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... war mehr Schatten als Licht. Die Sonne entschwebte der Welt. Die Erde wurde nachtstarr und schweigsam. Der feierliche Gottesdienst der Natur war erschütternd. Piz Forbisch und Piz d'Arblatsch, die Felsgestalten des Oberhalbsteins, warfen die letzten Lichtstrahlen von ihren Felswänden ab. Sie standen ruhig und kalt, violett im gelben Westhimmel. Die Vorfahren der jetzigen Bevölkerung Kolumbiens müssen sonderbare Menschen gewesen sein: sie umgingen im Strassenbau kein Hindernis, sondern sie nahmen es. Ihre Indianerpfade bildeten von Ort zu Ort die kürzeste Verbindung; sie führten steil herauf und noch steiler herunter, an abgrundtiefen Hängen entlang, durch felsiges und durch morastiges Gebiet, ohne Wahl. Es ist, als ob diese frühesten Indios nach der Nase gegangen wären: Sie witterten irgendwie die nächste Siedlung und gingen blindlings dieser Witterung nach. So entstanden die Saumpfade, die heute noch die wildromantischen Kordilleren durchziehen, über die strengen und kalten Pässe klimmen und schliesslich in die unübersehbaren Llanos münden. Nach solchem System angelegte Wege bilden natürlich keine Vorlage für Fahrstrassen, und so kommt es, dass dieses an Bodenschätzen ungeheuer reiche Land, das vierzigmal so gross ist wie die Schweiz, nur etwa 7—800 km Fahrstrassen aufweist. Auch an Eisenbahnen ist das Land noch sehr arm (etwa 1500 km ...
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