 fuhr Carlos Sainz, der von Jolly-Club-Lancia gekommen war, den Impreza erstmals auf Platz eins. Weltmeister wurde trotzdem Didier Auriol auf Toyota Celica.

Der Doppelsieg bei der Rallye Catalunya-Costa Brava 1996 macht den zweiten Konstrukteurs-Titel perfekt.
Copyright / Fotograf: Subaru

1995 war dann endlich das Jahr der Blau-Gelben. Walter Röhrl hat den Ausgang der Saison in einem Impreza-Tracktest für Rallye-Racing schon im Mai vorausgesagt. Die Subarus siegten bei fünf von acht Rallyes, belegten in Spanien und England jeweils alle drei vorderen Plätze und sicherten Subaru mit 43 Punkten Vorsprung die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Colin McRae mit Startnummer vier wurde nach einem missglückten Saisonstart – er fiel bei der Rallye Monte Carlo und in Schweden aus – trotzdem noch Weltmeister.

Zur Feier dieser Erfolge legte Subaru 1995 in Japan ein auf 500 Exemplare limitiertes Sondermodell auf, das den sinnigen Namen "WRX STi 555" trug und neben der Farbe "Blue Mica" auch mit einer umfangreichen Beklebung nach Art der Werks-Rallyewagen geordert werden konnte – sogar als Kombi. In der Schweiz war 1996 und 1998 der "GT 555" erhältlich, ebenfalls in blau mit goldenen Alurädern, dem ein etwas vereinfachter Dekorsatz beilag. Die "Edition 555" für Frankreich und die Niederlande musste komplett auf Aufkleber verzichten.

Zur Feier der Weltmeisterschaft legte Subaru 200 Exemplare des "Impreza McRae" auf.
Copyright / Fotograf: Subaru

Zur Saison 1999 verschwand die 555 und wurde durch ein rauchfreies Subaru-Logo im gleichen Stil ersetzt. Nur in China durften Richard Burns und Co. das Logo des Tabak-Hauptsponsors spazieren driften. Petter Solberg liess die berühmte Nummer in den Jahren 2002 und 2003 bei ein paar Rallys noch einmal aufleben, dann war endgültig Schluss. Trotzdem trugen Subarus Werkswagen bis zum Ausstieg aus der Rallye-Weltmeisterschaft 2008 weiterhin blau-gelbe Lackierungen. Die Farbgebung war für die Boxermotor-Boliden inzwischen so charakteristisch geworden wie Silber für Mercedes-Rennwagen.

 

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