Wichtig: Der Text wurde automatisch aus dem PDF extrahiert, weshalb Schreibfehler durchaus vorkommen können.
... um weit mehr als einen seltenen und bahnbrechenden Ferrari-Rennwagen. Denn dies ist der einzige nicht restaurierte 375 MM mit Rennsportgeschichte, eine Motorsport-Zeitkapsel aus den 1950er-Jahren. Möglicherweise wäre er im Museum besser aufgehoben – und davor geschützt, von Minderbegabten wie mir beschädigt zu werden. Selbst als die beruhigenden kleinen Rituale erfolgt und alle Schalter betätigt worden sind, die Benzinpumpe zu pumpen beginnt und das Gaspedal exakt halb durchgetreten ist, erfordert es meine ganze Willenskraft, wirklich den Startknopf zu drücken. Der V12 faucht sich ins Leben, als hätte ich ihn mit einem Elektroschocker für den Viehtrieb angestachelt. Nichts von dem hohen Surren eines V12, sondern ein weitaus gewaltigeres Grollen, das sich zum rohen Bellen eines Berserkers steigert. Als hätten ihn all diese Jahrzehnte, still und schweigend weggesperrt, nur noch rüpeliger und garstiger werden lassen – weniger ein heiliger Lazarus, wiederauferstanden von den Toten, als vielmehr ein aus dem Knast ausgebrochener Psycho-Killer, der durchdreht, um sich schlägt und Kerben in seine Streitaxt schnitzt. Plötzlich mache ich mir keine Sorgen mehr um den Wagen, sondern eher darum, ob ich lebend aus dieser Nummer herauskomme. Für einen 375er Rennwagen, unbefleckte Zeitkapsel hin oder her, ist das die richtige Einstellung. Das Auto hat einen ...
Kommentare