Nachdem sie, wie so viele ihrer Artgenossen auch, im vergangenen Jahr ausfiel, fand die Oldtimermesse St. Gallen am 24. Oktober 2021 wieder statt. Der im Vergleich zur letztmaligen Ausgabe leicht reduzierte Umfang fiel kaum auf, da die Stände von Fahrzeug-, Ersatzteile- und Automobilia-Händlern dieses Jahr stärker durchmischt waren, was für einen abwechslungsreicheren Gang durch die zwei Messehallen sorgte. Über 100 Händler hatten ihre Stände aufgebaut. Leider sagten sogar in der letzten Woche noch Aussteller ab, was es für das Organisatorenpaar Hürlimann nicht einfach machte, eine gehaltvolle und spannende Messe vorzubereiten. Trotzdem hat das Ergebnis überzeugt.
Um überhaupt in den Genuss des Rundgangs kommen zu dürfen, mussten die rund 5500 Besucher am Eingang ein gültiges Covid-Zertifikat samt Ausweis vorzeigen, deren Kontrolle den Messe-Mitarbeitern in St. Gallen weit zügiger und organisierter gelang als den Kollegen in Padua. Wer kein gültiges Zertifikat dabei hatte, konnte sich in einem Schnelltest-Zentrum vor Ort eines ausstellen lassen.
Trotz der kleinen Veranstaltungsfläche und nur einem einzigen Öffnungstag bot sich im Inneren der Hallen das gewohnte Bild, das man auch von weit grösseren Oldtimermessen kennt: ein breites Angebot an Fahrzeugen vom Meili-DM-20-Traktor über Triumph TR4 bis zum Porsche 911, jede Menge Blechspielzeug im Originalkarton sowie neue und gebrauchte Ersatzteile in Hülle und Fülle. Gleichzeitig blieb die Messe dank nur zweier Hallen angenehm übersichtlich.
Auch Raritäten und Exoten fanden sich unter den angebotenen Autos: die Touring Garage offerierte unter anderem einen Jaguar XJS 5.3 V12 Convertible sowie ein Mazda RX-7 Turbo Cabriolet.
Bei Goodtimer konnte man einen Alfa Romeo 2600 Spider oder einen 1953er Fiat 1900 kaufen.
Der Alfa Romeo 8C Monza und der Bugatti Typ 51 am Stand der Oldtimer-Garage Buschor standen nicht zum Verkauf, sorgten aber zusammen mit Talbot-Lago T26 C und Maserati 8CM für zahlreiche interessierte Blicke.
Ebenso wie die monströsen Dragster-Käfer, die mit einem unschuldigen 34-PS-VW bis auf die Dachhaut kaum noch etwas gemein hatten.
Freunde des Originalen scharten sich lieber um einen Ford Taunus P4 Kombi oder einen unrestaurierten Weltmeister-Käfer.
Noch fast vielfältiger als in den Messehallen ging es davor zu. Das Aussengelände, auf dem Besucher mit ihren Oldtimern parkieren konnten, durfte auch ohne Eintrittskarte besichtigt werden und war kaum eine Stunde nach Eröffnung bereits bis auf den letzten Platz gefüllt.
Hauptursache hierfür was das schöne, von kaum einer Wolke getrübte Wetter, das auch jene zur Anreise mit dem Klassiker überredete, deren Auto sonst Ende Oktober schon lange Winterschlaf hält. So wurde die Messe in der Halle noch um ein kleines Freilichtmuseum erweitert, das vom Ford Thunderbird der Fünfziger bis zu einem Renault 5 der ersten Produktionsmonate für jeden etwas bot.
Und selbst auf dem gebührenfrei angebotenen Besucherparkplatz konnte noch mancher Klassiker bewundert werden, den man nicht jeden Tag antrifft.
In St. Gallen hat sich wieder einmal gezeigt, dass es keine 15 Hallen und 1000 Aussteller für eine gelungene Oldtimermesse braucht. Was an Masse fehlte, machten die Aussteller mit Freundlichkeit wett. Und auch für ein Gespräch mit Bekannten trifft man sich bekanntlich einfacher im Kleinen als im Grossen.
Der Termin für 2022 steht noch nicht fest, dürfte aber sicherlich wieder im Oktober sein.


















































































































































































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