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... oder aber seitlich vorbeirauscht und so den Fußgänger noch mehr ge fährdet. Höflichkeit im Verkehr ist eine bei uns weitgehend unbekannte Eigen schaft. In Paris, wo man schnell, gut und flüssig fährt, kann sich ein zeitunglesender alter Herr gefahrlos in den Autostrom der Champs Elysees begeben: die Fahrzeuglenker werden nicht wild hupen, sondern bremsen und den Weg freigeben. Und sie schimpfen nicht etwa dabei, sondern nicken dem Alten höflich zu. In London ist es undenkbar, daß zwei Damen am Fahrbahnrand stehen und sich nicht hinübertrauen, weil der Verkehr zu stark ist. Der erste Wagenfahrer, der sie sieht, hält an, und alle hinter ihm tun das gleiche. Nur in Deutschland, wo man — nach Goethe — lügt, wenn man höflich ist, sind die Fußgänger selbst an beampelten Übergängen Freiwild, sowie das Licht von „Rot“ auf „Gelb“ wechselt. Einem Rennwagenstart auf dem Nürburgring ähnlich schießen die Fahrzeuge davon, ohne Rücksicht auf die armen Häschen, die sich noch rasch in Sicherheit bringen wollen. Bei uns ist alles zu leicht eine Frage des „Rechts-Standpunktes“. Wenn grün ist, hat eben der Fußgänger kein Recht, über die Straße zu gehen. Wir alle, die wir hinter dem Lenkrad sitzen, sollten nicht danach fragen, ob wir recht haben, wie aus der Geschichte von dem Mann erhellt, der nach einem Verkehrsunfall sterbend röchelt: „Aber ich hatte das ...
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