Iconic Auctioneers veranstaltete bereits zum dritten Mal anlässlich des “Supercar Fest” im Sywell Aerodrome eine Versteigerung. Am 18. Mai 2024 wurden 85 Autos angeboten, zudem kamen Automobilia und Nummerschilder unter den Hammer.
Die 85 Autos waren im Vorfeld auf £ 5,7 Millionen oder £ 67’465 pro Wagen geschätzt worden.
Verkauft werden konnten allerdings nur 44 % der Fahrzeuge, so dass am Schluss der Umsatz £2,75 Millionen betrug, wobei drei Autos im Wert von über £ 150’000 noch nach der Versteigerung und ohne offizielle Preisangabe vermittelt werden konnten.
Im Schnitt betrugen die Höchstgebote 72 Prozent des gemittelten Estimates.
Ford, Porsche, BMW, Ferrari, Jaguar, Land Rover und Mitsubishi
Sieben Marken machten unter sich rund die Hälfte des Fahrzeugangebots aus: Ford (13 Autos), Porsche (9), BMW (5), Ferrari (4), Jaguar (4), Land Rover (4) und Mitsubishi (4). Weitere 24 Marken teilten die andere Hälfte unter sich auf.
Im Schnitt waren die Autos rund 35 Jahre alt. Nur vier von ihnen wurden ohne Mindestpreis angeboten.
Heisse Ford nicht so gefragt wie auch schon
Von den 13 angebotenen Ford-Modellen konnten nur sieben verkauft werden, sogar ein Sierra RS 500 Cosworth blieb stehen, nachdem das Höchstgebot von £ 105’000 doch deutlich unter den Erwartungen von £ 140’000 bis 160’000 geblieben war.
Insgesamt lagen die Höchstgebote bei Ford allerdings mit 79 % vom mittleren Schätzwert näher an den Estimates als bei anderen Marken.
Bei Porsche und Ferrari lagen die Bieter noch weiter von den Erwartungen weg und entsprechend konnten nur vier der acht Porsche und einer der vier Ferrari verkauft werden.
Tief lag die Verkaufsquote auch bei Land Rover und Mitsubishi, nur einer von vier konnte jeweils vermittelt werden.
Zwei besondere TVR
Zwei ganz spezielle TVR konnte Iconic Auctioneers am Supercar Fest anbieten. Da war einmal der TVR T440R aus dem Jahr 2002, der gebaut worden war, um die Basis für einen Le-Mans-Start bereitzustellen. Zu diesem Zweck baute man ein Einzelstück mit austarierter Aerodynamik (cw 0.32) und niedrigem Gewicht (1100 kg), angetrieben von einer 4,4-Liter-Version des Reihensechszylinders aus eigenem Haus.
Der strassentaugliche Wagen mit Kennzeichen PN02 ZNG wurde komplett wieder in den Ursprungszustand zurückverwandelt und sollte nun £ 190’000 bis 220’000 bringen. Doch mehr als £ 145’000 wollte kein Bieter aufrufen, der TVR T440R blieb unverkauft.
Nicht besser lief es für den ebenfalls aussergewöhnlichen TVR 350C aus dem Jahr 2003. Dabei handelte es sich um den ersten von zwei Wagen, die für die Präsentation an der Motor Show 2002 vorbereitet worden waren. Es folgten 390 Produktionsexemplare, aber dieser Prototyp diente als Pressewagen und erhielt zudem einen Vierlitermotor. Mit 82’000 Meilen auf dem Tacho sollte das Coupé nun £ 30’000 bis 35’000 erzielten, mehr als £ 22’000 aber bot niemand für die Rarität. Eine verpasste Gelegenheit.
Günstiger MG TC
Mit einem Baujahr 1947 war der MG TC der älteste Wagen der Versteigerung.
Komplett restauriert von 2002 bis 2005 wurde der gut erhaltene TC mit einigen Verbesserungen auf £ 15’000 bis 18’000 geschätzt und schliesslich für £ 16’875 (EUR 19’744, CHF 19’406) verkauft.
Preiswertes Aston Martin Virage Duo und ein seltsamer Range Rover?
Überraschend günstig angeboten wurden zwei Aston Martin Virage aus dem Jahr 1990. Ohne Limit und für nur £ 15’000 bis 20’000 kamen sie unter den Hammer. Begründet wurde der niedrige Estimates damit, dass die beiden Coupés unter einem Wasserschaden litten und wegen Todesfalls des letzten Besitzers nicht wie geplant wieder in Bestzustand gebracht worden waren.
Offensichtlich trauten sich die Bieter mehr zu als “Aston Martin Works” und sie kauften die beiden Coupés für £ 22’500 und 28’125.
Teurer als erwartet wurde auch ein Range Rover, der einiges mit Aston Martin zu tun hatte. Eigentlich war der frühe Dreitürer 1971 gebaut worden, doch vor einigen Jahren installierte ein Spezialist einen Aston-Martin-V12 unter der Haube des Geländewagens, was auch andere Anpassungen nötig machte.
So erhielt der Range Rover ein komplett digitales Display, das sich zwischen klassisch Range Rover und Aston Martin umschalten lässt.
Geschätzt waren £ 30’000 bis 40’000, Mindestgebot wurde keines gefordert. Schliesslich aber zahlte der neue Besitzer £ 50’625 für den einmaligen Range Rover.
Ein besonderes Auto und die Marke noch dazu
Nicht jeden Tag kann man ein Gruppe-B-Auto ersteigern, das an der Rallye Monte Carlo teilgenommen hatte. Doch der MG Metro 6R4 mit Chassis 207 war genau dies, gefahren von Tony Pond mit Rob Arthur.
Und trotz des Werkseinsatzes sah der Wagen nie einen Unfall und wurde auch nie im Rallye-Cross eingesetzt. Die letzten Jahre überstand er spurlos im Williams-F1-Museum und jetzt fand er einen neuen Besitzer, der bereit war sich dafür von £ 425’500 (EUR 497’835, CHF 489’325) zu trennen.
Deutlich günstiger, nämlich für $ 6600, konnte man sich die Namesrechte für “Austin Rover“ sichern plus Pläne für den Metro 6R4 kaufen. Wer weiss, vielleicht entstehen schon bald “Continuation”-6R4?
Superklassiker weniger gefragt
Rund anderthalb Dutzend Superklassiker kamen in Northampton unter den Hammer. Im Schnitt waren die Bieter nur bereit bis 67 % des mittleren Schätzwerts zu gehen.
Kein Wunder blieben die meisten unverkauft, so etwa ein Audi Ur-Quattro, ein Alfa Romeo 2000 Spider Touring, ein Lancia Fulvia Zagato, ein Ferrari 365 GTC/4 oder zwei Mercedes-Benz SL der Baureihe R107.
Einen neuen Eigner fand der angebotene rechtsgelenkte Ferrari 308 GTB Vetroresina aus dem Jahr 1976 (£ 146’250, EUR 171’113, CHF 168’188).
Und auch einer von nur 90 gebauten Lotus Esprit S2.2 konnte nach der Versteigerung noch zu einem nicht bekanntgegebenen Preis verkauft werden, nachdem das Höchstgebot von £ 19’000 nicht zu einem sofortigen Verkauf gereicht hatte.
So richtig rund lief es beim Supercar Fest für Iconic Auctioneers also nicht, die Gründe dafür dürften vielfältig sein. Sicher nicht geholfen haben die erheblichen Niederschläge am Vortag beim Preview.
Angebotene und verkaufte Fahrzeuge
Die folgende Tabelle listet alle angebotenen und verkauften Fahrzeuge mit Schätzpreisen, Höchstgeboten und Verkaufspreisen. Die Preis-Umrechnung erfolgte zum am Auktionstag gültigen Tageskurs. Alle Angaben ohne Gewähr.
| Lot | Fahrzeug | Jahr | GBP Est von | GBP Est bis | GBP HG | GBP VP | CHF VP | EUR VP | % Est | S |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 201 | Morris Mini Cooper S 1275 ex-John Wadsworth/RAC Rally | 1963 | 20'000 | 25'000 | 10'000 | N | ||||
| 202 | Jaguar Mk2 3.8-Litre 'Coombs'-Style Sports Saloon | 1964 | 30'000 | 40'000 | 28'500 | 32'062 | 36'871 | 37'512 | -8.39%
|
V |
| 203 | Lancia Fulvia Sport 1.3 Zagato (Series 1) | 1969 | 35'000 | 40'000 | 20'000 | N | ||||
| 204 | Alfa Romeo GTV 2000 (105.22) | 1975 | 40'000 | 45'000 | 38'000 | 42'750 | 49'162 | 50'017 | +0.59%
|
V |
| 205 | Jaguar E-Type Series 3 V12 Roadster | 1973 | 40'000 | 50'000 | 33'000 | N | ||||
| 206 | Mercedes-Benz 350SL (R107) | 1972 | 26'000 | 30'000 | 17'000 | N | ||||
| 207 | Ford Escort RS2000 Custom | 1980 | 35'000 | 40'000 | 35'000 | 39'375 | 45'281 | 46'068 | +5%
|
V |
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Legende: Spalte S = Status (V = Verkauft, N = Nicht verkauft, Z = Zurückgezogen, U = Unter Vorbehalt)
Est = Estimate/Schätzwert, HG = Höchstgebot, VP = Verkaufspreis
































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