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... RINDT FAST JEDER, der sich auch nur peripher für Motorsport interessierte, weiß bis heute, wo er am 5. September 1970 gerade war, als die Nachricht vom Tod Jochen Rindts durchs Radio kam. Der 28-Jährige mit deutschem Pass und österreichischer Rennlizenz stürzte zwei Länder über Nacht in kollektive Trauer. Ein James-Dean-Effekt. Wie bei seinem Teamkollegen John Miles im Rennen zuvor war erneut eine Bremswelle gebrochen, beim Anbremsen der Parabolica, im Training. »Nicht weil sie hohl gebohrt war, sondern weil Lotus in der ‚Werkstattzeichnung‘ vergessen hatte, dass die inneren Kanten und Ecken wegen möglicher Kerbwirkung ausdrücklich zu ‚runden‘ gewesen wären«, weiß Autor Glavitza. Rindt, geboren in Mainz, verlor seine Eltern beim großen Bombenangriff 1943 auf Hamburg und wuchs als Vollwaise bei den Großeltern in Graz auf. Aus einem artigbraven Jungen mit traurigem Blick wurde auf diversen Gymnasien ein schlaksiger Rebell mit lümmelhaftem Benehmen. Doch in den wenigen Jahren seiner Profi-Karriere wandelte sich der Lausbub zum fertigen Rennfahrer mit hochentwickeltem Geschäftssinn. Starting money« soll, so böse Zungen, sein erstes Wort in Englisch gewesen sein. Seine Jochen Rindt-Show wurde ein Riesenerfolg. Nach erfolglosen Lehrjahren mit Cooper und Brabham ging er 1969 mit Lotus einen Pakt mit dem Teufel ein. Als bis heute Einziger wurde er ...
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