Die Geschichte des Ford Capri auf der Zeitachse

Erstellt im Jahr 1986
, Leselänge 5min
Text:
Jürg Wick (AE), ergänzt durch Bruno von Rotz
Fotos:
Archiv 
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Von 1969 bis 1986 wurde der Ford Capri produziert. Der Capri war sozusagen eine europäisierte Version des Mustangs und wie dieser mit fast 1,9 Millionen verkauften Fahrzeugen ausserordentlich erfolgreich. Er kreierte eine neue Fahrzeugkategorie, die der individuellen Grossserien-Coupés, die nicht einfach leicht angepasste Limousinen-Verschnitte, sondern eigenständige Fahrzeuge waren. Motorisierung, Ausstattung und Preise änderten fortwährend über die 17 Produktionsjahre, hier sind die wichtigen Meilensteine zusammengefasst.

1969

  • Offizielle Präsentation des Capri auf dem Brüsseler Autosalon im Januar 1969, Verkauf beginnt im Februar.
  • Produktionsstart in Köln:
    - 1300, 1300 L, 1300 XL (V4 50 PS)
    - 1500, 1500 L, 1500 XL [V4 60 PS)
    - 1700 GT, 1700 GT L, 1700 GT XL, 1700 GT R, 1700 GT XLR (V4, 75 PS)
    - 2000 GT, 2000 GT L, 2000 GT XL, 2000 GT R, 2000 GT XLR (V6, 85/90 PS)
    - 2300 GT, 2300 GT L, 2300 GT XL, 2300 GT R, 2300 GT XLR (V6, 108 PS)
  • Produktionsstart in Halewood:
    - 1300, 1300 L, 1300 XL (R4-OHV, 52 PS)
    - 1300 GT, 1300 GT L, 1300 GT XL, 1300 GT R, 1300 GT XLR (R4-OHV, 64 PS)
    - 1600, 1600 L, 1600 XL (R4-OHV, 64 PS)
    - 1600 GT, 1600 GT L, 1600 GT XL, 1600 GT R, 1600 GT XL R (R4-OHV, 82 PS)
    - 2000 GT, 2000 GT L, 2000 GT XL, 2000 GT R, 2000 GT XL R (V4, 93 PS)
  • In die Schweiz gelangen die englischen Versionen zum Verkauf. Der Preis für den Capri 1300 beträgt anfänglich Fr. 8585.—, der 2000 GT kostet XLR Fr. 11 490.—.
  • Ab Oktober wird zusätzlich der V6-3-Liter-Motor lieferbar (128 PS), in England wird zusätzlich ein V6-2,3-Liter-Motor angeboten (125 PS SHC)

1970

  • Der Export in die USA startet (Seitenreflektoren, Powerbuckel für alle Modelle, Doppelscheinwerfer, Kopfstützen, Doppelauspuffattrappe), 1600 OHV, 56 PS, 2000 OHC, 92 PS
  • Jahresproduktion beträgt 233’500, davon gelangen 29’900 in die USA
  • Ab September importiert Ford Schweiz anstelle der englischen die deutschen Versionen. 
  • Der 1300 V4 kostet nun Fr. 9’230.-, der soeben lancierte 2600 GT (V6, 125 PS) kostet in der Version GT XLR Fr. 13’540.-.
  • Mit May-Turbolader erreicht der Capri mit 2,3-Liter-Motor 180 PS, die 2,6-Liter-Version 207 PS. Die Verdichtung wurde dazu nicht angepasst, nur der Zylinderkopf musste verstärkt werden.

1971

  • Englische Reihenvierzylinder erhalten mehr Leistung.
  • Der Capri kostet erstmals über Fr. 10 000.— (10 090.—). Der Capri RS 2600 (V6, 2673 cm3, Kugelfischer-Einspritzung, 150 PS) wird zum Preis von Fr. 20’500.- angeboten, die Rennvariante “Competition” für Fr. 22’250.-. Diese ist für die Gruppe 2 homologiert und nicht strassenzugelassen. 
  • Rennsport: Erster Titel in der europäischen Tourenwagenmeisterschaft.
  • Deutsche V4, 1.3 und 1.5 L, mit höherer Verdichtung und 55/65 PS.
  • Ford Capri Perana V8. Spezialausführung des südafrikanischen Händlers Basil Green. Produktion total über 500 Stück, das Modell wird auch nach Europa exportiert.
  • Die Produktion in Saarlouis wird aufgenommen.

1972

  • Rennsport: Zweiter Titel in der europäischen Tourenwagenmeisterschaft.
  • Karosserieretuschen (September). Grössere Scheinwerfer und Heckleuchten, Powerbuckel für alle Modelle, neues Interieur.
  • Ersatz der V4- und der OHV-Reihenmotoren durch den Reihen-OHC (ausgenommen englischer 1300). Version 3-Liter auch in den deutschen Versionen erhältlich. Der Preis des 3000 GXL beträgt Fr. 17’100.-. 
  • Für USA: 2000 OHC-4 und 2800 V6 Doppelvergaser.

1973

  • Englische Version RS 3100 wird während dreier Monate zu Homologationszwecken produziert ( als Rechtslenker). Die Rennausführung erreicht mit Cosworth-Vierventilzylinderköpfen und  3412 cm3 Hubraum  500 PS
  • Jahresproduktion: 232 200.

1974

  • Der Ford Capri II wird eingeführt. Er hat eine Heckklappe, grössere Glasflächen und umklappbare Rücksitze.
  • Der Capri 1300 hat jetzt 57 PS und kostet Fr. 12’100.-; der 1600 XL hat 72 PS und wird zum Preis von Fr. 13 500.- angeboten; der 1600 GT mit 88 PS kostet Fr. 14’980.-; der 2300 GT weist eine Leistung von 108 PS auf und steht mit Fr. 16’500.- in der Preisliste; der Capri 2300 Ghia kostet Fr. 18’980.-; der 3000 Ghia wird mit 138 PS für  Fr. 20’500.- an die Kunden abgegeben

1975

  • Es wird eine Spezialserie «schwarz/gold» und «weiss/gold» aufgelegt.
  • Die Produktion in Saarlouis wird eingestellt

1976

  • Der «S» ersetzt den «GT». Sanfte Modernisierung mit schwarzen Fenstereinfassungen und Änderungen im Interieur.
  • Produktionseinstellung in Halewood. D

1977

  • Der V6-2-Liter ist wieder lieferbar (90 PS).
  • Capri II R/S, Spezialserie von American Sun Corporation auf US-Capri V6. 7-Zoll-Felgen, Kotflügelverbreiterungen mit offenen Nietfixierungen, Bürzelspoiler, etwa 1500 Stück werden produziert.
  • Die Produktion liegt erstmals unter 100 000 Stück/Jahr.
  • Ende Jahr wird der Export in die USA beendet. Dort lief der Capri als Mercury Capri «The sexy European».

1978

  • Weitere Karosserieretuschen werden vorgenommen: Doppelscheinwerfer, und Frontspoiler sollen den Verkauf ankurbeln. Das S-Modell wird mit Gummispoiler auf der Heckklappe und neuem Lamellengrill angeboten. Gasdruckdämpfer modernisieren das Fahrwerk. Dieses Modell wird später als Capri III (offiziell: Capri II ’78) bezeichnet.

1979

  • Der Vierzylinder erhält einen Viscolüfter. Das 2-Liter-OHC-Aggregat erreicht jetzt 101 PS.

1980

  • Die Sonderserie «GT4» wird mit einem V6 2300 und 114 PS angeboten.
  • Rennsport: Der Gruppe-1b-3-Liter-Capri für die britische Tourenwagenmeisterschaft erreicht mit 240 PS 264 km/h. Der Gruppe-5-Capri von Zakspeed treibt es noch bunter: 800 kg, 580 PS, 1427 cm3 «Kent»-Motor mit Vierventilzylinderkopf und Turbolader, 1,4 bar Ladedruck.

1981

  • Der Capri 2.8 Injection mit 2,8-Liter-V6 und K-Jetronic kommt mit 160 PS und breiten 205/60 VR 13 Reifen. Er ist äusserst erfolgreich und haucht der ganzen Baureihe neues Leben ein, so dass das Ende später kommt, als geplant
  • Neu auf den Markt kommt auch der Capri 2,8 Turbo mit einem Garrett-Turbolader und Vergaser: 2,8-Liter V6, Doppelvergaser, 188 PS, 235/60 VR 13. Kotflügelverbreiterungen, grössere Spoiler. 33’000 DM, respektive 31’800 CHF wurden für diesen potenten Sportler verlangt.
  • Rennsport: Gewinn der Deutschen Rennsportmeisterschaft in der grossen Division mit dem Zakspeed-Turbo-Capri und Fahrer Klaus Ludwig

1982

  • Der Capri 2.8i erhält (endlich) ein 5-Gang-Getriebe.
  • Der Capri 2.8 Turbo wird eingestellt.

1983

  • Tickford-Capri 2.8 T von Aston Martin. Mit Bosch-K-Jetronic und Turbolader werden etwa 210 PS erreicht.

1984

  • Linksgelenkte Version wird eingestellt, für den englischen Markt werden weiterhin Rechtslenker gebaut.

1985

  • Capri 2.8i mit Modifikationen wie neuen Alu-Felgen, ledereingefassten Sitzen, serienmässigem Sperrdifferential.
  • Die Modelle 1600 und 2000 erhalten standardmässig die ehemalige Ghia-Ausstattung.

1986

  • Der Turbo von Turbo Technics mit etwa 200 PS wird via Ford-Händler vertrieben.
  • Die Capri-Produktion wird eingestellt. Total wurden nicht ganz 1,9 Millionen Fahrzeuge produziert.

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