Die Klassikwelt Bodensee war am vergangenen Wochenende wieder die Messe der Wahl für alle, die mit millionenschweren Bewohnern von vollklimatisierten Garagen nur wenig anfangen können.
Am nächsten an den üblichen Hochpreisbasaren zeigte sich noch die Sonderschau "Black & White" im Atrium des Eingangs West. Hier fanden sich doch tatsächlich zwei Mercedes-Benz 300 SL – dem Titel entsprechend komplementär lackiert –, ein Lamborghini-Pärchen oder ein Porsche RSK. Für den bodenständigen Ausgleich sorgten ein Opel Rekord P2, ein früher Standard-Käfer und ein Ford Taunus P5 – der aber immerhin als seltenes Deutsch-Cabriolet.
Offizielle und gross angelegte Auftritte von Autoherstellern gab es ebenfalls nicht. Stattdessen dominierten in den elf Messehallen die Clubs, Teilehändler und Privatverkäufer sowie kleinere Händler mit Autos in Preisregionen, für die man nicht gleich das Eigenheim verpfänden muss. Einen nicht unerheblichen Anteil am erfreulich bodenständigen Charakter hat auch, dass die gesamte Passage zwischen den beiden Reihen an Messehallen quasi ein riesiger Besucherparkplatz für Oldtimer ist, sodass die Klassikwelt Bodensee über weite Teile mehr den Eindruck eines grossen Treffens macht als den einer Messe.
Auf dem groben Kies des Innenhofs fanden sich Exoten wie Renault 14, Borgward Arabella oder Nissan Figaro und zu fast jedem weiter verbreiteten Modell eine ungewöhnlichere Alternative. So gab es neben den zahlreichen VW T1 auch etwa einen Renault Estafette zu entdecken. Den exzentrischen Gegenpol zu einigen Mercedes-Benz SLC bildete ein Fiat 130 Coupé, das im Selbstverständnis einst mindestens ebenbürtig war.
In Halle 1 ging die Schatzsuche munter weiter. Schon einmal einen Opel Kapitän P2 als (selbstgebautes) Coupé gesehen? Oder einen Simca Coupé de Ville von 1956? Da kamen einem Autos wie der Cadillac Fleetwood Brougham fast schon gewöhnlich vor. Natürlich liessen sich auch in Friedrichshafen typische Messe-Begleiterscheinungen wie Acrylgemälde mit Automotiven, ein Stand mit Neuwagen oder gar Massagesesseln nicht ganz vermeiden. Doch hielt sich ihre Anzahl in erfreulich engen Grenzen.
Auch 2025 ist die Klassikwelt Bodensee also sich selbst treu geblieben, ein breites und vielseitig Interessiertes Publikum – der Veranstalter vermeldet 40'300 Besucher – anzusprechen – und nicht nur eins mit dicker Brieftasche. „Es ist einfach schön zu sehen, dass das Interesse an der klassischen Mobilität weiter wächst“, resümierten denn auch Messegeschäftsführer Klaus Wellmann und Projektleiter Roland Bosch und freuten sich über den hohen Besucherzuwachs.























































































































































































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