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... entscheidende —Jahre verbrachte. Gegen Bivio hin verengt sidi das weite Alpental und wandelt sich zur gigantischen Felslandschaft. Bivio (Zwei-Weg) ist seit zwei Jahrtausenden Rastund Umspannplate, Ausgangspunkt auch für den Septimer, den die Römer als Saumpfad (Tragtiere) benutzten und der heute noch eine Anziehungskraft auf Fußwanderer ausübt, weil er das Engadin ausspart und direkt ins Bergeil einmündet, also die kürzeste Verbindung zum Corner See, nach Italien und ins Tessin darstellt. Wir Touristen von heute, die wir einen so harmlosen Paß wie den Julier unter die Pneus nehmen, haben leider das Gefühl für die einstige Bedeutung eines Paßhospizes längst verloren. Nur wer sich entschließt, eine Nacht hinter den meterdicken Mauern des Paßhotels zur Post in Bivio zu verbringen, wird noch einen Hauch verspüren von der abenteuerlichen Gefahr, der Mühsal und der Romantik der Alpenüberquerung. Außerdem wird er Frau Lanz begegnen, Herrin des Hauses, menschliche Entsprechung der ernsten Natur, eine herbe engadinische Erscheinung, der mit keinem Mittel ein verbindliches Lädieln zu entlocken ist. Mit umsichtiger Strenge gebietet sie über ihre Gäste. Ihr hartes Wesen aber wird gemildert durch die Präzision ihres Hauswesens und durch eine „Butterküche" von so erlesener Reichhaltigkeit, daß man nicht umhin kann, auf dem Umweg ...
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