30 Jahre DTM - die deutsche Welt der Tourenwagen

Erstellt am 28. April 2014
, Leselänge 3min
Text:
Daniel Reinhard
Fotos:
Daniel Reinhard 
47

Die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft (DTM) gehört zu den berühmtesten Rennserien der Welt und sie feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag.


Audi V8 Quattro DTM (1990) - auf dem Norisring
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Startschuss in Zolder

Auf dem Rundkurs von Zolder in Belgien, 70 Kilometer nordwestlich von Aachen beginnt am 11. März 1984 eine neue Ära im Motorsport. Beim traditionsreichen Bergischen Löwen stehen 24 Tourenwagen verschiedenster Größen am Start.

Es ist das erste Rennen der neu geschaffenen Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft, aus der zwei Jahre später die DTM hervorgehen wird.

„Wir sind damals alle sehr aufgeregt nach Zolder gefahren. Ein großes Starterfeld mit klangvollen Namen, und ich war mit dabei“, erinnert sich Volker Strycek, der in einem BMW 635 CSi auf Anhieb den dritten Platz herausfährt und den Grundstein zu einer höchst erfolgreichen Saison legt.

Am Ende des Jahres wird Strycek der erste Champion der DTM-Geschichte - dank seiner Konstanz sogar ohne einen einzigen Laufsieg.

Als Nachfolger der Deutschen Rennsport Meisterschaft

Die neue Rennserie trat in die Fußstapfen der renommierten Deutschen Rennsport-Meisterschaft, in der noch mit Sportwagen gefahren wurde.
In der späteren DTM waren es seriennahe Gruppe-A-Fahrzeuge, noch dazu in verschiedenen Leistungsstufen.

Ein ausgeklügeltes Handicap-Reglement mit Zusatzgewichten und Restriktionen bei den Reifenbreiten sollte dafür sorgen, dass große und kleine Fahrzeuge gleiche Chancen haben. „Allen Beteiligten wurde schnell klar, dass die Idee der klassenlosen Gesellschaft recht gut funktioniert“, sagt Strycek: „Es entstand schnell eine Situation wie in der heutigen DTM: enges Feld, hohe Leistungsdichte, viele Autos. Die neue Serie war auf Anhieb faszinierend und enorm spannend.“

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Artenvielfalt

24 Fahrzeuge waren es beim ersten Rennen in Zolder. Noch im Laufe der ersten Saison wuchs das Starterfeld auf 40 Autos und 16 verschiedene Typen an.

Mit dem Alfa Romeo GTV6, den BMW-Modellen 323i und 635 CSi, dem Chevrolet Camaro, dem Ford Mustang, dem Rover Vitesse und dem Volvo 240 Turbo gab es gleich sieben Tourenwagen, die Siege holten.

Den Auftakt prägen in Zolder noch die BMW 635 CSi. Lange Zeit führt der ehemalige Formel-1-Pilot und spätere Le-Mans-Sieger und DTM-Champion Hans-Joachim Stuck das Rennen an, bis er zwei Runden vor Schluss ein Vorderrad verliert.

Vom Pech Stucks profitiert Markenkollege Harald Grohs, der sich bei einem BMW-Vierfacherfolg vor Udo Schneider den Premierensieg holt.
Strycek wird nach einer Aufholjagd Dritter. „Ich kam ja aus dem Renault-5-Pokal und das Arbeitsgerät und das Umfeld waren für mich völlig neu. Dazu bin ich dann noch umgedreht worden und weit zurückgefallen“, sagt Strycek: „Danach noch aufs Podium zu fahren, war für mich eine Riesensache - noch dazu im direkten Duell mit Rennfahrergrößen, die ich bis dahin nur angehimmelt hatte.“

Mit der DTM verbunden

Strycek war sofort infiziert „von dieser Droge Rennsport“ – und vor allem von der DTM, die er in verschiedenen Positionen – vom Rennfahrer über den Projektleiter bis zum späteren Opel-Sportchef - mehr als zwei Jahrzehnte lang begleitete. „Jede Epoche der DTM, die ich erlebt habe, hat neue Herausforderungen gebracht, neue Spannungsfelder und technologische Neuerungen“, sagt Strycek: „Ich bin immer noch ein Fan der DTM. Für mich ist sie die Formel 1 der Tourenwagen, Spitzensport auf allerhöchstem Niveau.“


BMW M3 (1990) - Missverständnisse in Hockenheim
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Über 400 Rennen bis heute


Mercedes 190 E 2.5-16 Evo (1990) - Klaus Ludwig auf dem Hockenheimring
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Der Premiere in Zolder folgten bis heute 401 weitere Rennen; nach Volker Strycek gab es 18 weitere Champions - von Rekordsieger Bernd Schneider mit fünf Titeln, über Dreifachmeister Klaus Ludwig bis zum 2013-er Champion Mike Rockenfeller.


BMW M3 DTM (2013) - Foto des Jahres 2013 - Szene aus Zandvoort
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Auch in ihrer Jubiläumssaison, die am 4. Mai 2014 auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg beginnt, sorgt die DTM noch für Premieren: Zum ersten Mal in ihrer jetzt 30-jährigen Geschichte werden 2014 gleich sieben Champions in der Startaufstellung stehen – neben Mike Rockenfeller dessen Audi-Kollegen Mattias Ekström (Schweden) und Timo Scheider, Martin Tomczyk und der Kanadier Bruno Spengler (beide BMW) sowie die Briten Gary Paffett und Paul Di Resta (beide Mercedes-Benz).

Alle DTM-Meister im Überblick

Jahr Fahrer Marke/Typ
1984 Volker Strycek BMW 635 CSi
1985 Per Stureson Volvo 240 Turbo
1986 Kurt Thiim Rover Vitesse
1987 Eric van de Poele BMW M3
1988 Klaus Ludwig Ford Sierra Cosworth
1989 Roberto Ravaglia BMW M3
1990 Hans-Joachim Stuck Audi V8 Quattro
1991 Frank Biela Audi V8 Quattro
1992 Klaus Ludwig AMG-Mercedes-Benz 190E 2,5-16 Evo 2
1993 Nicola Larini Alfa Romeo 155 V6 Ti
1994 Klaus Ludwig AMG-Mercedes-Benz C-Klasse
1995 Bernd Schneider AMG-Mercedes-Benz C-Klasse
1996 Manuel Reuter Opel Calibra V6
2000 Bernd Schneider Mercedes-Benz CLK
2001 Bernd Schneider Mercedes-Benz CLK
2002 Laurent Aiello Abt-Audi TT-R
2003 Bernd Schneider Mercedes-Benz CLK
2004 Matthias Ekström Audi A4 DTM
2005 Gary Paffett AMG-Mercedes-Benz C-Klasse
2006 Bernd Schneider AMG-Mercedes-Benz C-Klasse
2007 Mattias Ekstršm Audi A4 DTM
2008 Timo Scheider Audi A4 DTM
2009 Timo Scheider Audi A4 DTM
2010 Paul di Resta AMG-Mercedes-Benz C-KlasseÊ
2011 Martin Tomczyk Audi A4 DTM
2012 Bruno Spengler BMW M3
2013 Mike Rockenfeller Audi A4 DTM

 

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von ko******
07.05.2014
Antworten
Alle Kommentare treffen die Problematik,
es ist wie in der Politik, die Verantwortlichen,
wissen nicht mehr was der Zuschauer resp.
Bürger möchte.
von mo******
06.05.2014 (09:30)
Antworten
Eine tolle Unterhaltung ist die moderne DTM ja schon noch. Doch es fehlt die bunte Mischung aus Werks- und Privatteams der frühen Phase, als sich ein Unternehmer nebenher noch ein Rennauto für sein Vergnügen am Wochenende leisten konnte. Eben echte Tourenwagen und nicht unbezahlbare, überzüchtete Rennprototypen mit einem Hauch einer seriennahen Karosserie. Ich vermisse persönlich die Mustangs, Rovers und Co, welche immer wieder bunt aus dem deutschen Mix herausgestochen haben.
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