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... der Hōryū-ji-Pagode im japanischen Ikaruga wussten. Und auch die sicherheitsorientierten Mercedes- Leute im Sindelfinger Designstudio suchten 1963 nach dem perfekten Stabilitäts-/Gewichtsverhältnis. Der Designer des SL, der 1933 geborene Franzose Paul Bracq, erklärte kürzlich, zehn Zentimeter seien die optimale Größe, was die Wölbung eines Autodachs angehe. Unsere Eindrücke von Autos werden von Details geprägt, aber noch nie haben zehn Zentimeter derart stark zu Wahrnehmung und Ansehen beigetragen. Der W 113 hat viele ästhetische und technische Stärken, aber das Pagodendach macht ihn einzigartig. Dieses Dach hat Geschichte geschrieben. Doch orientalische Architektur ist nur eines der Elemente im komplizierten Wurzelstock der Bedeutungen des SL. Bracqs Lehrmeister war der französische Designer Philippe Charbonneaux gewesen, der für das Technikzentrum von General Motors in Warren, Michigan, gearbeitet und am Design der so herrlich vulgären 1953er Corvette mitgewirkt hatte: Detroiter Kitsch in seiner wildesten Form. Zurück in Frankreich entwarf Charbonneaux 1957 den Teleavia-Fernseher, ein schwenkbares Bildschirmgehäuse, dem später der von Jonathan »Jony« Ive entwickelte iMac ähneln sollte. Charbonneaux hatte, das darf man wohl annehmen, Ambitionen, der Raymond Loewy von Paris zu werden: ein geschickter Bediener des Massenmarktes. Und dann gibt es noch ...
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