Das ungewöhnliche Bergrennen für Autos und Motorräder vom tiefer gelegenen Hangar durch zahlreiche Kurven hinauf auf die Landebahn des ehemaligen NATO-Flugplatzes und heutigen Triwo-Testgelände in Pferdsfeld/Hunsrück erlebte am Samstag, 26. April 2025 seine vierte Auflage.
Ziemlich genau 100 Starter aller Baujahre und Marken, angefangen bei einer Indian Daytona Racer 750 von 1925 bis hin zu einer Alpine A 110 S aus dem Jahr 2023, waren für die erste Pista & Piloti-Veranstaltung des Jahres 2025 eingegangen. Dabei wurde ein sehr breites Spektrum an Fahrzeug-Labels geboten. Das Berg-Event im Hunsrück ist immer wieder gut für absolute Exoten und Raritäten. Im letzten Jahr war der neu aufgebaute Alfa Romeo 33 Stradale der absolute Star. In diesem Jahr stachen gleich zwei britische Exoten ins Auge.
Einer davon war ein selbst bei Vorkriegs-Events extrem seltener Crossley Regis 6 Special mit Baujahr 1934. Crossley war 1904 gegründet worden und hatte bis 1937 PKWs produziert. Schon vor dem Beginn des 2. Weltkrieges und bis zu dessen Ende wurden dann fast ausschliesslich Militärfahrzeuge hergestellt. Nach 1945 beschäftigte sich Crossley nur noch mit dem Bau von Bussen – etwa die typischen Londoner Doppeldecker – bevor die Marke 1948 vom Bushersteller Associated Equipment Comp. übernommen wurde. Diese ging wiederum 1958 im British Leyland-Konzern auf.
Das Baujahr 1964 und damit exakt 30 Jahre jünger als der Crossley hat der in Pferdsfeld erschienene Gordon Keeble GK1. Begonnen hatte die kurze Geschichte der Marke schon 1959. John Gordon, einer der Gründer der ebenfalls längst verblichenen Marke Peerless, die von 1957 bis 1960 über 300 Exemplare des Peerless GT (ein Coupé mit GFK-Karosse und dem Motor aus dem Triumph TR3) absetzen konnte, verliess das Unternehmen 1959. Noch im gleichen Jahr wurde er von dem Ingenieur Jim Keeble wegen des Umbaus eines Peerless GT vom TR3-Motor auf ein V8-Aggregat aus der Corvette kontaktiert. Die beiden verstanden sich sofort. Schnell kam die Idee auf, einen reichlich motorisierten Reisesportwagen zu bauen und die Firma Gordon Keeble wurde gegründet.
Noch im selben Jahr entstand ein Chassis aus Vierkantrohren mit de Dion-Hinterachse und vier Scheibenbremsen. Dieses wurde umgehend zu Bertone nach Italien verschifft. Doch nicht Franco Scaglioni entwarf das zunächst noch Gordon GT genannte Coupé, sondern der damals 21-jährige Nobody Giorgio Giugiaro. Er schuf damit das erste von vielen seiner automobilen Glanzlichter bei Bertone. Auf dem Genfer Autosalon 1960 erlebt der Wagen sein erfolgreiches internationales Debüt.
Mangels Geldes kam das Projekt jedoch zunächst nicht zum Laufen. Erst im Herbst 1964 begann die Produktion. Gordon war längst aus dem Unternehmen ausgetreten, dessen Geschicke nun der Industrielle George Wansbrough lenkte. Statt Stahlkarossen von Bertone kamen stattdessen in England handgefertigte Kunststoff-Karossen zum Einsatz. Von Anfang an gab es Probleme mit der Liefertreue des Lenkungsherstellers, die man letztlich nicht in den Griff bekam. Nach lediglich 91 gebauten Exemplaren war bereits ein Jahr später Schluss. Weitere neun Exemplare sollen bis 1971 noch aus Ersatzteilen gebaut wurden sein, so dass man von 100 Exemplaren ausgehen kann.
Weg von der britischen Automobilgeschichte hin zum sportlichen Teil auf der Strecke. Nach einem Trainingslauf folgte für alle ein Setzlauf, der in zwei Wertungsläufen dann möglichst genau wiederholt werden musste. Im Gegensatz zu konventionellen Bergrennen erfolgt natürlich keine Rückführung, sondern man konnte sich direkt wieder am Start einreihen.
Mit einer Abweichung von 0,199 Sekunden holte sich Ingo Wimmer mit seinem Lancia Integrale von 1988 den Gesamtsieg. Es folgte Frank Däschler im BMW 1502 Alpina von 1975 mit einer Differenz von 0,228 Sekunden. Das Podium vervollständigte Max Burger mit einer GT40 Replika aus 1986 und 0,259 Sekunden Unterschied.
Bei den Zweirädern siegte Lucas Übel mit einem Herkules Prima 5S-Mofa aus 1990 mit 0,700 Sekunden Vorsprung zum Zweitplatzierten.
Wie üblich durften auch die Junioren (bis 20 Jahre) in einer gesonderten Wertung auf die Piste. Bei den insgesamt elf Startern hatte Leander Mund mit einer 1969er Alfa Romeo Guilia Super mit 0,852 Sekunden Abweichung die Nase vorne.
Der nächste Pista & Piloti Gran Premio Alfa Romeo findet von 30. bis 31. August 2025 statt. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Veranstaltung .


















































































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