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... Entwick lungshilfe zum Trotz über rannte die bittere Wahrheit die Wartburg-Werker schnel ler, als sie es zu fürchten wag ten: Nicht wie erwartet zum Jahresende, sondern schon Ende März, wenn alle Ma terialvorräte aufgebraucht sein werden, soll das DDR- Fossil endgültig das Zeitliche segnen. So hat es Detlev Rohwedder, Chef der Treuhand anstalt, verfügt. Gegen ihn richtet sich der Unmut der Demonstranten. „Treuhand, unsere Region stirbt“, steht auf einem der Transparente. Und: „Wart burg muß leben.“ Verbitterte Mienen säumen den wüten den Trauerzug. „Die können gar nicht ermessen, was das für uns bedeutet“, schimpft Helmut Hausdörfer, der bei ' Wartburg in der Scharfschlei ferei arbeitet. „8000 Leute stehen auf der Straße“, sagt Hausdörfer, „wir kriegen nicht die kleinste Chance.“ Auch Bernd Weilstein, Mitarbeiter in der Einfahr- Abteilung, ist verbittert. „Im Golf-Krieg werden Milliar den verpulvert“, sagt der Wartburg-Werker, „und uns lassen sie hier verhungern.“ Mitunter verdichtet sich der Unmut gar zu einem explo siven Stimmungsgemisch. „Die Treuhand geht über Lei chen“, wettert ein Demon strant, „die soll der Blitz treffen.“ Wolfram Liedtke, Ge schäftsführer des Wartburg- Herstellers AWE, hat sich mit seinen Mitarbeitern soli darisch erklärt. Erschöpft von den wochenlangen, schließ lich gescheiterten Verhand ...
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