Ein Jahr vor dem 50-jährigen Jubiläum 2023 fand am Wochenende des 12. bis 14. August 2022 nach zwei Jahren Unterbrechung (Corona-Pandemie und Flutkatastrophe an der Ahr) der 49. AvD-Oldtimer Grand Prix endlich statt. Über 20 Rennläufe und Gleichmässigkeitsprüfungen bei perfekten hochsommerlichen Wetterbedingungen entschädigten die rund 30’000 Besucher am Wochenende genauso wie Teams und Fahrer für die lange Wartezeit und sorgten für eine fast schon euphorische Stimmung auf dem Nürburgring.
Vor allem der Samstag war sehr gut besucht, endlich gab es wieder lange Kolonnen bei der Anfahrt und am Ende volle Tribünen, die auch immer wieder lautstark applaudierten, genau so wie man es aus vergangenen Zeiten gewohnt ist.
Treue Alte
Bei den ältesten Fahrzeugen mit dabei waren einerseits Peterheinz Kern im Mercedes 680 S, mit dem Rudolf Caracciola im Jahr 1927 das Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring gewann, anderseits Uli Sauer mit dem BMW 328 (1938), der mit 49 Teilnahmen beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix der treueste Teilnehmer des Events ist.
"Ich bin sehr zufrieden mit dem Wochenende", resümierte er – wohl auch stellvertretend für viele andere Teilnehmer. „Das Rennergebnis zählt für mich ehrlich gesagt nicht – auf dem Regal zuhause stehen genug Pokale. Ich brauche eigentlich keinen mehr. Aber ich möchte mit Oldtimer-Freunden Spaß haben, und das ist hier rundum gelungen. Ich bin mit dem ganzen Wochenende sehr zufrieden.“
Junge Neue
Ex-DTM-Pilot Peter Oberndorfer, der als Serienmanager des neu gegründeten DTM Classic Cups in die Eifel kam: „Ich bin früher selbst oft hier gestartet und hatte an diesem Wochenende aber eine komplett neue Perspektive. Der OGP ist eine international wichtige Veranstaltung, deshalb war es passend, dieses Event in den Saisonkalender des DTM Classic Cups aufzunehmen. Das Flair ist einmalig, es sind viele Besucher und sehr viele schöne Autos hier am Nürburgring: Hier haben wir als Serie gut hineingepasst, es hat sich gelohnt hierher zu kommen.“
In die Nacht hinein
Bei den zweisitzigen Rennwagen und GTs bis 1960/61 ging es am Samstagabend beim einstündigen Abschlussrennen des Tages bis spät in die Nacht hinein. Mit dem „Birdcage“-Maserati, den Mercedes-Benz 300 SL, Porsche 904 und RSK 718, Jaguar C- und D-Type, Lotus Eleven präsentierten sich einige der schönsten und geschichtsträchtigsten Sportwagen aller Zeiten bei fotogenem Abendlicht.
Die wunderschönen "kleinen" und leichten Lotus Eleven aus den Fünfzigerjahren zeigten einmal mehr ihr ganz grosses Potential und verwiesen die zum Grossteil doch wesentlich stärkeren Gegner auf die Plätze.
Ring-Legende
Im Feld der CanAm- und Gruppe-C-Sportwagen stand eine echte Ring-Legende: Ein gelber Porsche 917, der in den frühen 70ern von Willi Kauhsen pilotiert wurde. Er ging aber nicht mit einem grossen Rennerfolg in die Nürburgring-Historie ein, vielmehr durfte er im Frühjahr 1973 den damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann für eine Runde über die teilweise verschneite Nordschleife chauffieren.
Nicht wirklich logisch waren hier die Teilnahmen eines BMW E30 325i Gr. A, sowie eines Opel Ascona DRM unter all den grossvolumigen V8 Monstern.
Formel-1-Rennwagen von damals
In der Königsklasse zeigte einmal mehr Marco Werner sein grosses Können. Im ersten Lauf vom Samstag musste er sich mit dem Lotus 87B infolge leichter Aussetzer und dazu kommenden Bremsproblemen geschlagen geben, womit er sogar noch das Podium verpasste.
Der McLaren MP4/1 des Briten Steve Hartley holte den Sieg. Doch am Sonntag war es dann wieder genau umgekehrt, oder besser die alte Reihenfolge war wieder hergestellt. Werner gewann vor Hartley.
Absenz der deutschen Hersteller?
Schade nur, dass sich die grossen deutschen Hersteller immer mehr von ihrer Historie trennen und so auch keinen Sinn mehr darin sehen, an grossen historischen Events teilzunehmen. Der einzige Vorteil dabei ist, dass der Paddock-Bereich nicht mehr ganz so viel Platz in Anspruch nimmt und dadurch der GP-Kurs in voller Länge befahren werden kann. Keine Kurzanbindung mehr nach der ersten Kurve, was fahrerisch wie fotografisch die Sache massiv interessanter macht.
Es lebe die Zukunft (der Vergangenheit)
Auch die Zukunft der Veranstaltung ist dauerhaft gesichert: Die Veranstaltergemeinschaft des Events einigte sich mit den Vertretern der traditionsreichen Eifel-Rennstrecke frühzeitig auf eine Fortführung der langjährigen guten Zusammenarbeit und eine Verlängerung des Veranstaltungsvertrages auch weit über die bis ins kommende Jahr gesicherte bisherige Laufzeit.
Auch für die fünf Folgejahre 2024 bis 2028 wird der AvD-Oldtimer-Grand-Prix damit am Ring zu erleben sein, der 50. Austragung kann also schon jetzt mit Freude entgegengesehen werden.





























































































































































































































































































































































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