"Wenn Sie mich fragen, sollten Franzosen nur bei einem Ereignis Gastgeber sein: bei einer Invasion." – Diese Worte des von Rowan Atkinson gemimten Agenten Johnny English kamen unweigerlich in den Sinn, denn die Menge an deutschen und anders ausländischen Autos, die sich in die Einfahrschlage des "French Car Meeting" in Kemptthal einreihten, überraschte doch sehr: BMW M3, Audi TT, Lotus Elise, Mazda RX-8, …
Hätte man vorher noch einmal in den zwischengas-Veranstaltungskalender geschaut, hätte man sich einiges an Verwirrung erspart. Denn dann hätte man gewusst, dass parallel zum deutschschweizerischen Franzosentreffen mit dem englischen Namen auch noch das landes-, marken- und baujahrunabhängige "Swiss Season Opening" am 3. Mai 2026 in der Motorworld Kemptthal stattfand, dessen Teilnehmerzahl die des "French Car Meeting" um etwa das Dreifache übertraf.
Die Bilder mögen hier ein wenig täuschen, da sich der Fotograf bemüht hat, wirklich nur französische Autos abzubilden – was bisweilen gar nicht so einfach war, da die beiden Veranstaltungen räumlich nicht wirklich voneinander getrennt waren, und sich Renault 5 und Citroën DS so fröhlich an Mercedes-AMG GT und Lamborghini Temerario reihten. Wirklich "sortenrein" waren nur die ersten 150 Meter nach der Einfahrt.
Das sorgte einerseits für einen gewissen interkulturellen Austausch – machte andererseits die Ankündigung eines eigenen Franzosentreffens aber herzlich überflüssig, wenn ohnehin alles, was zwei, drei oder vier Räder hat und fünf Franken zahlt, hineingelassen wird. Denn wahrscheinlich wären mindestens drei Viertel der frankophilen Autoliebhaber auch ohne Sondereinladung zur Schweizer Saisoneröffnung gekommen.
Und so wusste man nie, ob man sich nun freuen oder ärgern soll. Für ein Autotreffen war es wunderbar vielfältig – für ein Franzosentreffen hingegen ziemlich enttäuschend. Typische Wegwerfautos, die niemand wirklich liebhatte und die heute deswegen das Salz in der Szenesuppe sind, haben fast vollständig gefehlt: kein Renault 6, kein Citroën Visa, kein Peugeot 305. Selbst der Renault 4 machte sich rar. Frühe Simcas sah man kaum, späte Talbot überhaupt nicht.
Doch bedeutet das nicht, dass es keine Kuriositäten zu sehen gab. Wie oft begegnet man auf dieser Seite des Atlantiks schon einem Renault Alliance Convertible? Die Cabriolet-Version des R9 war einst nur auf dem nordamerikanischen Markt angeboten worden. Ebenfalls selten in unseren Gefilden anzutreffen ist der Namco Pony, eine Art griechischer Citroën Méhari auf 2CV-Fahrgestell. Und ein Facel Vega Excellence ist immer etwas Besonderes.
Dann waren da die Autos, die sich erst auf den zweiten Blick als Rarität offenbaren. Etwa der Citroën Xantia Activa, der es in Sachen Strassenlage wahrscheinlich noch immer mit den meisten anwesenden Supersportwagen aufnehmen könnte. Oder der Citroën Evasion, den man noch vor wenigen Jahren keines Blickes gewürdigt hätte. Langsam scheinen er und seine Eurovan-Geschwister jedoch alt genug zu sein, um erste Nostalgiegefühle auszulösen. Mindestens zweimal fiel der Satz: "So einen hatten meine Eltern früher."
Die graue Grossraumlimousine war die einzige der Sevel-Vierlinge, aber nicht die einzige ihrer Art. Der ehemalige Konkurrent (strenggenommen die darauffolgende Modellgeneration) Renault Espace war gleich in doppelter Anzahl vertreten. Keine PSA-Konkurrenz zu fürchten hatte hingegen der Renault Clio Williams. Ein Peugeot 205 GTI liess sich leider nicht blicken. Dafür aber ein bemerkenswert gut gepflegter 106, der zusammen mit einem 405 Mi16 und einem 406 Coupé die Neunzigerjahre im Zeichen des Löwen repräsentierte.
Folglich bot das "French Car Meeting" immer noch genug, an dem sich Freunde der französischen Fortbewegung ergötzen konnten. Und doch musste man sich immer wieder die Frage stellen, wie viele Citroën-, Peugeot- und Renault-Besitzer die Doppelbelegung abgeschreckt hat und wie viel mehr vielleicht noch zu sehen gewesen wäre, wenn man den Franzosen einen Tag nur für sich alleine gegönnt hätte.
Möglicherweise gelingt es nächstes Jahr, das "Swiss Season Opening" vom "French Car Meeting" zu lösen und auf einen separaten Termin zu legen (sinnigerweise einen früheren). Dann wäre Platz für alle, die dieses Jahr gefehlt haben: Simca Chambord, Talbot Tagora, Chrysler 180 – und vor allem: viele Kleinwagen mit Dieselmotor, der vielleicht französischste Beitrag zur Automobilkultur.















































































































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