Wichtig: Der Text wurde automatisch aus dem PDF extrahiert, weshalb Schreibfehler durchaus vorkommen können.
... ANITA CASSESE (TEXT), WALTER PFÄFFLI (FOTOS) Es war am Rande des Autoabbruchs. Elisabeth Bürstl, Hobby-Weihnachtsmarktfrau, sahdas Rad eines alten Militärwagens hinter den Hecken und dachte: Das werden gute Weihnachtskärtchen für Männer. Sie holte ihre Unterwasserkamera,kroch durch das Gebüsch und begann zu fotografieren. Es warwie Tauchen im Thunersee. Für einen Moment vergass Elisabeth Bürstl die Aussenwelt. Sie sah keine verrosteten Autos, sie sah die Natur, die sich ihrenPlatz im Gürbetaler Moos zurückerobert hatte Das war vor zwei Jahren, bevor Hunderte von Besuchern über den Holzsteg der Kunstausstellung wanderten, vor der Zeit, als in den Zeitungen vom «Ballenberg der Schrottautos»die Rede war und klar war, dass die fünfhundert halb im Boden versunkenen Oldtimer dem Schicksal der Schrottpressenicht entkommen würden. An einem Samstagmorgen im Juli biegt Elisabeth Bürstl das Dornengewächs vor ihrem Schlupfloch zur Seite, dort, wosie zum ersten Mal das Militärwagenrad erspäht hatte. Es regnet, der Boden ist glitschig, und die 51-jährige Sekretärin stützt sich beim Gehen vorsichtig auf den Kühlerhauben links und rechts ab. Moos verziert die Blechtüren, Triebe spriessen aus offenen Kofferräumen. Spinnweben überall. An den Windschutzscheiben haften Schnecken. «Ein Paradies für Weinbergschnecken.»Elisabeth Bürstl zoomt eine Schnecke mit der Kamera ...
Kommentare