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... angereist, mit einem Rolls-Royce Wraith. Von 1938. Das allumfassende Motto ist eben auch: Je näher am Original desto besser. Nur die wenigsten kommen auf eigener Achse nach Cernobbio. Sie reisen meist im Tross mit einer Handvoll Domestiken, deren edle Aufgabe darin besteht, das feine Blech auf Hochglanz zu halten und jedes Stäubchen, das eventuell von der raumgreifenden Platane heruntersegelt, sofort zu entfernen. Kostbare Technik, hochwertiges Ambiente. Sehen und gesehen werden, dann Küsschen rechts und links: die Jury. Männer mit Leinenhosen, dunklem Blazer und hellem Hut. Wie Paten des Events entscheiden sie über Wohl und Wehe. Es wird parliert, auf Blech geklopft, aber auch genauestens auf Originalität geachtet. Denn von den zirka 300 Bewerbungen schaffen es knapp 50 Fahrzeuge überhaupt an den Comer See. Sehr extrem der BMW 507 des Amerikaners Jeffrey Lotman. Derart pingelig aufbereitet, als seien die Schrauben mit Glacéhandschuhen an ihren Platz gefingert worden. Die Juroren nicken, schmunzeln und sind zufrieden. Derweil gilt für die Besitzer ein goldiges »en se promène«. Man ergeht sich, man trifft sich, man busselt sich ab und weiter zum nächsten Objekt bei dieser Schau der Eitelkeiten. Den Damen wird es in ihren feinledrigen Schuhen irgendwann etwas ungemütlich und sie ziehen sich zurück auf die wohl finanzstärkste Terrasse der Welt. Statt ...
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